Ein Umstand, der mich ganz persönlich immer etwas traurig macht, ist, dass Guy Burnet und seine Rolle bei HO immer irgendwie schlecht angesehen wird. Natürlich war er streckenweise ein ziemliches Arsch in der Serie, aber John Paul hat ihn geliebt. Und das Craig seinen John Paul wohl ebenso geliebt hat, darüber brauchen wir für mich nicht diskutieren. Doch was mich vor allem immer traurig stimmt, ist die fehlende Anerkennung, die Guy Burnet dadurch zuteil wird. Ich meine, das ganze ist die schönste Liebesgeschichte seit Jaaaaaaahren... Und das hätte nicht mit einem anderen Partner als Guy geklappt... Und eigentlich was die Rolle des Craigs immer sehr, sehr sympathisch.. Aber man schaue es sich selber mal an. Das Video ist von der fabelhaften angel leonax..
Mittwoch, 28. Mai 2008
Ollian: Frühlingserwachen - Oneshot
Frühlingserwachen
Langsam konnte Olli das Lachen nicht mehr unterdrücken. „Sag mal, irgendwie komme ich mir etwas observiert vor.“ Ein schneller Seitenblick auf seinen Freund bestätigte seine Annahme, doch dieser fragte nur scheinheilig: „Wieso? Ich weiß nicht, was du meinst.“ Während er sprach war sein Blick ganz automatisch weiter auf Olli gerichtet. Wie es schien, war die Betrachtung seines Liebsten in letzter Zeit zu seinem liebsten Hobby geworden. „Ah ja. Und warum hab ich dann das Gefühl, die ganze Zeit beobachtet zu werden?“ Auf Christians Gesicht tauchte ein schelmisches Grinsen auf. „Das könnte daran liegen, dass ich es irgendwie nicht über mich bringen kann, etwas anderes anzugucken als dich.“ „Ach ja?“ Nur konnte auch Olli sein Grinsen nicht mehr verstecken. Und die Zweideutigkeit, die in ihren Blicken lag, ließ beiden eine Gänsehaut über den Rücken fahren. „Ja. Schon.“ Christians Stimme klag so verführerisch in Ollis Ohren. „Gefällt dir denn das, was du da zu sehen bekommst?“ Olli sah ihn unschuldig an. Natürlich wusste er, was für eine Reaktion er auf Christian hatte, doch er liebte es, es aus seinem Mund zu hören. „Naja, geht so. Eigentlich nicht sonderlich.“ Christians Antwort war wie eine kalte Dusche. Doch als sich Olli zur Seite drehte um sich zu beschweren, sah er schon am frechen Grinsen seines Gegenübers, dass er genau das beabsichtigt hatte. „Boah, du Blödmann.“ Er knuffte Christian scherzhaft in die Rippen. Beide begannen zu lachen, doch Christian wurde schnell wieder ruhig. „Aber ich bin dein Blödmann.“ Er sah Olli tief in die Augen. Es verschlug dem Schwarzhaarigen den Atem und er konnte spüren, wie sein Herz drei Schläge schneller schlug. Wie gerne hätte er ihn sich jetzt geschnappt, hätte ihn geküsst, gestreichelt und wäre Hand in Hand mit ihm weitergegangen. Doch der Umstand des vollbesetzten Parks machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Christian hatte immer noch niemanden von ihnen erzählt und auch wenn Olli die Geheimnistuerei und das Versteckspiel einigermaßen genoss, so sehnte er sich doch nach dem Augenblick, wenn er endlich Christians Hand nehmen könnte. Immer und zu jeder Zeit. Mit einem Räuspern zerriss er die Anspannung zwischen ihnen. „Du denkst also, dass ich die Antwort auf Quasimodo bin? Vielen Dank auch.“ Gespielt beleidigt drehte er sich weg. Streitigkeiten waren definitiv besser, als das, was er jetzt gerne gemacht hätte. Doch er hatte die Rechnung ohne Christian gemacht. Olli wusste nicht, was es heute war, ob es die Sonne war, die so friedlich vom Himmel schien, ob es einfach der Frühling war, der aus allen Ecken leuchtete oder ob es einfach nur er war. Irgendetwas war heute anders an Christian. Er konnte es nur noch nicht ganz fassen. Doch als er von ihm an der Schulter gefasst wurde und zu ihm gedreht wurde, da wusste er es: Es war Selbstbewusstsein. „Du bist das Wunderschönste, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Ich bin jeden Tag aufs Neue davon fasziniert, wie sehr du mir mit nur einem Blick den Atem rauben kannst. Ich liebe dich, Olli. Das tue ich wirklich.“ Olli hatte das Gefühl, als wenn die Welt anhalten würde. Alles schien sich nur noch um sie zu drehen. Es existierten kein Raum und keine Zeit mehr. Nur noch sie. Alles andere war verschwunden. Langsam beugte er sich vor. Abwartend, immer in Angst, dass Christian ihn wegstoßen würde, aber nichts passierte. Stattdessen näherte auch dieser sich immer mehr, bis sich schließlich ihre Lippen in einem zärtlichen Kuss trafen. Da standen sie nun, mitten in einem vollen Park und küssten sich, als wenn sie nie etwas anderes getan hätten.
Langsam konnte Olli das Lachen nicht mehr unterdrücken. „Sag mal, irgendwie komme ich mir etwas observiert vor.“ Ein schneller Seitenblick auf seinen Freund bestätigte seine Annahme, doch dieser fragte nur scheinheilig: „Wieso? Ich weiß nicht, was du meinst.“ Während er sprach war sein Blick ganz automatisch weiter auf Olli gerichtet. Wie es schien, war die Betrachtung seines Liebsten in letzter Zeit zu seinem liebsten Hobby geworden. „Ah ja. Und warum hab ich dann das Gefühl, die ganze Zeit beobachtet zu werden?“ Auf Christians Gesicht tauchte ein schelmisches Grinsen auf. „Das könnte daran liegen, dass ich es irgendwie nicht über mich bringen kann, etwas anderes anzugucken als dich.“ „Ach ja?“ Nur konnte auch Olli sein Grinsen nicht mehr verstecken. Und die Zweideutigkeit, die in ihren Blicken lag, ließ beiden eine Gänsehaut über den Rücken fahren. „Ja. Schon.“ Christians Stimme klag so verführerisch in Ollis Ohren. „Gefällt dir denn das, was du da zu sehen bekommst?“ Olli sah ihn unschuldig an. Natürlich wusste er, was für eine Reaktion er auf Christian hatte, doch er liebte es, es aus seinem Mund zu hören. „Naja, geht so. Eigentlich nicht sonderlich.“ Christians Antwort war wie eine kalte Dusche. Doch als sich Olli zur Seite drehte um sich zu beschweren, sah er schon am frechen Grinsen seines Gegenübers, dass er genau das beabsichtigt hatte. „Boah, du Blödmann.“ Er knuffte Christian scherzhaft in die Rippen. Beide begannen zu lachen, doch Christian wurde schnell wieder ruhig. „Aber ich bin dein Blödmann.“ Er sah Olli tief in die Augen. Es verschlug dem Schwarzhaarigen den Atem und er konnte spüren, wie sein Herz drei Schläge schneller schlug. Wie gerne hätte er ihn sich jetzt geschnappt, hätte ihn geküsst, gestreichelt und wäre Hand in Hand mit ihm weitergegangen. Doch der Umstand des vollbesetzten Parks machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Christian hatte immer noch niemanden von ihnen erzählt und auch wenn Olli die Geheimnistuerei und das Versteckspiel einigermaßen genoss, so sehnte er sich doch nach dem Augenblick, wenn er endlich Christians Hand nehmen könnte. Immer und zu jeder Zeit. Mit einem Räuspern zerriss er die Anspannung zwischen ihnen. „Du denkst also, dass ich die Antwort auf Quasimodo bin? Vielen Dank auch.“ Gespielt beleidigt drehte er sich weg. Streitigkeiten waren definitiv besser, als das, was er jetzt gerne gemacht hätte. Doch er hatte die Rechnung ohne Christian gemacht. Olli wusste nicht, was es heute war, ob es die Sonne war, die so friedlich vom Himmel schien, ob es einfach der Frühling war, der aus allen Ecken leuchtete oder ob es einfach nur er war. Irgendetwas war heute anders an Christian. Er konnte es nur noch nicht ganz fassen. Doch als er von ihm an der Schulter gefasst wurde und zu ihm gedreht wurde, da wusste er es: Es war Selbstbewusstsein. „Du bist das Wunderschönste, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Ich bin jeden Tag aufs Neue davon fasziniert, wie sehr du mir mit nur einem Blick den Atem rauben kannst. Ich liebe dich, Olli. Das tue ich wirklich.“ Olli hatte das Gefühl, als wenn die Welt anhalten würde. Alles schien sich nur noch um sie zu drehen. Es existierten kein Raum und keine Zeit mehr. Nur noch sie. Alles andere war verschwunden. Langsam beugte er sich vor. Abwartend, immer in Angst, dass Christian ihn wegstoßen würde, aber nichts passierte. Stattdessen näherte auch dieser sich immer mehr, bis sich schließlich ihre Lippen in einem zärtlichen Kuss trafen. Da standen sie nun, mitten in einem vollen Park und küssten sich, als wenn sie nie etwas anderes getan hätten.
Montag, 26. Mai 2008
Dero - Take me to a gaybar - Oneshot
Take me to a gaybar
„Jetzt komm schon, Roman.“ Ungeduldig zerrte Jenny am Ärmel ihres besten Freundes. „Jaja. Jetzt hetzt alte Männer doch nicht so.“ Jenny verdrehte die Augen und schnaufte abfällig. „Ich werde auch nicht jünger. Und Gott weiß, du wirst auch nicht schöner.“ Roman bedankte sich mit einer Grimasse bei ihr und streckte ihr die Zunge raus. Mit einem leisen Seufzen kam er auf die Füße und bewegte sich langsam hinter ihr her. Warum eigentlich war er noch gleich mit ihr mitgekommen? Er hatte keine Ahnung. Wenn es etwas gab, worauf er zurzeit eigentlich gar keine Lust hatte, dann war es ein lustiger Tanzabend im örtlichen Schwulenclub. „Warum sind wir noch gleich hier und nicht in irgendeiner anderen Absteige?“ Er brüllte Jenny über die laute Musik hinweg ins Ohr. „Weil ich hier wenigstens nicht Gefahr laufe, dass mich irgendein Kerl anmacht. Denn von Kerlen hab ich wirklich genug.“ Unbeirrt zog sie den armen Roman weiter auf die Tanzfläche. Doch wenn er so darüber nachdachte, war Jenny eigentlich die perfekte Begleitung für einen Abend. Denn wenn jemand grade noch mehr Pech in der Liebe hatte als er, dann war es wohl definitiv Jenny. Er hatte sich nur in einen dummen, pubertierenden Schwachkopf verliebt und nicht in seinen Bruder. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen ließ er sich nun doch etwas bereitwilliger ziehen, bis Jenny endlich den perfekten Platz gefunden zu haben schien. Mit einem gekonnten Hüftschwung setze sie sich langsam in Bewegung und bald darauf tanzten beide auch schon ausgelassen im Takt der Musik. Ja, er musste es zugeben. Das war es, was ihm gefehlt hatte. Einen unbeschwerten Abend mit jemandem, der genauso unglücklich war wie er. Nichts gegen Anette oder Ingo, aber ihr Glück machte ihn an manchen Tagen einfach nur krank. Nein, bloß nicht falsch verstehen. Er gönnte es ihnen beiden von ganzem Herzen, hatten sie doch auch lange genug gebraucht, um zu begreifen, was doch alle anderen schon so lange wussten. Doch in seiner jetzigen Verfassung war es einfach nicht förderlich, jeden Tag aufs Neue daran erinnert zu werden, was er grade so schmerzlich vermisste.
„Ha, siehst du? Wir brauchen keine anderen um Spaß zu haben. Wir haben uns und das reicht ja wohl vollkommen.“ Jenny hing sich an seinen Hals und machte eine kleine Drehung, die beide fast das Gleichgewicht kostete. Roman kicherte. Er hatte sie schon lange nicht mehr so gesehen. Hatte er sie jemals schon so gesehen? Vielleicht waren es auch nur die fünf Cocktails, die langsam dafür sorgten, dass ihre Fassade fiel. Aber er mochte es. Ja, es machte ihn grade fast ein wenig glücklich. Doch plötzlich hielt er inne. Die ersten Takte eines Liedes erklangen und die Menge begann zu johlen. Es war so sehr Klischee, dass es fast schon wieder gut war. Marianne Rosenberg wummerte aus den Boxen und trällerte „Er gehört zu mir“. Mit einem kleinen, begeisterten Schrei begann Jenny aufgeregt zu hüpfen und sang kopfwackelnd mit. Nur Roman blieb wie erstarrt. Plötzlich erinnerte er sich wieder. An den Nachmittag von Deniz und Marians Umzug. Wie Marian ihn verraten hatte und wie Deniz gelacht hatte, als er sein dunkles Geheimnis um Marianne Rosenberg gehört hatte. Nein, nicht weiter daran denken, nicht weiter erinnern. Er schüttelte energisch den Kopf, aber es war zu spät. Seine Gedanken glitten weiter. Wie er versucht hatte, ihm den kleinen Kuss auf die Hüfte zu geben, wie sie umgefallen und auf dem Sofa gelandet waren. Seine Lippen waren so weich auf seinen gewesen, die Berührungen hatten sich so unglaublich gut angefühlt. Hatte er sich jemals schon so gut gefühlt? Nein, er konnte sich nicht erinnern. Dann das Gespräch mit Marian. „Ich glaube, dass er eigentlich ganz glücklich mit mir ist.“ Wie hatte er sich nur so irren können? War das alles nur eine Lüge gewesen?
Nein, dies konnte keine Lüge gewesen sein. Es war wahr. Egal, wie sehr sich Deniz jetzt auch sträubte. Es war die Wahrheit gewesen. Er hatte ihn geliebt. Ja, verdammt. Er liebte ihn immer noch. Das wusste Roman einfach. Er hatte so viel auf sich genommen. Hatte fast seine Familie verloren, seine Freunde. Und wofür? Nur um mit ihm zusammen sein zu können. Bedeutete das denn alles gar nicht? War das alles wertlos? Nein. Es bedeutete etwas. Es bedeutete die ganze Welt. Es war Liebe. Egal, was er sagte. Und ein Blick in die dunkelsten Augen der Welt reichte, um ihm zu sagen, was er doch eigentlich immer schon wusste. Er liebte ihn. Er liebte ihn immer noch. Und nichts auf der ganzen Welt würde das jemals ändern. Vielleicht wusste er es grade selber nicht. Vielleicht konnte er es sich selber nicht eingestehen. Aber Roman wusste es. Er liebte ihn. Und er würde warten. Egal, wie lange.
„Hey, du Schlafmütze. Machst du schon schlapp? Aufgeben gilt nicht.“ Jenny puffte ihn unsanft in die Seite. Lächelnd sah er auf. „Nein, aufgeben gilt nicht.“
„Jetzt komm schon, Roman.“ Ungeduldig zerrte Jenny am Ärmel ihres besten Freundes. „Jaja. Jetzt hetzt alte Männer doch nicht so.“ Jenny verdrehte die Augen und schnaufte abfällig. „Ich werde auch nicht jünger. Und Gott weiß, du wirst auch nicht schöner.“ Roman bedankte sich mit einer Grimasse bei ihr und streckte ihr die Zunge raus. Mit einem leisen Seufzen kam er auf die Füße und bewegte sich langsam hinter ihr her. Warum eigentlich war er noch gleich mit ihr mitgekommen? Er hatte keine Ahnung. Wenn es etwas gab, worauf er zurzeit eigentlich gar keine Lust hatte, dann war es ein lustiger Tanzabend im örtlichen Schwulenclub. „Warum sind wir noch gleich hier und nicht in irgendeiner anderen Absteige?“ Er brüllte Jenny über die laute Musik hinweg ins Ohr. „Weil ich hier wenigstens nicht Gefahr laufe, dass mich irgendein Kerl anmacht. Denn von Kerlen hab ich wirklich genug.“ Unbeirrt zog sie den armen Roman weiter auf die Tanzfläche. Doch wenn er so darüber nachdachte, war Jenny eigentlich die perfekte Begleitung für einen Abend. Denn wenn jemand grade noch mehr Pech in der Liebe hatte als er, dann war es wohl definitiv Jenny. Er hatte sich nur in einen dummen, pubertierenden Schwachkopf verliebt und nicht in seinen Bruder. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen ließ er sich nun doch etwas bereitwilliger ziehen, bis Jenny endlich den perfekten Platz gefunden zu haben schien. Mit einem gekonnten Hüftschwung setze sie sich langsam in Bewegung und bald darauf tanzten beide auch schon ausgelassen im Takt der Musik. Ja, er musste es zugeben. Das war es, was ihm gefehlt hatte. Einen unbeschwerten Abend mit jemandem, der genauso unglücklich war wie er. Nichts gegen Anette oder Ingo, aber ihr Glück machte ihn an manchen Tagen einfach nur krank. Nein, bloß nicht falsch verstehen. Er gönnte es ihnen beiden von ganzem Herzen, hatten sie doch auch lange genug gebraucht, um zu begreifen, was doch alle anderen schon so lange wussten. Doch in seiner jetzigen Verfassung war es einfach nicht förderlich, jeden Tag aufs Neue daran erinnert zu werden, was er grade so schmerzlich vermisste.
„Ha, siehst du? Wir brauchen keine anderen um Spaß zu haben. Wir haben uns und das reicht ja wohl vollkommen.“ Jenny hing sich an seinen Hals und machte eine kleine Drehung, die beide fast das Gleichgewicht kostete. Roman kicherte. Er hatte sie schon lange nicht mehr so gesehen. Hatte er sie jemals schon so gesehen? Vielleicht waren es auch nur die fünf Cocktails, die langsam dafür sorgten, dass ihre Fassade fiel. Aber er mochte es. Ja, es machte ihn grade fast ein wenig glücklich. Doch plötzlich hielt er inne. Die ersten Takte eines Liedes erklangen und die Menge begann zu johlen. Es war so sehr Klischee, dass es fast schon wieder gut war. Marianne Rosenberg wummerte aus den Boxen und trällerte „Er gehört zu mir“. Mit einem kleinen, begeisterten Schrei begann Jenny aufgeregt zu hüpfen und sang kopfwackelnd mit. Nur Roman blieb wie erstarrt. Plötzlich erinnerte er sich wieder. An den Nachmittag von Deniz und Marians Umzug. Wie Marian ihn verraten hatte und wie Deniz gelacht hatte, als er sein dunkles Geheimnis um Marianne Rosenberg gehört hatte. Nein, nicht weiter daran denken, nicht weiter erinnern. Er schüttelte energisch den Kopf, aber es war zu spät. Seine Gedanken glitten weiter. Wie er versucht hatte, ihm den kleinen Kuss auf die Hüfte zu geben, wie sie umgefallen und auf dem Sofa gelandet waren. Seine Lippen waren so weich auf seinen gewesen, die Berührungen hatten sich so unglaublich gut angefühlt. Hatte er sich jemals schon so gut gefühlt? Nein, er konnte sich nicht erinnern. Dann das Gespräch mit Marian. „Ich glaube, dass er eigentlich ganz glücklich mit mir ist.“ Wie hatte er sich nur so irren können? War das alles nur eine Lüge gewesen?
Nein, dies konnte keine Lüge gewesen sein. Es war wahr. Egal, wie sehr sich Deniz jetzt auch sträubte. Es war die Wahrheit gewesen. Er hatte ihn geliebt. Ja, verdammt. Er liebte ihn immer noch. Das wusste Roman einfach. Er hatte so viel auf sich genommen. Hatte fast seine Familie verloren, seine Freunde. Und wofür? Nur um mit ihm zusammen sein zu können. Bedeutete das denn alles gar nicht? War das alles wertlos? Nein. Es bedeutete etwas. Es bedeutete die ganze Welt. Es war Liebe. Egal, was er sagte. Und ein Blick in die dunkelsten Augen der Welt reichte, um ihm zu sagen, was er doch eigentlich immer schon wusste. Er liebte ihn. Er liebte ihn immer noch. Und nichts auf der ganzen Welt würde das jemals ändern. Vielleicht wusste er es grade selber nicht. Vielleicht konnte er es sich selber nicht eingestehen. Aber Roman wusste es. Er liebte ihn. Und er würde warten. Egal, wie lange.
„Hey, du Schlafmütze. Machst du schon schlapp? Aufgeben gilt nicht.“ Jenny puffte ihn unsanft in die Seite. Lächelnd sah er auf. „Nein, aufgeben gilt nicht.“
Dero - Breath me - Fanvid
Jedes Paar braucht ein Breath me Fanvid. Und natürlich brauchen das auch Roman und Deniz. Und was machen kleine Herzen? Richtig, sie setzen sich hin und basteln eins. Darauf zu warten, dass es wer anders macht, ist ja doch eher wenig erfolgsversprechend.
Aber es ist spät, ich bin müde, also genug gequatscht..
Aber es ist spät, ich bin müde, also genug gequatscht..
Freitag, 23. Mai 2008
JPC - Love always - Oneshot
(Da ja meine eigentliche JPC-Story irgendwie zur Neverendingstory wird, hier mal ein kleines bisschen für zwischendurch.)
Love always
Ein leiser Seufzer entkam seiner Kehle, als er die kleine Schachtel aus seinem Schrank nahm. E schaute nicht oft in das kleine Rechteck. Nein, die meiste Zeit wollte er nicht einmal daran denken, dass es dieses kleine bisschen Pappe überhaupt noch gab. Nur am manchen Tagen, ganz selten, da überkam es ihn. Da musste er sie wieder auf dem Schrank holen. Musste die Erinnerungen hervorholen. Sie taten ihm weh, jede Sekunde, jede Minute, die er das kleine Bündel auf seinem Schoss hielt. Aber wenn er ehrlich war, taten sie auch an jedem anderen Zeitpunkt weh. Wenn er sein Aftershave an einem anderen Mann roch, wenn er eins seiner Lieblingslieder hörte oder wenn er einen mehr als fragwürdigen Strickcardigan sah. Es gab tausend Dinge, die ihn an ihn erinnerten. Er war machtlos dagegen. Ein Leben ohne die Erinnerung an Craig Dean hätte ein Leben in einer kleinen Luftblase bedeutet. Denn alles, wirklich alles, erinnerte ihn an ihn. Doch der Inhalt dieser Kiste war etwas ganz anderes. Es war so bestimmt, so wirklich. Es waren die Momente, die in dieser Kiste lagen, die es erst so unerträglich werden ließ. Da lag der Unterschied. Mit etwas zittriger Hand öffnete er den schmalen Deckel. Er traute sich nicht, sofort hineinzusehen. Es bedurfte noch etwas mehr Kraft, etwas mehr Zeit. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Ja, jetzt war er bereit, bereit für seine Vergangenheit. Er ließ seinen Blick nach unten gleiten und sah sie dort liegen. Seine Liebe zu dem Mann, der ihm einst die ganze Welt bedeutet hatte. Sie lag da in vielen kleinen Einzelheiten, die alle eine eigene Geschichte erzählten. Da waren Aufzeichnungen von ihm. Bekritzelt mit irgendwelchen Details für ihre Abschlussprüfungen. John Paul nahm das Papier vorsichtig in seine Hand. Er strich fast zärtlich über die Tinte, die in Craigs etwas krakeliger Handschrift über das Papier verteilt war. Er konnte sich genau daran erinnern, wie er es geschrieben hatte. Es war bei den Deans gewesen, oben in der Wohnung. Sie hatten gelernt oder zumindest so getan. Craig hatte einmal mehr versprochen, dass er sich von Sarah trennen würde. Gleich morgen, nach den Prüfungen. John Paul lachte bitter bei dem Gedanken an diese Worte. Gleich morgen. Ja, das hatte er oft gehört. Doch passiert war es nie. „Craig, woher weiß ich, dass du es dieses Mal ernst meinst?“ Plötzlich konnte er seine eigene Stimme hören. Er schloss die Augen und sah alles wieder genau vor sich. Craig, wie er ihm gegenübersaß. „Ich weiß, was ich will, John Paul. Muss ich es wirklich aussprechen?“ Sein Blick war so wunderschön. So voller Liebe, voller Vertrauen. Und doch hatte er die Bestätigung gewollt, hatte sie gebraucht. „Ich will dich, John Paul.“ Ihre Hände waren zusammen geglitten und Craig hatte die seine zärtlich gestreichelt. Bitter ließ er das Papier auf sein Bett fallen und öffnete seine Augen. Nichts davon war wahr gewesen, alles war eine Lüge. So wie alles immer nur Lügen gewesen waren. Er schaute erneut in die kleine Box, aus der ihn nun viele, kleine Augenpaar entgegenblickte. Mit einem fast versöhnten Lächeln nahm er die Fotos aus der kleinen Box heraus. Sie waren so unbeschwert gewesen, so jung und naiv. Lächelnd betrachtete er die unterschiedlichen Ausdrücke auf ihren Gesichtern. Er konnte sich selber sehen, wie er den dunkelhaarigen Mann neben sich voller Liebe und Verlangen anschaute. Er hatte damals gedacht, er wäre der glücklichste Mann der Welt. Nur weil er bei ihm war. Weil er ihn wollte. Weil er ihn liebte. Langsam drehte er den Fotostreifen um und schaute auf dessen Rückseite. Liebe und Kuss. Das hatte er darauf geschrieben. Liebe und Kuss. Was für eine Lüge. Wie hatte Craig nur jemals über Liebe reden können? Wie hatte er über eine gemeinsame Zukunft sprechen können? Langsam geschah das, was immer passierte, wenn er diese kleine Box öffnete. Sie war fast wie die Büchse der Pandora. Wie seine ganz persönliche Büchse der Pandora. Er konnte seine Wut und seinen Ärger in sich aufsteigen fühlen. Konnte die Traurigkeit in seinem Herzen spüren. Was hatte Craig damals nur alles gemacht? Und warum hatte er, John Paul, das mit sich machen lassen? Hatte er so wenig Selbstachtung, hatte er so wenig Selbstwertgefühl? Wie konnte Craig nur von Liebe sprechen? Liebe ging nicht Hand in Hand mit Lügen, Betrug und Hinterhalten. Liebe war rein, ehrlich und immer wahr. Aber nichts an ihnen war jemals wahr gewesen. Nichts. Nicht für eine Sekunde. Er ertrug es nicht länger. Fast ein wenig wütend klaubte er die Sachen zusammen und wollte sie wieder in die kleine Kiste werfen. Zurück in euer Versteck. Zurück in euer kleines Gefängnis. Geht aus meinem Kopf. Doch grade als er alles wieder hineinstopfen wollte, fiel sein Blick auf einen ganz besonderen Gegenstand. Er verharrte in seiner Bewegung und ließ die Sachen in seiner Hand wieder achtlos fallen. Mechanisch griff er nach dem kleinen, goldenen Gegenstand. Wann hatte er sie das letzte Mal gesehen? Hatte er sie überhaupt schon einmal wieder gesehen, nachdem er sie am Tag seiner Rückkehr in den Karton gepackt hatte? John Paul bezweifelte es. Vorsichtig strich er über das klare Glas, bevor er sie umdrehte und sein Blick das fand, was er so dringend suchte. Love always. „Ich dachte, die Uhr sagt alles?“ Er konnte ihn wieder hören, ja fast vor ihm sehen. Sein Lächeln, seine Augen und… seine Liebe. Ja, er konnte sie sehen. In seinen Augen, auf seinen Lippen, in seinen Worten. Love always. Sie waren vielleicht nicht das vorbildlichste Paar der Welt gewesen, nein, sie waren sicher näher an einer reinen Totalkatastrophe. Aber egal, wie sie sich als Paar geschlagen hatten. Sie hatten sich geliebt. Das hatten sie immer, die ganze Zeit. Egal, wie viele Lügen, Hindernisse, Grenzen darüber lagen. Egal, wie sehr sie sie verdeckten. Sie war immer da. Sie wärmte sie, wenn sie einsam waren. Sie stärkte sie, wenn sie Angst hatten und sie gab ihnen die Kraft, um um sich zu kämpfen. Er lächelte, als er die Uhr um sein Handgelenk legte und den Verschluss schloss. Craig Dean mochte vielleicht grade nicht in seinem Leben sein, doch wer sagte, dass es seine Liebe nicht mehr war?
Love always
Ein leiser Seufzer entkam seiner Kehle, als er die kleine Schachtel aus seinem Schrank nahm. E schaute nicht oft in das kleine Rechteck. Nein, die meiste Zeit wollte er nicht einmal daran denken, dass es dieses kleine bisschen Pappe überhaupt noch gab. Nur am manchen Tagen, ganz selten, da überkam es ihn. Da musste er sie wieder auf dem Schrank holen. Musste die Erinnerungen hervorholen. Sie taten ihm weh, jede Sekunde, jede Minute, die er das kleine Bündel auf seinem Schoss hielt. Aber wenn er ehrlich war, taten sie auch an jedem anderen Zeitpunkt weh. Wenn er sein Aftershave an einem anderen Mann roch, wenn er eins seiner Lieblingslieder hörte oder wenn er einen mehr als fragwürdigen Strickcardigan sah. Es gab tausend Dinge, die ihn an ihn erinnerten. Er war machtlos dagegen. Ein Leben ohne die Erinnerung an Craig Dean hätte ein Leben in einer kleinen Luftblase bedeutet. Denn alles, wirklich alles, erinnerte ihn an ihn. Doch der Inhalt dieser Kiste war etwas ganz anderes. Es war so bestimmt, so wirklich. Es waren die Momente, die in dieser Kiste lagen, die es erst so unerträglich werden ließ. Da lag der Unterschied. Mit etwas zittriger Hand öffnete er den schmalen Deckel. Er traute sich nicht, sofort hineinzusehen. Es bedurfte noch etwas mehr Kraft, etwas mehr Zeit. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Ja, jetzt war er bereit, bereit für seine Vergangenheit. Er ließ seinen Blick nach unten gleiten und sah sie dort liegen. Seine Liebe zu dem Mann, der ihm einst die ganze Welt bedeutet hatte. Sie lag da in vielen kleinen Einzelheiten, die alle eine eigene Geschichte erzählten. Da waren Aufzeichnungen von ihm. Bekritzelt mit irgendwelchen Details für ihre Abschlussprüfungen. John Paul nahm das Papier vorsichtig in seine Hand. Er strich fast zärtlich über die Tinte, die in Craigs etwas krakeliger Handschrift über das Papier verteilt war. Er konnte sich genau daran erinnern, wie er es geschrieben hatte. Es war bei den Deans gewesen, oben in der Wohnung. Sie hatten gelernt oder zumindest so getan. Craig hatte einmal mehr versprochen, dass er sich von Sarah trennen würde. Gleich morgen, nach den Prüfungen. John Paul lachte bitter bei dem Gedanken an diese Worte. Gleich morgen. Ja, das hatte er oft gehört. Doch passiert war es nie. „Craig, woher weiß ich, dass du es dieses Mal ernst meinst?“ Plötzlich konnte er seine eigene Stimme hören. Er schloss die Augen und sah alles wieder genau vor sich. Craig, wie er ihm gegenübersaß. „Ich weiß, was ich will, John Paul. Muss ich es wirklich aussprechen?“ Sein Blick war so wunderschön. So voller Liebe, voller Vertrauen. Und doch hatte er die Bestätigung gewollt, hatte sie gebraucht. „Ich will dich, John Paul.“ Ihre Hände waren zusammen geglitten und Craig hatte die seine zärtlich gestreichelt. Bitter ließ er das Papier auf sein Bett fallen und öffnete seine Augen. Nichts davon war wahr gewesen, alles war eine Lüge. So wie alles immer nur Lügen gewesen waren. Er schaute erneut in die kleine Box, aus der ihn nun viele, kleine Augenpaar entgegenblickte. Mit einem fast versöhnten Lächeln nahm er die Fotos aus der kleinen Box heraus. Sie waren so unbeschwert gewesen, so jung und naiv. Lächelnd betrachtete er die unterschiedlichen Ausdrücke auf ihren Gesichtern. Er konnte sich selber sehen, wie er den dunkelhaarigen Mann neben sich voller Liebe und Verlangen anschaute. Er hatte damals gedacht, er wäre der glücklichste Mann der Welt. Nur weil er bei ihm war. Weil er ihn wollte. Weil er ihn liebte. Langsam drehte er den Fotostreifen um und schaute auf dessen Rückseite. Liebe und Kuss. Das hatte er darauf geschrieben. Liebe und Kuss. Was für eine Lüge. Wie hatte Craig nur jemals über Liebe reden können? Wie hatte er über eine gemeinsame Zukunft sprechen können? Langsam geschah das, was immer passierte, wenn er diese kleine Box öffnete. Sie war fast wie die Büchse der Pandora. Wie seine ganz persönliche Büchse der Pandora. Er konnte seine Wut und seinen Ärger in sich aufsteigen fühlen. Konnte die Traurigkeit in seinem Herzen spüren. Was hatte Craig damals nur alles gemacht? Und warum hatte er, John Paul, das mit sich machen lassen? Hatte er so wenig Selbstachtung, hatte er so wenig Selbstwertgefühl? Wie konnte Craig nur von Liebe sprechen? Liebe ging nicht Hand in Hand mit Lügen, Betrug und Hinterhalten. Liebe war rein, ehrlich und immer wahr. Aber nichts an ihnen war jemals wahr gewesen. Nichts. Nicht für eine Sekunde. Er ertrug es nicht länger. Fast ein wenig wütend klaubte er die Sachen zusammen und wollte sie wieder in die kleine Kiste werfen. Zurück in euer Versteck. Zurück in euer kleines Gefängnis. Geht aus meinem Kopf. Doch grade als er alles wieder hineinstopfen wollte, fiel sein Blick auf einen ganz besonderen Gegenstand. Er verharrte in seiner Bewegung und ließ die Sachen in seiner Hand wieder achtlos fallen. Mechanisch griff er nach dem kleinen, goldenen Gegenstand. Wann hatte er sie das letzte Mal gesehen? Hatte er sie überhaupt schon einmal wieder gesehen, nachdem er sie am Tag seiner Rückkehr in den Karton gepackt hatte? John Paul bezweifelte es. Vorsichtig strich er über das klare Glas, bevor er sie umdrehte und sein Blick das fand, was er so dringend suchte. Love always. „Ich dachte, die Uhr sagt alles?“ Er konnte ihn wieder hören, ja fast vor ihm sehen. Sein Lächeln, seine Augen und… seine Liebe. Ja, er konnte sie sehen. In seinen Augen, auf seinen Lippen, in seinen Worten. Love always. Sie waren vielleicht nicht das vorbildlichste Paar der Welt gewesen, nein, sie waren sicher näher an einer reinen Totalkatastrophe. Aber egal, wie sie sich als Paar geschlagen hatten. Sie hatten sich geliebt. Das hatten sie immer, die ganze Zeit. Egal, wie viele Lügen, Hindernisse, Grenzen darüber lagen. Egal, wie sehr sie sie verdeckten. Sie war immer da. Sie wärmte sie, wenn sie einsam waren. Sie stärkte sie, wenn sie Angst hatten und sie gab ihnen die Kraft, um um sich zu kämpfen. Er lächelte, als er die Uhr um sein Handgelenk legte und den Verschluss schloss. Craig Dean mochte vielleicht grade nicht in seinem Leben sein, doch wer sagte, dass es seine Liebe nicht mehr war?
10 Gründe, warum man Torchwood lieben muss...
Grund 7:
Lange, lange hab ich danach gesucht. Den wirklich richtig guten Grund. Und dabei lag er die ganze Zeit so vor meiner Nase. Nämlich meine absolute Lieblingsszene aller Zeiten. Mit dieser Szene hat meine Obsession damals angefangen und vielleicht kann ich ja noch andere Leute damit anfixen. Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin kein Freund von roher Gewalt oder so. Aber wie Jack und John das da grade fabrizieren. *hhmmhmmm* Aber guckt mal selber. Wer bei dieser Szene nicht ins Schwärmen kommt, hat kein Blut, kein Herz oder keien Augen.
Lange, lange hab ich danach gesucht. Den wirklich richtig guten Grund. Und dabei lag er die ganze Zeit so vor meiner Nase. Nämlich meine absolute Lieblingsszene aller Zeiten. Mit dieser Szene hat meine Obsession damals angefangen und vielleicht kann ich ja noch andere Leute damit anfixen. Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin kein Freund von roher Gewalt oder so. Aber wie Jack und John das da grade fabrizieren. *hhmmhmmm* Aber guckt mal selber. Wer bei dieser Szene nicht ins Schwärmen kommt, hat kein Blut, kein Herz oder keien Augen.
Sonntag, 18. Mai 2008
10 Gründe, warum man Torchwood lieben muss...
Grund 6:
Einfach angucken. Mehr muss man doch einfach nicht wissen, oder? Und ja, es ist ein irrwitziger Zufall, dass mir dieses Video grade jetzt in die Pfoten fällt, wo ich doch grade das schöne James-Vid dazugemacht habe. *haha. Aber mal ganz ehrlich: John Barrowman in Lederhosen springt mit einem sehr, sehr großen Maschinengewehr durch die Welt. Gibt es ein schlagenderes Argument für eine Sendung? Nein, kann es gar nicht geben.
Einfach angucken. Mehr muss man doch einfach nicht wissen, oder? Und ja, es ist ein irrwitziger Zufall, dass mir dieses Video grade jetzt in die Pfoten fällt, wo ich doch grade das schöne James-Vid dazugemacht habe. *haha. Aber mal ganz ehrlich: John Barrowman in Lederhosen springt mit einem sehr, sehr großen Maschinengewehr durch die Welt. Gibt es ein schlagenderes Argument für eine Sendung? Nein, kann es gar nicht geben.
Fanvid: James Sutton - Holding out for a hero
Ja, ich bin begeistert von diesesm Schauspieler. Daran lässt sich wohl nichts mehr wegdiskutieren. Aber er ist einfach mit Abstand das beste, was ich jemals in einer Soap gesehen hab. Daher musste einfach ein Video her. Ein Video, dass den wirklich sehr charmanten und liebenswürdigen Mann hinter John Paul McQueen zeigt.
Where have all the good men gone? Tja, die sind bekannterweise alle schwul oder spielen in einer Seifenoper mit..
Where have all the good men gone? Tja, die sind bekannterweise alle schwul oder spielen in einer Seifenoper mit..
Samstag, 17. Mai 2008
Dero - Mut oder Verzweifelung - OneShot
(Ja, langsam kehrt wieder Normalität ein. Alle grundsätzlichen Sachen bei den FagHags laufen und so kann ich mich endlich, endlich wieder dem schreiben widment. Rausgekommen ist dabei heute ein kleiner Oneshot. Hoffe, es gefällt.)
Mut oder Verzweifelung
Mit einem traurigen Lächeln ließ er sich noch etwas tiefer in seinen Sessel zurückfallen. Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas und ließ seinen Blick wieder zurück zu seinem heimlichen Ziel gleiten. Gewand und geschmeidig bewegte sich Deniz mit den anderen Models der Steinkamps und lächelte verführerisch in die Kamera. Ein Lächeln, das einen kleinen Stich in seinem Herzen hinterließ. Ja, es gab eine Zeit, da war dieses Lächeln für ihn bestimmt gewesen. Er hatte es sehen können. Jeden Tag, jeden Abend, jede Nacht. Es war nur für ihn gewesen. Es war sein Antrieb, seine Energie, sein Glück. Doch heute galt dieses Lächeln nicht mehr ihm. Es gehörte ihm nicht mehr. Er hatte es verloren. Er wusste bis heute nicht, wie und wenn er ehrlich war, so war eigentlich das, das Schlimmste daran. Er glaubte dem dunkelhaarigen, jungen Mann keine Sekunde, dass er ihn nicht mehr liebte. Nein, sein Herz wusste einfach, dass dies nicht wahr sein konnte. Egal, wie oft sein Kopf ihm versuchte zu sagen, dass es keinen Sinn mehr machte, dass er aufgeben musste. Sein Herz schlug nur noch mehr für ihn, sehnte sich nur noch mehr. Egal, was er getan hatte, egal, wie sehr er ihn verletzt hatte. Es änderte nicht daran, dass er immer noch alles war, was er wollte. Er wollte ihn fühlen, wollte ihn spüren, küssen. Wollte mit ihm lachen, mit ihm weinen. Alles mit ihm teilen, alles mit ihm erleben. Ihm alle doofen Scherze erzählen, die Ingo ihm den Tag über an den Kopf geworfen hatte, alle Unmöglichkeiten bereichten, die Jenny wieder angestellt hatte. Doch das alles war nicht mehr. Er war allein und es blieb ihm nur noch die Erinnerung. Eine Erinnerung, die ihn gleichzeitig schmerzte und doch auch erst lebendig machte. War das ein wenig irrational? War es etwas vernunftwidrig? Vielleicht. Aber wer hat jemals gesagt, dass Herzen Sinn machen müssen? Nein, er war sich sicher: diese Erinnerungen würde ihn aufrecht halten. Aufrecht halten, bis der wunderschöne Mann, die Liebe seines Lebens, wieder zurück zu ihm finden würde. Und das würde er. Er wusste es. Tief in seinem Herzen konnte er es fühlen. Ihre Seelen waren immer noch eins, ihre Herzen schlugen immer noch im selben Takt. Nein, das konnte sich nicht ändern, würde sich nicht ändern. Er wusste, dass er ihn gehen lassen musste. Es tat ihm weh, aber nur so, nur so würde er wieder zu ihm zurück kommen. Würde erkennen, was er wollte, würde sehen, wen er eigentlich liebte. Er wusste, wie seine Wahl ausfallen würde. Er wusste, dass er wieder kommen würde. Aber die Zeit bis dahin. Das war die wahre Qual. Aber hieß es nicht, dass Liebe auch Leid sei? Ja, das war sie. Mit einem bitteren Lächeln konnte er das bestätigen. Sie brach ihm sein Herz, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Mit jedem Kuss, den Deniz nicht mit ihm austauschte, mit jeder Berührung, mit jedem Lachen. Es waren seine Lachen, die Deniz dort so unberechtigt mit jemand anderem teilte. Es waren seine Küsse, seine Berührungen. Nein, es war nicht fair. Aber wer hatte gesagt, dass Liebe jemals fair sei? Nein, mit fair hatte dies hier alles schon lange nichts mehr zu tun. War es fair, dass er sich jeden Abend in den Schlaf weinte? War es fair, dass er sich nur noch wie eine Hülle fühlte? War es fair, dass er das Gefühl hatte, die zweite Hälfte seines Herzens zu vermissen? Nein, ganz sicher nicht. Aber was blieb ihm? Kann man sich entlieben? Wollte er das? Ein Leben ohne diese dunklen Augen, ohne das freche Grinsen, ohne diesen wunderbaren Humor? War so ein Leben nicht eigentlich noch schlimmer als es das jetzt schon war? War es das Warten nicht wert? War er das Warten nicht wert? Er hob den Kopf und schaute wieder zu dem kleinen Photoshooting vor seinen Augen. Er betrachtete ihn aufmerksam. Nahm jedes Detail, jede Kleinigkeit in sich auf. Als sich ihre Augen wie durch Zufall trafen, wusste er es. Er war jedes Warten dieser Welt wert. Und wenn er bis ans Ende seines Tage warten müsste. Er war jede Sekunde wert.
Mut oder Verzweifelung
Mit einem traurigen Lächeln ließ er sich noch etwas tiefer in seinen Sessel zurückfallen. Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas und ließ seinen Blick wieder zurück zu seinem heimlichen Ziel gleiten. Gewand und geschmeidig bewegte sich Deniz mit den anderen Models der Steinkamps und lächelte verführerisch in die Kamera. Ein Lächeln, das einen kleinen Stich in seinem Herzen hinterließ. Ja, es gab eine Zeit, da war dieses Lächeln für ihn bestimmt gewesen. Er hatte es sehen können. Jeden Tag, jeden Abend, jede Nacht. Es war nur für ihn gewesen. Es war sein Antrieb, seine Energie, sein Glück. Doch heute galt dieses Lächeln nicht mehr ihm. Es gehörte ihm nicht mehr. Er hatte es verloren. Er wusste bis heute nicht, wie und wenn er ehrlich war, so war eigentlich das, das Schlimmste daran. Er glaubte dem dunkelhaarigen, jungen Mann keine Sekunde, dass er ihn nicht mehr liebte. Nein, sein Herz wusste einfach, dass dies nicht wahr sein konnte. Egal, wie oft sein Kopf ihm versuchte zu sagen, dass es keinen Sinn mehr machte, dass er aufgeben musste. Sein Herz schlug nur noch mehr für ihn, sehnte sich nur noch mehr. Egal, was er getan hatte, egal, wie sehr er ihn verletzt hatte. Es änderte nicht daran, dass er immer noch alles war, was er wollte. Er wollte ihn fühlen, wollte ihn spüren, küssen. Wollte mit ihm lachen, mit ihm weinen. Alles mit ihm teilen, alles mit ihm erleben. Ihm alle doofen Scherze erzählen, die Ingo ihm den Tag über an den Kopf geworfen hatte, alle Unmöglichkeiten bereichten, die Jenny wieder angestellt hatte. Doch das alles war nicht mehr. Er war allein und es blieb ihm nur noch die Erinnerung. Eine Erinnerung, die ihn gleichzeitig schmerzte und doch auch erst lebendig machte. War das ein wenig irrational? War es etwas vernunftwidrig? Vielleicht. Aber wer hat jemals gesagt, dass Herzen Sinn machen müssen? Nein, er war sich sicher: diese Erinnerungen würde ihn aufrecht halten. Aufrecht halten, bis der wunderschöne Mann, die Liebe seines Lebens, wieder zurück zu ihm finden würde. Und das würde er. Er wusste es. Tief in seinem Herzen konnte er es fühlen. Ihre Seelen waren immer noch eins, ihre Herzen schlugen immer noch im selben Takt. Nein, das konnte sich nicht ändern, würde sich nicht ändern. Er wusste, dass er ihn gehen lassen musste. Es tat ihm weh, aber nur so, nur so würde er wieder zu ihm zurück kommen. Würde erkennen, was er wollte, würde sehen, wen er eigentlich liebte. Er wusste, wie seine Wahl ausfallen würde. Er wusste, dass er wieder kommen würde. Aber die Zeit bis dahin. Das war die wahre Qual. Aber hieß es nicht, dass Liebe auch Leid sei? Ja, das war sie. Mit einem bitteren Lächeln konnte er das bestätigen. Sie brach ihm sein Herz, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Mit jedem Kuss, den Deniz nicht mit ihm austauschte, mit jeder Berührung, mit jedem Lachen. Es waren seine Lachen, die Deniz dort so unberechtigt mit jemand anderem teilte. Es waren seine Küsse, seine Berührungen. Nein, es war nicht fair. Aber wer hatte gesagt, dass Liebe jemals fair sei? Nein, mit fair hatte dies hier alles schon lange nichts mehr zu tun. War es fair, dass er sich jeden Abend in den Schlaf weinte? War es fair, dass er sich nur noch wie eine Hülle fühlte? War es fair, dass er das Gefühl hatte, die zweite Hälfte seines Herzens zu vermissen? Nein, ganz sicher nicht. Aber was blieb ihm? Kann man sich entlieben? Wollte er das? Ein Leben ohne diese dunklen Augen, ohne das freche Grinsen, ohne diesen wunderbaren Humor? War so ein Leben nicht eigentlich noch schlimmer als es das jetzt schon war? War es das Warten nicht wert? War er das Warten nicht wert? Er hob den Kopf und schaute wieder zu dem kleinen Photoshooting vor seinen Augen. Er betrachtete ihn aufmerksam. Nahm jedes Detail, jede Kleinigkeit in sich auf. Als sich ihre Augen wie durch Zufall trafen, wusste er es. Er war jedes Warten dieser Welt wert. Und wenn er bis ans Ende seines Tage warten müsste. Er war jede Sekunde wert.
Freitag, 16. Mai 2008
Das Geheimnis wird gelüftet.
Gibt es einen besseren Tag mein großes Geheimnis, was mich schon seit zwei Wochen vom Fanfic schreiben abhält, zu lüften als heute? Nein, ich denke, der McDeanTag ist der perfekte Zeitpunkt. Dann wollen wir mal.
Denn das Herzchen hat gebastelt. Nachdem ich in so kurzer Zeit irgendwie über 100 Beiträge auf diesem Blog hatte, dachte ich mir: Nein, meine Liebe, das wird zu viel. Also gibt es jetzt eine richtige, große, offizielle Homepage. Und damit ich das alles nicht alleine machen muss, hab ich mir Unterstützung mit an Bord geholt. Und was für welche. *stolz auf ihre Mädels ist*
Worum geht es dort auf der Seite? Es geht um die wunderbaren Gays of daytime. Wir sammeln dort alles mögliche an Informationen rund um diese wunderbare Schnuckelbande und ein Forum mit Tonnen von Fanart gibt es auch. Es ist ein gaaaaaanz kleines bisschen so, wie der grandiose Gays of Daytime Blog. Nur bei uns bleibt alles auf deutsch. Und der andere Unterschied: Wir sind alles Mädchen und nicht wirklich selber betroffen. Daher auch der klangvolle Name: Fag Hags.
Wenn jetzt wer neugierig geworden ist, dann surft doch einfach mal rüber.
Fag Hags
Denn das Herzchen hat gebastelt. Nachdem ich in so kurzer Zeit irgendwie über 100 Beiträge auf diesem Blog hatte, dachte ich mir: Nein, meine Liebe, das wird zu viel. Also gibt es jetzt eine richtige, große, offizielle Homepage. Und damit ich das alles nicht alleine machen muss, hab ich mir Unterstützung mit an Bord geholt. Und was für welche. *stolz auf ihre Mädels ist*
Worum geht es dort auf der Seite? Es geht um die wunderbaren Gays of daytime. Wir sammeln dort alles mögliche an Informationen rund um diese wunderbare Schnuckelbande und ein Forum mit Tonnen von Fanart gibt es auch. Es ist ein gaaaaaanz kleines bisschen so, wie der grandiose Gays of Daytime Blog. Nur bei uns bleibt alles auf deutsch. Und der andere Unterschied: Wir sind alles Mädchen und nicht wirklich selber betroffen. Daher auch der klangvolle Name: Fag Hags.
Wenn jetzt wer neugierig geworden ist, dann surft doch einfach mal rüber.
Fag Hags
Happy McDeanDay
Ja, heute vor einem Jahr war es endlich so weit.. Der lang ersehnte, erste, richtige Kuss zwischen den beiden Schnuckeln Craig und John Paul. Und es sollte nicht bei diesem Kuss bleiben. Damit begann die schönste Liebesgeschichte, die ich jemals im Fernsehen anschauen durfte.
Auf ein baldiges Sunset Ending und das das wieder zusammenkommt, was zusammengehört.
Auf ein baldiges Sunset Ending und das das wieder zusammenkommt, was zusammengehört.
Donnerstag, 8. Mai 2008
Große Ereignisse..
Ich weiß, ich vernachlässige das Blog hier grade etwas. Aber ich kann schonmal ein bisschen was flüstern: das Herzchen plant nämlich was. Ihr könnt gespannt sein. Und das wird richtig, richtig groß. :-D
Montag, 5. Mai 2008
Dero - Negativ - Part 1
Tja, ich kann es ja immer nicht ganz lange lassen. Ein Dero-Projekt muss ich immer am laufen haben. Und da ich gestern ja mein aktuelle beendet habe, gibt es jetzt wieder ein neues.
Aber wo fangen wir hier an? Deniz hat grade Marian und Nadja in der 7 überrascht. Aber was wäre wohl passiert, wenn einige Dinge ganz anders verlaufen wären? Naja, lasst euch überraschen..
Negativ - Part 1
„Ach und wo wir grade so ehrlich miteinander sind…“ Er schaute Marian mit einem Grinsen an. „Ich bin im Übrigen schwul. Ich hoffe, du nimmst das nicht ganz so schwer wie meine werte Erzeugerin. Aber das schaffst du schon, Dad.“ Er klopfte Marian ermunternd auf die Schulter, schnappte sich Wohnungsschlüssel und seinen Rücksack und war verschwunden. Marian sah ihm nur schockiert hinterher.
Mit einem Grinsen dachte Deniz an seine Ankunft in Essen zurück. Vielleicht war es nicht die beste Idee gewesen, seinem Vater seine Homosexualität so vor die Füße zu werfen, aber er war es einfach nur leid. Er hatte keinen Bock mehr auf Versteckspiele, heimliche Treffen. Nein, er wollte sein Leben leben und zwar zu seinen Bedingungen. Nicht zu denen seiner Mutter und schon gar nicht zu denen seines wunderbaren Stiefpapis. Nein, er wusste, wer er war und er wusste, was er war. Und er sah nicht, was daran auch nur eine Sekunde falsch sein sollte. Es war das, was er nun mal war. Und es machte ihn glücklich. Warum sollte er sich also dafür schämen, sich verstecken? Nur, weil andere Menschen damit vielleicht ein Problem hatten? Nein, so war er nicht. So würde er nie sein. Er wollte kein Leben hinter Lügengebilden und im Verborgenen. Er war jung und er liebte das Leben. Und er wollte es einfach nur genießen, wie alle Teenager das tun. Und deshalb war er auch nach Essen gekommen. Daheim im konservativen München hatte er das Gefühl, es würde ihm die Luft abschnüren. Oder sollte er eher sagen, sie würde ihm die Luft abschnüren? Seine Mutter hatte überhaupt nicht damit umgehen können, als er ihr an einem sonnigen Morgen gebeichtet hatte, dass Mädchen nicht so unbedingt das waren, was er wollte. Sie hatte fast einen ganzen Monat nicht mehr mit ihm gesprochen. Die dummen Bemerkungen ihrer frisch Angetrauten am Frühstückstisch hatte er zähneknirschend ertragen. Doch ihr Schweigen, das hatte ihm wirklich verletzt. Doch sollte er für sie unglücklich werden? Sollte er sich für sie verstellen? Sollte nicht sie, seine Mutter, einfach glücklich sein, wenn er es doch war? Nach einer Weile hatte sie sich langsam beruhigt. Sie begann wieder zögerlich mit ihm zu sprechen. Doch die Nähe, die sie einmal verbunden hatte, war fort. Er fühlte sich wie ein ungebetener Gast in seinem eigenen zu Hause. Aber zu Hause? Nein, das war es schon lange nicht mehr. Irgendwann begann sie die absonderlichsten Regeln aufzustellen, die darin gipfelten, dass er nicht mehr alleine mit einem Kumpel in sein Zimmer durfte. Er hatte alles schweigend ertragen. Bis sie ihn mit Micha in der Stadt gesehen hatte. Es lief nicht einmal was mit Micha. Sie waren nur Freunde. Doch seine Mutter hatte einfach ein unglaublich gutes Timing. Und so überraschte sie sie ausgerechnet, als sie sich zur Verabschiedung umarmten. In dem Moment hatte sie nichts gesagt, doch als Deniz nach Hause kam, stand sein gepackter Rucksack an der Wohnungstür. Mit kurzen Worten sagte sie, dass er nach Essen zu seinem Vater sollte. Sollte er sich doch mit dem missratenden Sprössling rumschlagen, bevor er hier noch Schande über die gesamte Familie brachte. Im ersten Moment war er schockiert. Ja, verletzt. Doch auf der langen Zugfahrt von München nach Essen war seine Trauer über den Verlust seiner Familie in Freude umgeschlagen. Ja, in Essen würde er alles anders machen. Er würde Marian gleich von Anfang an sagen, was Sache war. Er wusste, dass es seinem türkischen Vater nicht leicht fallen würde, ihn so zu akzeptieren. Aber er war immer noch sein Sohn und so sehr Marian auch auf Ehre und Stolz wert legte, so wusste Deniz doch immer eins: Er liebte seinen Sohn über alles. Und er würde es verstehen. Wenn das der Weg war, den Deniz gewählt hatte, um glücklich zu sein, dann war das okay. Dann würde Marian damit leben können. Ja, in Essen würde er neu anfangen. Keine Versteckspiele mehr, nur noch er und sein neues Leben.
Aber wo fangen wir hier an? Deniz hat grade Marian und Nadja in der 7 überrascht. Aber was wäre wohl passiert, wenn einige Dinge ganz anders verlaufen wären? Naja, lasst euch überraschen..
Negativ - Part 1
„Ach und wo wir grade so ehrlich miteinander sind…“ Er schaute Marian mit einem Grinsen an. „Ich bin im Übrigen schwul. Ich hoffe, du nimmst das nicht ganz so schwer wie meine werte Erzeugerin. Aber das schaffst du schon, Dad.“ Er klopfte Marian ermunternd auf die Schulter, schnappte sich Wohnungsschlüssel und seinen Rücksack und war verschwunden. Marian sah ihm nur schockiert hinterher.
Mit einem Grinsen dachte Deniz an seine Ankunft in Essen zurück. Vielleicht war es nicht die beste Idee gewesen, seinem Vater seine Homosexualität so vor die Füße zu werfen, aber er war es einfach nur leid. Er hatte keinen Bock mehr auf Versteckspiele, heimliche Treffen. Nein, er wollte sein Leben leben und zwar zu seinen Bedingungen. Nicht zu denen seiner Mutter und schon gar nicht zu denen seines wunderbaren Stiefpapis. Nein, er wusste, wer er war und er wusste, was er war. Und er sah nicht, was daran auch nur eine Sekunde falsch sein sollte. Es war das, was er nun mal war. Und es machte ihn glücklich. Warum sollte er sich also dafür schämen, sich verstecken? Nur, weil andere Menschen damit vielleicht ein Problem hatten? Nein, so war er nicht. So würde er nie sein. Er wollte kein Leben hinter Lügengebilden und im Verborgenen. Er war jung und er liebte das Leben. Und er wollte es einfach nur genießen, wie alle Teenager das tun. Und deshalb war er auch nach Essen gekommen. Daheim im konservativen München hatte er das Gefühl, es würde ihm die Luft abschnüren. Oder sollte er eher sagen, sie würde ihm die Luft abschnüren? Seine Mutter hatte überhaupt nicht damit umgehen können, als er ihr an einem sonnigen Morgen gebeichtet hatte, dass Mädchen nicht so unbedingt das waren, was er wollte. Sie hatte fast einen ganzen Monat nicht mehr mit ihm gesprochen. Die dummen Bemerkungen ihrer frisch Angetrauten am Frühstückstisch hatte er zähneknirschend ertragen. Doch ihr Schweigen, das hatte ihm wirklich verletzt. Doch sollte er für sie unglücklich werden? Sollte er sich für sie verstellen? Sollte nicht sie, seine Mutter, einfach glücklich sein, wenn er es doch war? Nach einer Weile hatte sie sich langsam beruhigt. Sie begann wieder zögerlich mit ihm zu sprechen. Doch die Nähe, die sie einmal verbunden hatte, war fort. Er fühlte sich wie ein ungebetener Gast in seinem eigenen zu Hause. Aber zu Hause? Nein, das war es schon lange nicht mehr. Irgendwann begann sie die absonderlichsten Regeln aufzustellen, die darin gipfelten, dass er nicht mehr alleine mit einem Kumpel in sein Zimmer durfte. Er hatte alles schweigend ertragen. Bis sie ihn mit Micha in der Stadt gesehen hatte. Es lief nicht einmal was mit Micha. Sie waren nur Freunde. Doch seine Mutter hatte einfach ein unglaublich gutes Timing. Und so überraschte sie sie ausgerechnet, als sie sich zur Verabschiedung umarmten. In dem Moment hatte sie nichts gesagt, doch als Deniz nach Hause kam, stand sein gepackter Rucksack an der Wohnungstür. Mit kurzen Worten sagte sie, dass er nach Essen zu seinem Vater sollte. Sollte er sich doch mit dem missratenden Sprössling rumschlagen, bevor er hier noch Schande über die gesamte Familie brachte. Im ersten Moment war er schockiert. Ja, verletzt. Doch auf der langen Zugfahrt von München nach Essen war seine Trauer über den Verlust seiner Familie in Freude umgeschlagen. Ja, in Essen würde er alles anders machen. Er würde Marian gleich von Anfang an sagen, was Sache war. Er wusste, dass es seinem türkischen Vater nicht leicht fallen würde, ihn so zu akzeptieren. Aber er war immer noch sein Sohn und so sehr Marian auch auf Ehre und Stolz wert legte, so wusste Deniz doch immer eins: Er liebte seinen Sohn über alles. Und er würde es verstehen. Wenn das der Weg war, den Deniz gewählt hatte, um glücklich zu sein, dann war das okay. Dann würde Marian damit leben können. Ja, in Essen würde er neu anfangen. Keine Versteckspiele mehr, nur noch er und sein neues Leben.
JPK - Fanvideos von ausserhalb
Und heute wieder mal etwas neues aus der Reihe "Videos, die die Welt ganz sicher braucht".. Und zwar geht es heute mal um die zauberhaften Videos von Kiwi. Sie ist schon ziemlich lange in der ganzen Hollyoaks-Fan-Welt aktiv und ihre Kommentare sind einfach großartig. Sie hat auf der John-Paul-McQueen-Seite auch ihre eigene Rubrik, wo sie die einzelnen Episoden kommentiert. Ich schwöre bei Gott, ich hab selten so viel gelacht. Und von Zeit zu Zeit macht Kiwi sich die Mühe und zeigt und The RealHollyoaks. Aber schaut es euch einfach selbst mal an. *zwinker*
Dero - 10 Ansichten von Liebe - Dero
(So, da wäre es also, das Finale.. Diese Geschichte hat mir wirklich Spaß gemacht. Es war irgendwie mal etwas anderes, immer wieder in andere Rollen zu schlüpfen und praktisch kleine Tagebucheinträge vorzunehmen. Aber alles schöne hat einfach mal ein Ende. Wobei ich hierbei grade fast ein wenig traurig darüber bin. *lach.. Aber ich hab bald sicher wieder eine neue merkwürdige Idee und dann könnt ihr euch wieder über neue Schwachsinnigkeiten freuen.. )
Dero
Ich schmecke seinen Lippen auf den meinen. Dieser ganz eigene Geschmack. So schmeckt nur er. Und nur er schafft es, dass mir meine Knie weich werden mit nur einem Blick. War ich schon einmal so verliebt? Nein, das kann nicht sein. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas gefühlt, was auch nur ansatzweise dasselbe wäre. Es verschlägt mir den Atem, lässt mein Herz tanzen und raubt mir so oft den Schlaf. Ich will ihn sehen, will ihn spüren. Jeden Tag, jede Nacht. Ich ertrage Menschen selten mit Leichtigkeit, doch mit ihm würde ich auf der Stelle bis zum Rest meiner Tage zusammen sein. Er würde mich nie nerven. Er würde mir nie zu viel werden. Das ist mehr als ich je von einem anderen Menschen sagen konnte. Doch wenn ich ehrlich bin, dann ist er eh mehr als ich jemals von einem anderen Menschen erwartet hätte. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist. So eine Liebe, so ein Vertrauen, so ein Verlangen. Ich bin immer noch erschrocken, dass ich nach all den Jahren immer noch nur einen Blick brauche und schon ist alles wieder da und ich kann meine Hände nur schwer zurückhalten. Natürlich haben wir uns verändert. Wir sind älter geworden. Vielleicht sind wir sogar alt geworden. Aber unsere Liebe ist immer noch so jung wie an dem Tag als wir uns das erste Mal sahen. Manchmal frage ich mich, ob diese Liebe wohl jemals altern wird? Ob das Feuer in uns beiden jemals schwächer werden wird? Doch ein Blick in seine Augen genügt und ich weiß, dass diese Liebe für immer ist. Sie ist mein Schicksal. Und ich war nie glücklicher.
Dero
Ich schmecke seinen Lippen auf den meinen. Dieser ganz eigene Geschmack. So schmeckt nur er. Und nur er schafft es, dass mir meine Knie weich werden mit nur einem Blick. War ich schon einmal so verliebt? Nein, das kann nicht sein. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas gefühlt, was auch nur ansatzweise dasselbe wäre. Es verschlägt mir den Atem, lässt mein Herz tanzen und raubt mir so oft den Schlaf. Ich will ihn sehen, will ihn spüren. Jeden Tag, jede Nacht. Ich ertrage Menschen selten mit Leichtigkeit, doch mit ihm würde ich auf der Stelle bis zum Rest meiner Tage zusammen sein. Er würde mich nie nerven. Er würde mir nie zu viel werden. Das ist mehr als ich je von einem anderen Menschen sagen konnte. Doch wenn ich ehrlich bin, dann ist er eh mehr als ich jemals von einem anderen Menschen erwartet hätte. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist. So eine Liebe, so ein Vertrauen, so ein Verlangen. Ich bin immer noch erschrocken, dass ich nach all den Jahren immer noch nur einen Blick brauche und schon ist alles wieder da und ich kann meine Hände nur schwer zurückhalten. Natürlich haben wir uns verändert. Wir sind älter geworden. Vielleicht sind wir sogar alt geworden. Aber unsere Liebe ist immer noch so jung wie an dem Tag als wir uns das erste Mal sahen. Manchmal frage ich mich, ob diese Liebe wohl jemals altern wird? Ob das Feuer in uns beiden jemals schwächer werden wird? Doch ein Blick in seine Augen genügt und ich weiß, dass diese Liebe für immer ist. Sie ist mein Schicksal. Und ich war nie glücklicher.
Dero - 10 Ansichten von Liebe - Roman
Roman
Müde gähne ich und reibe mir die Augen. Die Sonne steht schon ziemlich hoch am Himmel und verrät mir, dass ich mein Krafttraining sicher schon verpasst hab. Aber ich hab es nicht eilig aus diesem Bett zu kommen. Dann hab ich das Training eben verpasst. Und? Unglaublich, dass diese Gedanken wirklich von mir kommen. Bis vor einiger Zeit wären sie absolut unmöglich gewesen. Ich hätte niemals ein Training verpasst. Nicht mal eine schwere Erkältung konnte mich davon abhalten. Wie oft hat Mike mich schon nach Hause geschickt, weil ich eigentlich gar nicht in der Verfassung war zu trainieren. Doch das alles ist jetzt anderes. Ich bin anders. Und ich befürchte, an dieser Änderung ist der junge Mann, der da neben mir so selig schnarcht, nicht ganz unschuldig. Mit einem Lächeln schaue ich zu ihm hinüber und registriere amüsiert, dass er seinen Kopf einmal mehr unter dem Kissen hat, anstatt ihn wie andere Menschen auf dem Kissen zu drapieren. Ja, er ist schon was Besonderes. Das wusste ich schon in dem Moment, als ich ihn das erste Mal gesehen hab. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas mal passiert. Ich hatte Liebe auf den ersten Blick immer für einen Mythos gehalten. Aber als er damals so cool und lässig zur Pommesschranke gelaufen kam, da war es um mich geschehen. Ich hab ihn nur einmal lächeln sehen müssen und ich war verloren. Ich weiß, das klingt furchtbar kitschig und süß. Und ja, manch einer wird sagen, dass passt zur Schwuchtel. Aber nein, eigentlich bin ich nicht der Typ für so was. Klar, ich bin schon romantisch und so was. Ich stehe total auf Mädchenfilmzeug und heule mir bei Titanic mit Anette jedes Mal die Augen aus. Aber das ist was anderes. Wenn es daran geht, mein Herz zu verschenken, dann bin ich anders. Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber eigentlich ist es schwer mein Herz zu rühren. Wenn man es dann aber geschafft hat, dann ist es treu und ewig für den anderen da. Das betrifft Freunde und auch die Liebe. Doch Deniz hat das unmögliche geschafft. Er hat mein Herz im Sturm genommen. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, was es heißt, diesen ungestümen und vor allem viel zu jungen Mann zu lieben. Und egal, wie sehr ich seitdem dagegen angekämpft habe, ich konnte nicht damit aufhöre. Ich sage ja, dass ist das Problem mit meinem Herz. Wenn es erst berührt wurde, dann ist es treu. Aber wenn ich jetzt neben mich schaue und Deniz sich dort mit einem Grummeln von einer Seite auf die andere schmeißt, dann weiß ich, dass mein Herz das Richtige getan hat. Es hat nicht aufgegeben. Und um nichts in der Welt würde ich diesen Moment jetzt eintauchen wollen. Würde ich keinen Moment mit Deniz jemals hergeben wollen. Nein, gegen nichts in der Welt. Selbst wenn wir streiten, bin ich froh, dass ich mit IHM streite. Außerdem gibt es ja immer noch die Versöhnung. Ich muss grinsen, als das Wort Versöhnung durch meinen Kopf huscht. Genau das hat uns doch erst hierhin gebracht. Gestern Abend. Dieser Streit über irgendwelche Nichtigkeiten. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, worum es eigentlich ging. Aber an die Nacht, an die kann ich mich gut erinnern. Und daran, dass es draußen schon fast hell war, als wir endlich geschlafen haben. Mit einem Lächeln versuche ich noch etwas näher an Deniz heranzurutschen, was bei seinen abenteuerlichen Schlafgewohnheiten gar nicht so einfach ist. Aber ich bin das schon gewohnt. Mit einem gekonnten Griff hebe ich seinen Arm und schlüpfe hinunter. Er liegt jetzt praktisch auf meiner Brust. Er schläft zwar immer noch, doch kaum hat er im Schlaf meinen warmen Körper bemerkt, zieht er ihn auch schon näher an sich heran. Macht er das unbewusst? Ist ihm das alles schon so sehr in Fleisch und Blut übergegangen? Ich drücke ihn einen sanften Kuss auf das Haar. Die ungewohnte Berührung scheint ihn ausgeweckt zu haben. Mit einem kleinen Grunzen beginnt er sich zu strecken und murmelt irgendetwas Unverständliches in sein Kissen. „Gute Morgen, mein Schatz.“ Hauche ich ihm ins Ohr, was ein Stückchen unter dem Kissen hervorlugt. Doch wenn ich jetzt eine ebenso romantische Begrüßung erwarten würde, wäre ich sicher bitter enttäuscht. Deniz grunzt nur erneut und bugsiert das Kissen wieder komplett auf seinen Kopf. „Schatz.“ Ich rüttle ihn zärtlich an. „Du musst aufstehen. Es ist schon fast zwölf.“ „Nur noch fünf Minuten.“ Die Stimme unter dem Kissen klingt schläfrig und flehend. Ich muss lachen. Fehlt eigentlich nur noch, dass er Mutti dahinter hängt. Doch so leicht lass ich ihn nicht davonkommen. Ich hab so meine Methoden. Als erstes wird das Kissen genommen. Deniz versucht sich zu wehren, doch ist er immer noch zu schlaftrunken, um wirklich Gegenwehr leisten zu können. Mit zusammengekniffenen Augen versucht er verzweifelt unter mein Kissen zu schlüpfen, um dem hellen Tageslicht noch etwas länger zu entfliehen. „Nix da. Das ist mein Kissen.“ „Dann hättest du mir vielleicht meins nicht wegnehmen sollen.“ Er klingt grantig, aber immerhin nicht mehr verschlafen. „Och, ist mein Kleiner jetzt beleidigt?“ Mein Mitleid hält sich wahrlich in Grenzen. Doch er bringt nur ein trotziges Ja hervor, was mich wieder zum Lachen bringt. „Na, vielleicht sollte ich es dann wieder gut machen.“ Der Klang meiner Stimme lässt Deniz aufhorchen. Sein gesamter Körper spannt sich an. Vorsichtig öffnet er die Augen und schaut mich an. Es braucht nur einen Blick in mein Gesicht, um ihm zu sagen, was ich eigentlich möchte. Mit einem Grinsen im Gesicht stützt er sich auf und kommt so auf Augenhöhe mit mir. „Na, was schwebt dir denn da so vor? Kissenraub ist eine wirklich schwere Straftat. Da musst du dir schon was für einfallen lassen.“ Von Müdigkeit ist jetzt keine Spur mehr, doch ich weiß, dass wir trotzdem in nächster Zeit nicht aus dem Bett kommen werden. Aber warum auch? Dieses Bett und seine Arme sind der schönste Platz auf Erden. Es gibt nichts, wo ich lieber wäre.
Müde gähne ich und reibe mir die Augen. Die Sonne steht schon ziemlich hoch am Himmel und verrät mir, dass ich mein Krafttraining sicher schon verpasst hab. Aber ich hab es nicht eilig aus diesem Bett zu kommen. Dann hab ich das Training eben verpasst. Und? Unglaublich, dass diese Gedanken wirklich von mir kommen. Bis vor einiger Zeit wären sie absolut unmöglich gewesen. Ich hätte niemals ein Training verpasst. Nicht mal eine schwere Erkältung konnte mich davon abhalten. Wie oft hat Mike mich schon nach Hause geschickt, weil ich eigentlich gar nicht in der Verfassung war zu trainieren. Doch das alles ist jetzt anderes. Ich bin anders. Und ich befürchte, an dieser Änderung ist der junge Mann, der da neben mir so selig schnarcht, nicht ganz unschuldig. Mit einem Lächeln schaue ich zu ihm hinüber und registriere amüsiert, dass er seinen Kopf einmal mehr unter dem Kissen hat, anstatt ihn wie andere Menschen auf dem Kissen zu drapieren. Ja, er ist schon was Besonderes. Das wusste ich schon in dem Moment, als ich ihn das erste Mal gesehen hab. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas mal passiert. Ich hatte Liebe auf den ersten Blick immer für einen Mythos gehalten. Aber als er damals so cool und lässig zur Pommesschranke gelaufen kam, da war es um mich geschehen. Ich hab ihn nur einmal lächeln sehen müssen und ich war verloren. Ich weiß, das klingt furchtbar kitschig und süß. Und ja, manch einer wird sagen, dass passt zur Schwuchtel. Aber nein, eigentlich bin ich nicht der Typ für so was. Klar, ich bin schon romantisch und so was. Ich stehe total auf Mädchenfilmzeug und heule mir bei Titanic mit Anette jedes Mal die Augen aus. Aber das ist was anderes. Wenn es daran geht, mein Herz zu verschenken, dann bin ich anders. Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber eigentlich ist es schwer mein Herz zu rühren. Wenn man es dann aber geschafft hat, dann ist es treu und ewig für den anderen da. Das betrifft Freunde und auch die Liebe. Doch Deniz hat das unmögliche geschafft. Er hat mein Herz im Sturm genommen. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, was es heißt, diesen ungestümen und vor allem viel zu jungen Mann zu lieben. Und egal, wie sehr ich seitdem dagegen angekämpft habe, ich konnte nicht damit aufhöre. Ich sage ja, dass ist das Problem mit meinem Herz. Wenn es erst berührt wurde, dann ist es treu. Aber wenn ich jetzt neben mich schaue und Deniz sich dort mit einem Grummeln von einer Seite auf die andere schmeißt, dann weiß ich, dass mein Herz das Richtige getan hat. Es hat nicht aufgegeben. Und um nichts in der Welt würde ich diesen Moment jetzt eintauchen wollen. Würde ich keinen Moment mit Deniz jemals hergeben wollen. Nein, gegen nichts in der Welt. Selbst wenn wir streiten, bin ich froh, dass ich mit IHM streite. Außerdem gibt es ja immer noch die Versöhnung. Ich muss grinsen, als das Wort Versöhnung durch meinen Kopf huscht. Genau das hat uns doch erst hierhin gebracht. Gestern Abend. Dieser Streit über irgendwelche Nichtigkeiten. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, worum es eigentlich ging. Aber an die Nacht, an die kann ich mich gut erinnern. Und daran, dass es draußen schon fast hell war, als wir endlich geschlafen haben. Mit einem Lächeln versuche ich noch etwas näher an Deniz heranzurutschen, was bei seinen abenteuerlichen Schlafgewohnheiten gar nicht so einfach ist. Aber ich bin das schon gewohnt. Mit einem gekonnten Griff hebe ich seinen Arm und schlüpfe hinunter. Er liegt jetzt praktisch auf meiner Brust. Er schläft zwar immer noch, doch kaum hat er im Schlaf meinen warmen Körper bemerkt, zieht er ihn auch schon näher an sich heran. Macht er das unbewusst? Ist ihm das alles schon so sehr in Fleisch und Blut übergegangen? Ich drücke ihn einen sanften Kuss auf das Haar. Die ungewohnte Berührung scheint ihn ausgeweckt zu haben. Mit einem kleinen Grunzen beginnt er sich zu strecken und murmelt irgendetwas Unverständliches in sein Kissen. „Gute Morgen, mein Schatz.“ Hauche ich ihm ins Ohr, was ein Stückchen unter dem Kissen hervorlugt. Doch wenn ich jetzt eine ebenso romantische Begrüßung erwarten würde, wäre ich sicher bitter enttäuscht. Deniz grunzt nur erneut und bugsiert das Kissen wieder komplett auf seinen Kopf. „Schatz.“ Ich rüttle ihn zärtlich an. „Du musst aufstehen. Es ist schon fast zwölf.“ „Nur noch fünf Minuten.“ Die Stimme unter dem Kissen klingt schläfrig und flehend. Ich muss lachen. Fehlt eigentlich nur noch, dass er Mutti dahinter hängt. Doch so leicht lass ich ihn nicht davonkommen. Ich hab so meine Methoden. Als erstes wird das Kissen genommen. Deniz versucht sich zu wehren, doch ist er immer noch zu schlaftrunken, um wirklich Gegenwehr leisten zu können. Mit zusammengekniffenen Augen versucht er verzweifelt unter mein Kissen zu schlüpfen, um dem hellen Tageslicht noch etwas länger zu entfliehen. „Nix da. Das ist mein Kissen.“ „Dann hättest du mir vielleicht meins nicht wegnehmen sollen.“ Er klingt grantig, aber immerhin nicht mehr verschlafen. „Och, ist mein Kleiner jetzt beleidigt?“ Mein Mitleid hält sich wahrlich in Grenzen. Doch er bringt nur ein trotziges Ja hervor, was mich wieder zum Lachen bringt. „Na, vielleicht sollte ich es dann wieder gut machen.“ Der Klang meiner Stimme lässt Deniz aufhorchen. Sein gesamter Körper spannt sich an. Vorsichtig öffnet er die Augen und schaut mich an. Es braucht nur einen Blick in mein Gesicht, um ihm zu sagen, was ich eigentlich möchte. Mit einem Grinsen im Gesicht stützt er sich auf und kommt so auf Augenhöhe mit mir. „Na, was schwebt dir denn da so vor? Kissenraub ist eine wirklich schwere Straftat. Da musst du dir schon was für einfallen lassen.“ Von Müdigkeit ist jetzt keine Spur mehr, doch ich weiß, dass wir trotzdem in nächster Zeit nicht aus dem Bett kommen werden. Aber warum auch? Dieses Bett und seine Arme sind der schönste Platz auf Erden. Es gibt nichts, wo ich lieber wäre.
JPC - A New Life - Part 14
Mit einem Lächeln betrachtete Keith den dunkelhaarigen Mann hinter seiner Theke. Ein Außenstehender hätte es vielleicht gar nicht bemerkt, doch er hatte es gesehen. Craig hatte sich verändert. Langsam, fast unmerklich. Er schien nicht mehr so unter Dauerstrom zu stehen und ab und an huschte auch einmal ein richtig ehrliches Lachen über seine Lippen. Keith lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück. Er wusste, dass er einen großen Anteil an dieser Veränderung trug. Er wusste, wie wichtig er und Michael für Craig geworden waren. Seit diesem einen Nachmittag, an dem Craig sich endlich gezeigt hatte, seit diesem Nachmittag war alles anders geworden. Keith wusste, dass Craig immer noch furchtbar unter der Trennung von John Paul litt. Dieser Schmerz würde auch noch eine ganze Zeit bleiben. Doch endlich hatte er jemanden, dem er es erzählen konnte, wenn er wieder einmal die halbe Nacht wach gelegen hatte, weil er zu große Angst vor seinen Träumen hatte, die immer wieder den blonden Mann zurückbrachten. „Hey Craig?“ Der junge Mann schreckte aus seiner Arbeit auf. „Ja?“ „Sag mal, hast du heute Abend eigentlich schon was vor?“ Mit einem Grinsen trat Craig näher an den Teil der Theke, an dem Keith mit seinen Büchern saß. „Ich weiß ja nicht, wie lange mein Sklaventreiber von Chef mich heute hier behalten will.“ Keith konnte sich ebenfalls das Grinsen nicht verkneifen. Ja, Craig hatte sich verändert. „Sklaventreiber. Ich geb dir gleich Sklaventreiber.“ Beide Männer lachten. „Michael und ich wollten nachher noch ins Waves. Hast du Lust?“ Keith schaute ihn fragend an. „Das Waves? Kenn ich gar nicht.“ Keith Blick veränderte sich kaum merklich und er sah Craig forschend an, als er sagte: „Das ist so ziemlich der größte Schwulenclub in Dublin.“ Eigentlich hatte Keith erwartet, dass Craig zusammenzucken würde oder sich irgendwie rausreden würde. Doch Craig nickte nur mit dem Kopf. „Klar, hört sich gut an. Ich bin dabei.“ Unbeeindruckt ging er wieder an seine Arbeit. Ja, Craig Dean hatte sich wirklich verändert.
„Tanzt du gar nicht?“ Craig schaute seinen Chef fragend an. „Nur über meine Leiche.“ Antwortete dieser lachend. „Oder wenn ich sturzbetrunken bin.“ Fröhlich zwinkerte er dem jungen Mann vor sich zu. „Was machst du dann in einem Club? Gehört das hier nicht dazu?“ Craig nahm einen langen Schluck aus seiner Bierflasche und schaute auf die Tanzfläche. „Nah, ich geh hier eigentlich nur Michael zuliebe hin. Mir ist es hier zu laut. Aber hey, du musst hier grade rummosern. Ich hab dich auch noch nicht auf der Tanzfläche gesehen.“ „Erwischt.“ Beide Männer lachten erneut. Craig lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück und ließ seinen Blick durch den großen Raum gleiten. Er hatte nicht erwartet, dass er sich hier so wohl fühlen würde. Aber irgendwie fühlte es sich richtig an. Hier und da erspähte er ein Pärchen, das knutschend an der Theke lehnte. Aber im Großen und Ganzen war es nicht anders, als das was, er von anderen Clubs gewohnt war. Okay, vielleicht war die Männerdichte etwas höher. Er schmunzelte. Wie würde John Paul wohl reagieren, wenn er ihn jetzt sehen würde? Würde er es ihm glauben, wenn er es ihm erzählen würde? Nein, sicher nicht. Eigentlich konnte er es ja selber nicht mal glauben, aber die Zeit mit Michael und Keith hatte ihn irgendwie verändert. Er war entspannter geworden. Er krampfte nicht mehr zusammen, nur weil jemand das Wort schwul in den Mund nahm. Ja, mittlerweile war er sich sogar relativ sicher, was er selbst eigentlich war. Und das fühlte sich ganz fantastisch an. Es würde sicher noch eine Weile dauern, bis er es nicht nur vor sich selber zugeben konnte, aber hey, er fühlte, dass er auf dem richtigen Weg war.
„Tanzt du gar nicht?“ Craig schaute seinen Chef fragend an. „Nur über meine Leiche.“ Antwortete dieser lachend. „Oder wenn ich sturzbetrunken bin.“ Fröhlich zwinkerte er dem jungen Mann vor sich zu. „Was machst du dann in einem Club? Gehört das hier nicht dazu?“ Craig nahm einen langen Schluck aus seiner Bierflasche und schaute auf die Tanzfläche. „Nah, ich geh hier eigentlich nur Michael zuliebe hin. Mir ist es hier zu laut. Aber hey, du musst hier grade rummosern. Ich hab dich auch noch nicht auf der Tanzfläche gesehen.“ „Erwischt.“ Beide Männer lachten erneut. Craig lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück und ließ seinen Blick durch den großen Raum gleiten. Er hatte nicht erwartet, dass er sich hier so wohl fühlen würde. Aber irgendwie fühlte es sich richtig an. Hier und da erspähte er ein Pärchen, das knutschend an der Theke lehnte. Aber im Großen und Ganzen war es nicht anders, als das was, er von anderen Clubs gewohnt war. Okay, vielleicht war die Männerdichte etwas höher. Er schmunzelte. Wie würde John Paul wohl reagieren, wenn er ihn jetzt sehen würde? Würde er es ihm glauben, wenn er es ihm erzählen würde? Nein, sicher nicht. Eigentlich konnte er es ja selber nicht mal glauben, aber die Zeit mit Michael und Keith hatte ihn irgendwie verändert. Er war entspannter geworden. Er krampfte nicht mehr zusammen, nur weil jemand das Wort schwul in den Mund nahm. Ja, mittlerweile war er sich sogar relativ sicher, was er selbst eigentlich war. Und das fühlte sich ganz fantastisch an. Es würde sicher noch eine Weile dauern, bis er es nicht nur vor sich selber zugeben konnte, aber hey, er fühlte, dass er auf dem richtigen Weg war.
Sonntag, 4. Mai 2008
Ollian - Grünäugige Monster - Oneshot
Ungeduldig trommelte Christian auf dem Tresen, während sein Blick niemals den dunkelhaarigen, jungen Mann verließ, der sich am anderen Ende des No Limits unterhielt. „Christian?“ Judiths Stimme schreckte ihn aus seinen Gedanken. „Hm?“ „Mensch, was ist denn mit dir los? Ich versuch jetzt schon seit fünf Minuten eine Cola bei dir zu ordern.“ Judith schaute ihn skeptisch an. Doch Christian schien immer noch nicht wirklich bei der Sache. „Hm? Was? Ach ja, Cola.“ Hektisch nahm er ein Glas und füllte sie mit der braunen Brause. Doch sein Blick heftete immer noch am anderen Ende des Raums und so bemerkte er auch nicht, wie sich der halbe Inhalt der Flasche über seine Hand ergoss. „Ach scheiße.“ Wütend stellte er Flasche und Glas ab und wischte die klebrige Flüssigkeit von seinen Händen. „Christian?“ Judith schaute ihn eindringlich an. „Was denn?“ Seine Stimme klang genervt, doch Judith kannte ihren Mitbewohner zu gut. „Was ist los?“ Christan schaute sie verständnislos an. „Wieso? Alles in Ordnung.“ Doch der Ausdruck in seinen Augen verriet, dass absolut gar nichts in Ordnung war. „Na komm schon. Ich weiß, dass dich was ärgert. Also raus damit.“ Judith blieb hartnäckig. Zögernd schaute er sie an, doch sofort glitt sein Blick wieder zurück zu dem Punkt, den er schon die ganze Zeit betrachtet hatte. Judith folgte seinen Blick und verstand augenblicklich, warum Christian so schlechte Laune hatte. Am anderen Ende der Bar saß Olli mit einem anderen Mann und unterhielt sich anscheinend blendend. Immer wieder fielen die beiden in ein Lachen und gestikulierten wild herum. Beide schienen einen Heidenspaß zu haben. Nur Christian schien das ganze Bild nicht sonderlich zu passen. Lächelnd drehte sich Judith wieder zu Christian. „Du bist ja wohl nicht eifersüchtig, oder?“ Christian schaute sie erschrocken an. Doch auf seinen Zügen lag etwas Ertapptes. „Eifersüchtig? Ich?“ Er lachte auf, doch es klang eine kleine Spur zu schrill, als das man es glauben hätte können. Oh ja, Christian war eifersüchtig, so viel war sicher. Doch Judith wusste, er würde sich eher die Zunge abbeißen, als das zu gestehen. Mit einem Grinsen fragte sie: „Na, was ist es denn dann?“ Christian schüttelte den Kopf. „Nichts, es ist alles okay.“ Lachend zählte Judith in Gedanken bis drei. „Es ist nur…“ Aha, also doch. „Was findet Olli nur an diesem Schleimer? Ich meine, das ist doch gar nicht sein Typ.“ Judith schaute ihn überrascht an. „Wieso sollte er auch? Die beiden unterhalten sich doch nur. Olli ist mit dir zusammen.“ Sie hätte nicht gedacht, dass so eine Erinnerungsstütze von Nöten war. „Ja, aber…“ Christian wand sich immer weiter. Es war offensichtlich, wie sehr ihm die Situation zusetze. „Ja?“ fragte Judith aufmunternd. „Olli hat mich die ganze Zeit kaum beachtet. Er hat nur noch Augen für den Idioten.“ Er sprach leise und Judith hatte Schwierigkeiten ihn über Kneipengeräuschpegel zu verstehen. „Ach Christian. Olli ist nicht so.“ Doch Christian hatte schon wieder zugemacht. „Ach, ist doch auch alles egal.“ Mit mürrischer Miene ging er zurück zur Theke und begann Gläser zu polieren. „Na, Bruderherz. Alles klar hier?“ Mit einem Lächeln betrat Gregor das No Limits und fegte sogleich hinter die Theke. „Ja, ganz großartig. Siehste doch.“ Antwortete Christian maulig. „Oha, was ist dir denn für eine Laus über die Leber gelaufen? Stress mit nem Mädchen?“ Er sah seinen kleinen Bruder zweideutig an. „Boah, Gregor. Halt doch einfach nur das Maul.“ Wütend sah Christian Gregor an, der daraufhin sofort abwehrend die Hände hob. „Ist ja schon gut, ist ja schon gut.“ Verwirrt ging er zu Judith hinüber, die immer noch an der Theke saß. „Hi Judith. Na, wie siehts aus?“ Judith lächelte ihn freundlich an. Sie wusste, dass Gregor ein ausgesprochenes Eckel sein konnte, doch zu ihr war er immer nett gewesen. „Alles klar, und selbst?“ Gregor erwiderte das Lächeln. „Alles palletti“ Ein leises Klirren ließ beide Köpfe herumschnellen. Christian fluchte leise und warf das kaputte Glas in den Mülleimer. Verwundert schaute Gregor zurück zu Judith. „Sag mal, hast du ne Ahnung, was der hat?“ Judith lächelte vielsagend. Doch ihre Antwort war: „Ne, keine Ahnung.“ Etwas lauter fuhr Gregor fort. „Vielleicht braucht er ja einfach nur mal wieder ne gescheite Frau.“ Er lachte leise. „Vielleicht sollte er sich mal ein Beispiel an Olli nehmen. Der scheint ja heute mal richtig Glück zu haben.“ Erneut brach ein Glas in Christians Hand und mit wütender Miene starrte er seinen Bruder an. „Du bist manchmal wirklich ein Arsch.“ Damit warf er sein Handtuch beiseite und verließ aufgebracht das No Limits. Zurück ließ er nur drei Augenpaare, die ihm verwundert nachschauten.
Was war das grade für ein Auftritt gewesen? Er kannte sich selbst so nicht. Ja, er war eifersüchtig. Er war es wirklich. Aber diese Eifersucht hatte alles bisher dagewesene geschlagen. Ja, er war schon immer der eifersüchtige Typ gewesen, aber das, was er da eben gefühlt hatte, als er Olli mit diesem Typen gesehen hatte, das war zu viel gewesen. Am liebsten wäre er zu den beiden hinüber gegangen, hätte seine Arme um Olli geschlungen, ihn geküsst und mit einem Lächeln verkündet, dass dieser gut aussehende Mann ihm gehörte. Ihm ganz allein. Aber nein, dafür war er viel zu feige. Er schaute sich lieber an, wie sein Freund sich fröhlich mit jemand anderen vergnügte. Oh Gott. Was war er nur für ein jämmerlicher Feigling? Kein Wunder also, dass Olli lieber mit anderen flirtete. Wo er es doch schon nicht mit ihm konnte. Und Olli hatte es verdient. Er hatte eine normale Beziehung verdient, nicht so ein Versteckspiel, nicht so einen verdammten Feigling. Er legte seinen Kopf in die Hände und seufzte leise. Ja, Olli hatte so viel mehr verdient als er ihm je geben konnte. Er würde nie der Mann sein, den Olli verdiente. Er war so in seinen Gedanken, dass er gar nicht bemerkt hatte, wie sich leise die Tür zu seinem Zimmer öffnete. Erst als sich die warme Hand auf seinen Rücken legte, schreckte er auf. „Hey.“ Ollis weiche Stimme klang zärtlich und liebevoll. Eigentlich so wie immer, wenn er mit ihm sprach. „Selber hey.“ Christian traute sich nicht einmal hoch zuschauen. „Was war das eben?“ „Ach, du hast das mitbekommen? Ich dachte, du wärst zu sehr beschäftigt mit deiner neuen Eroberung.“ Christians Stimme klang bitter und sie versetzte Olli einen kleinen Stich. „Natürlich hab ich das mitbekommen. Und von welcher Eroberung sprichst du? Die einzige Eroberung, die ich in letzter Zeit gemacht hab, sitzt grade hier neben mir.“ Er lächelte und strich zärtlich mit der Hand über Christians Wange. Doch so leicht konnte Christian das ganze nicht vergessen. „Na, dafür hast du dich aber ganz prächtig mit ihm amüsiert oder? Ich bin richtig verwundert, dass du überhaupt bemerkt hast, dass ich weg bin.“ Olli atmete tief ein und nahm seine Hand von Christians Wange. Dies würde schwer werden. Das wusste er. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Ich interessiere mich nicht für andere Männer. Und das solltest du eigentlich wissen.“ In Christians Inneren schien es zu kämpfen. „Aber…“ Olli unterbrach ihn. „Nein, Christian. Nichts aber. Vertraust du mir wirklich so wenig? Weil dann haben wir wirklich ein Problem.“ Olli schaute ihn traurig an. Er wusste, dass es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Nur musste er Christian irgendwie aus der Reserve locken. „Ja… Nein.. Ach verdammt. Ich weiß auch nicht.“ Christian brachte keinen klaren Satz zustande. „Es geht hier eigentlich gar nicht um mich, richtig? Oder zumindest nicht allein.“ Christian schaute erstaunt auf. Wie machte Olli das nur immer? Sie kannten sich erst so kurz, doch trotzdem schien Olli immer zu wissen, was Christian fühlte, was er dachte. Und das sogar oft, bevor Christian selber realisierte, das es so war. Und auch dieses Mal hatte er wieder ins Schwarze getroffen. „Du hast Angst, dass mir unser Versteckspiel zu viel wird. Dass ich es mir anders überlegen könnte und mir einfach einen Mann suchen könnte, mit dem ich ganz normal und offiziell zusammen sein könnte. Hab ich recht?“ Christian konnte nur still nicken. Mit einem Lächeln schlang Olli seine Arme um Christians Hüften und sah ihn liebevoll an. „Dann willkommen im Club.“ Christian schaute ihn verwirrt an. „Ja, glaubst du nicht, dass ganz tief in mir drin noch ein ganz klitzekleiner Fitzel Angst ist, dass du es dir doch anders überlegst? Dass du doch lieber was von Mädchen willst?“ So hatte Christian das bisher noch nie gesehen. „Natürlich bin ich mir deiner nicht hundertprozentig sicher. Aber weißt du was mir dabei hilft, nicht auszurasten, wenn ich dich mit irgendwelchen wunderschönen Mädels sehe, die alle furchtbar mit dir flirten?“ Wieder schüttelte Christian nur still den Kopf. „Ich denke daran, dass du mich liebst. Du hast dich für mich entschieden. Ich vertraue dir.“ Er brach kurz ab. „Natürlich gibt es keine Garantie für Liebe. Aber wenn du dich eines Tages wirklich für jemand anderes als mich entscheiden solltest, dann hatte ich wenigstens diese Zeit hier mit dir. Und wenn ich ehrlich bin, ist das jetzt schon mehr, als ich jemals zu träumen gewagt hätte.“ Lächelnd zog er ihn näher an sich und gab ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund.
Als er aufsah, schaute er in Christians lächelndes Gesicht. „Wie machst du das nur immer?“ Olli schaute ihn erstaunt an. „Was?“ „Wie findest du immer genau die richtigen Worte, die immer alles so einfach und leicht erscheinen lassen?“ Olli lächelte. „Nein, das siehst du falsch. Es sind nicht die Worte. Das hier ist einfach und leicht.“
Was war das grade für ein Auftritt gewesen? Er kannte sich selbst so nicht. Ja, er war eifersüchtig. Er war es wirklich. Aber diese Eifersucht hatte alles bisher dagewesene geschlagen. Ja, er war schon immer der eifersüchtige Typ gewesen, aber das, was er da eben gefühlt hatte, als er Olli mit diesem Typen gesehen hatte, das war zu viel gewesen. Am liebsten wäre er zu den beiden hinüber gegangen, hätte seine Arme um Olli geschlungen, ihn geküsst und mit einem Lächeln verkündet, dass dieser gut aussehende Mann ihm gehörte. Ihm ganz allein. Aber nein, dafür war er viel zu feige. Er schaute sich lieber an, wie sein Freund sich fröhlich mit jemand anderen vergnügte. Oh Gott. Was war er nur für ein jämmerlicher Feigling? Kein Wunder also, dass Olli lieber mit anderen flirtete. Wo er es doch schon nicht mit ihm konnte. Und Olli hatte es verdient. Er hatte eine normale Beziehung verdient, nicht so ein Versteckspiel, nicht so einen verdammten Feigling. Er legte seinen Kopf in die Hände und seufzte leise. Ja, Olli hatte so viel mehr verdient als er ihm je geben konnte. Er würde nie der Mann sein, den Olli verdiente. Er war so in seinen Gedanken, dass er gar nicht bemerkt hatte, wie sich leise die Tür zu seinem Zimmer öffnete. Erst als sich die warme Hand auf seinen Rücken legte, schreckte er auf. „Hey.“ Ollis weiche Stimme klang zärtlich und liebevoll. Eigentlich so wie immer, wenn er mit ihm sprach. „Selber hey.“ Christian traute sich nicht einmal hoch zuschauen. „Was war das eben?“ „Ach, du hast das mitbekommen? Ich dachte, du wärst zu sehr beschäftigt mit deiner neuen Eroberung.“ Christians Stimme klang bitter und sie versetzte Olli einen kleinen Stich. „Natürlich hab ich das mitbekommen. Und von welcher Eroberung sprichst du? Die einzige Eroberung, die ich in letzter Zeit gemacht hab, sitzt grade hier neben mir.“ Er lächelte und strich zärtlich mit der Hand über Christians Wange. Doch so leicht konnte Christian das ganze nicht vergessen. „Na, dafür hast du dich aber ganz prächtig mit ihm amüsiert oder? Ich bin richtig verwundert, dass du überhaupt bemerkt hast, dass ich weg bin.“ Olli atmete tief ein und nahm seine Hand von Christians Wange. Dies würde schwer werden. Das wusste er. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Ich interessiere mich nicht für andere Männer. Und das solltest du eigentlich wissen.“ In Christians Inneren schien es zu kämpfen. „Aber…“ Olli unterbrach ihn. „Nein, Christian. Nichts aber. Vertraust du mir wirklich so wenig? Weil dann haben wir wirklich ein Problem.“ Olli schaute ihn traurig an. Er wusste, dass es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Nur musste er Christian irgendwie aus der Reserve locken. „Ja… Nein.. Ach verdammt. Ich weiß auch nicht.“ Christian brachte keinen klaren Satz zustande. „Es geht hier eigentlich gar nicht um mich, richtig? Oder zumindest nicht allein.“ Christian schaute erstaunt auf. Wie machte Olli das nur immer? Sie kannten sich erst so kurz, doch trotzdem schien Olli immer zu wissen, was Christian fühlte, was er dachte. Und das sogar oft, bevor Christian selber realisierte, das es so war. Und auch dieses Mal hatte er wieder ins Schwarze getroffen. „Du hast Angst, dass mir unser Versteckspiel zu viel wird. Dass ich es mir anders überlegen könnte und mir einfach einen Mann suchen könnte, mit dem ich ganz normal und offiziell zusammen sein könnte. Hab ich recht?“ Christian konnte nur still nicken. Mit einem Lächeln schlang Olli seine Arme um Christians Hüften und sah ihn liebevoll an. „Dann willkommen im Club.“ Christian schaute ihn verwirrt an. „Ja, glaubst du nicht, dass ganz tief in mir drin noch ein ganz klitzekleiner Fitzel Angst ist, dass du es dir doch anders überlegst? Dass du doch lieber was von Mädchen willst?“ So hatte Christian das bisher noch nie gesehen. „Natürlich bin ich mir deiner nicht hundertprozentig sicher. Aber weißt du was mir dabei hilft, nicht auszurasten, wenn ich dich mit irgendwelchen wunderschönen Mädels sehe, die alle furchtbar mit dir flirten?“ Wieder schüttelte Christian nur still den Kopf. „Ich denke daran, dass du mich liebst. Du hast dich für mich entschieden. Ich vertraue dir.“ Er brach kurz ab. „Natürlich gibt es keine Garantie für Liebe. Aber wenn du dich eines Tages wirklich für jemand anderes als mich entscheiden solltest, dann hatte ich wenigstens diese Zeit hier mit dir. Und wenn ich ehrlich bin, ist das jetzt schon mehr, als ich jemals zu träumen gewagt hätte.“ Lächelnd zog er ihn näher an sich und gab ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund.
Als er aufsah, schaute er in Christians lächelndes Gesicht. „Wie machst du das nur immer?“ Olli schaute ihn erstaunt an. „Was?“ „Wie findest du immer genau die richtigen Worte, die immer alles so einfach und leicht erscheinen lassen?“ Olli lächelte. „Nein, das siehst du falsch. Es sind nicht die Worte. Das hier ist einfach und leicht.“
Dero - 10 Ansichten von Liebe - Deniz
Deniz
Wie ein geölter Blitz kommt er auch mich zugeschossen. Ein kurzer Kuss und schon fängt der Wasserfall von Worten an. Aufgeregt berichtet mir Roman irgendetwas über die neuen Showkostüme. Ich muss gestehen, ich kann ihm nur halb folgen. Das liegt zum einen an den ganzen Fachworten, die er um sich wirft, aber auch einfach an der Geschwindigkeit. Wenn mein Schatz erstmal richtig in Fahrt ist, dann sind das 500 Worte die Minute. So fühlt es sich zumindest an. Oder sollte ich eher sagen, wie ein Maschinengewehr. Ja, das passt. Es ist ungefähr dieselbe Geschwindigkeit. Ich kann mein Lächeln nicht unterdrücken, als ich sehe, wie seine Augen immer mehr anfangen zu leuchten. Ja, das ist eins der Dinge, die ich am meisten an ihm liebe. Seine absolute Begeisterungsfähigkeit. Sein ganzes Gesicht fängt dann an zu strahlen. Er bekommt dieses besondere Lächeln auf den Lippen. Das sieht man normalerweise eigentlich nicht. Nur, wenn er richtig, richtig begeistert von etwas ist. Es hört sich vielleicht komisch an, vielleicht auch absolut bescheuert, aber ich kenne alle seine Lächeln. Er hat so unterschiedliche. Für jede Situation hat er das passende. Wenn er vor den Presseleuten freundlich sein muss, ist es eher starr. Er zeigt genau sechs Zähne bei diesem Lächeln, weil er meint, dass sein Eckzahn komisch aussähe. Gut, ich denke, dass ist Blödsinn, aber Roman davon nicht zu überzeugen. Keine Chance. Nicht meinen Dickkopf. Oder wenn er mit Anette über irgendetwas herzhaft lacht. Dann kräuselt sich seine Nase leicht zusammen und seine Ohren werden rot. Wie oft hat er schon versucht, sich die Haare wachsen zu lassen, damit dieser dumme Makel nicht mehr sichtbar ist. Ich hab ihm schon tausendmal gesagt, wie süß genau diese roten Ohren sind, wie sehr es ihn ausmacht, aber er hört natürlich nicht. Mein Glück, dass ihn irgendwann doch wieder die Eitelkeit packt und er die langen Fusseln dann doch wieder zu Frisör trägt. Und dann wäre da noch das Lächeln, das er nur für mich hat. Ich weiß, dass er es sonst nicht benutzt. Es ist nur für mich bestimmt und es lässt mir jedes Mal den Atem stocken. Wenn seine blauen Augen aufblitzen und sein ganzes Gesicht zu lachen scheint. Es ist dann nicht nur der Mund, nein, es sind die Augen, seine Wangen. Einfach alles lacht. Doch was mich am meisten an diesem Lächeln umhaut, dass ist die Liebe, die ich darin lesen kann. Es ist so zärtlich, so voller Versprechen für unsere Zukunft, dass mein Herz jedes Mal einen Schlag schneller wird. „Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?“ Seine Stimme reißt mich aus meiner Betrachtung. „Hm?“ Ich schaue ihn ein wenig erschrocken an. „Ja super. Danke, dass du dich so für meine Sachen interessierst.“ Er zieht eine Schnute und ist auf dem besten Wege wirklich wütend zu werden. Auch das kann ich mit einem Blick in seine Augen erkennen. Ich setze mein bestes Lächeln auf. Ich weiß, das versagt nie. „Ich war ein wenig abgelenkt.“ Meine Stimme klingt zweideutig, soll sie auch. Roman versteht sofort. „Ach ja, was hat dich denn so abgelenkt?“ Auch auf seinem Gesicht erscheint ein schelmisches Lächeln, das dem meinen recht ähnlich ist. „Du.“ Es ist mehr gehaucht als gesprochen. Doch ich weiß genau, dass es Roman einen Schauer den Rücken runterjagt. „Ach ja?“ Er schaute mich neckisch aus seinen blauen Augen an. Es ist ein Blick, der meine Knie weich werden lässt. Es ist schon erstaunlich, wie er das mit nur einem Blick schafft. Ich halte es nicht länger aus. Ich muss Körperkontakt herstellen. Jetzt und sofort. Ich schlinge meine Arme um seine Hüften und ziehe ihn an mich. „Ja.“ Ich flüstere in sein Ohr und sauge zeitgleich seinen einzigartigen Duft in mich ein. „Na, da hast du aber grade noch mal Glück gehabt. Wenn es etwas anderes gewesen wäre, hätte ich vielleicht doch etwas beleidigt sein können. Gut, für…“ Ich beende seinen Redeschwall mit einem Kuss. Ich merke, wie er mit einem Lächeln ringt. Er liebt es, wenn ich ihn auf diese Art unterbreche. Er lehnt sich immer tiefer in den Kuss und zieht mich enger an sich. Es fühlt sich so unglaublich gut an, so richtig. Unglaublich, dass ich mal dachte, ich würde etwas anderes wollen.
Wie ein geölter Blitz kommt er auch mich zugeschossen. Ein kurzer Kuss und schon fängt der Wasserfall von Worten an. Aufgeregt berichtet mir Roman irgendetwas über die neuen Showkostüme. Ich muss gestehen, ich kann ihm nur halb folgen. Das liegt zum einen an den ganzen Fachworten, die er um sich wirft, aber auch einfach an der Geschwindigkeit. Wenn mein Schatz erstmal richtig in Fahrt ist, dann sind das 500 Worte die Minute. So fühlt es sich zumindest an. Oder sollte ich eher sagen, wie ein Maschinengewehr. Ja, das passt. Es ist ungefähr dieselbe Geschwindigkeit. Ich kann mein Lächeln nicht unterdrücken, als ich sehe, wie seine Augen immer mehr anfangen zu leuchten. Ja, das ist eins der Dinge, die ich am meisten an ihm liebe. Seine absolute Begeisterungsfähigkeit. Sein ganzes Gesicht fängt dann an zu strahlen. Er bekommt dieses besondere Lächeln auf den Lippen. Das sieht man normalerweise eigentlich nicht. Nur, wenn er richtig, richtig begeistert von etwas ist. Es hört sich vielleicht komisch an, vielleicht auch absolut bescheuert, aber ich kenne alle seine Lächeln. Er hat so unterschiedliche. Für jede Situation hat er das passende. Wenn er vor den Presseleuten freundlich sein muss, ist es eher starr. Er zeigt genau sechs Zähne bei diesem Lächeln, weil er meint, dass sein Eckzahn komisch aussähe. Gut, ich denke, dass ist Blödsinn, aber Roman davon nicht zu überzeugen. Keine Chance. Nicht meinen Dickkopf. Oder wenn er mit Anette über irgendetwas herzhaft lacht. Dann kräuselt sich seine Nase leicht zusammen und seine Ohren werden rot. Wie oft hat er schon versucht, sich die Haare wachsen zu lassen, damit dieser dumme Makel nicht mehr sichtbar ist. Ich hab ihm schon tausendmal gesagt, wie süß genau diese roten Ohren sind, wie sehr es ihn ausmacht, aber er hört natürlich nicht. Mein Glück, dass ihn irgendwann doch wieder die Eitelkeit packt und er die langen Fusseln dann doch wieder zu Frisör trägt. Und dann wäre da noch das Lächeln, das er nur für mich hat. Ich weiß, dass er es sonst nicht benutzt. Es ist nur für mich bestimmt und es lässt mir jedes Mal den Atem stocken. Wenn seine blauen Augen aufblitzen und sein ganzes Gesicht zu lachen scheint. Es ist dann nicht nur der Mund, nein, es sind die Augen, seine Wangen. Einfach alles lacht. Doch was mich am meisten an diesem Lächeln umhaut, dass ist die Liebe, die ich darin lesen kann. Es ist so zärtlich, so voller Versprechen für unsere Zukunft, dass mein Herz jedes Mal einen Schlag schneller wird. „Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?“ Seine Stimme reißt mich aus meiner Betrachtung. „Hm?“ Ich schaue ihn ein wenig erschrocken an. „Ja super. Danke, dass du dich so für meine Sachen interessierst.“ Er zieht eine Schnute und ist auf dem besten Wege wirklich wütend zu werden. Auch das kann ich mit einem Blick in seine Augen erkennen. Ich setze mein bestes Lächeln auf. Ich weiß, das versagt nie. „Ich war ein wenig abgelenkt.“ Meine Stimme klingt zweideutig, soll sie auch. Roman versteht sofort. „Ach ja, was hat dich denn so abgelenkt?“ Auch auf seinem Gesicht erscheint ein schelmisches Lächeln, das dem meinen recht ähnlich ist. „Du.“ Es ist mehr gehaucht als gesprochen. Doch ich weiß genau, dass es Roman einen Schauer den Rücken runterjagt. „Ach ja?“ Er schaute mich neckisch aus seinen blauen Augen an. Es ist ein Blick, der meine Knie weich werden lässt. Es ist schon erstaunlich, wie er das mit nur einem Blick schafft. Ich halte es nicht länger aus. Ich muss Körperkontakt herstellen. Jetzt und sofort. Ich schlinge meine Arme um seine Hüften und ziehe ihn an mich. „Ja.“ Ich flüstere in sein Ohr und sauge zeitgleich seinen einzigartigen Duft in mich ein. „Na, da hast du aber grade noch mal Glück gehabt. Wenn es etwas anderes gewesen wäre, hätte ich vielleicht doch etwas beleidigt sein können. Gut, für…“ Ich beende seinen Redeschwall mit einem Kuss. Ich merke, wie er mit einem Lächeln ringt. Er liebt es, wenn ich ihn auf diese Art unterbreche. Er lehnt sich immer tiefer in den Kuss und zieht mich enger an sich. Es fühlt sich so unglaublich gut an, so richtig. Unglaublich, dass ich mal dachte, ich würde etwas anderes wollen.
Dero - 10 Ansichten von Liebe - Axel
Axel
„Jetzt hier aber mal langsam ein bisschen zackig.“ Ich trommle entnervt auf der Theke herum. Wofür werden diese Mädels hier eigentlich bezahlt? Fürs Quatschen oder fürs Kaffee kochen? Für zweiteres kann es auf keinen Fall sein. Ich stehe hier jetzt sicher schon zwei Minuten und bisher wurde lediglich von meiner Anwesenheit Kenntnis genommen. Aber ist schon jemand gekommen und hat nach meiner Bestellung gefragt? Nein, natürlich nicht, Alles inkompetente Labertanten. Wirklich. Wenn ich hier was zu sagen hätte… Aber egal. Ich hab hier nichts zu sagen. Ich bin hier nur der Lakai für alle. Einmal, ja einmal war ich so kurz davor, das zu ändern. Da hatte ich die Zügel in der Hand. Da lief hier alles, so wie ich das wollte. Und da kam mein Kaffee auch nicht erst, nachdem ich fünfmal auf den Tresen gehauen hab. „Hallo? Bekommt man hier auch mal so was Ähnliches wie ne Bedienung?“ Ich schnaube leise. Aber mehr als einen genervten Seiteblick bekomme ich nicht von Camilla. Sie steht weiterhin mit Diana an der Theke und beobachtet irgendwas sehr angestrengt. Die beiden Frauen sind breit am grinsen und tuscheln angeregt. Verwundert folge ich ihrem Blick. Als ich endlich den Gegenstand ihres Interesses entdecke, weiß ich nicht, wie ich reagieren soll. Da sitzen sie zusammen. Herr Wild und der junge Öztürk. Sie sitzen in der kleinen Nische neben der Theke und lächeln sich an. Zärtlich fährt Herr Wild dem Öztürk durch die Haare. Dieser scheint das sichtlich zu genießen. Na, kann man so was denn nicht zu Hause machen? Muss man so was immer in aller Öffentlichkeit machen? Muss man anderen so unter die Nase reiben, wie glücklich man ist, wie schön sich Liebe anfühlt? Ich drehe mich weg und rufe erneut nach Camilla. Endlich setzt sie sich in Bewegung und nimmt meine Bestellung auf. Endlich. Hat ja auch lange genug gedauert. Ich kann es mir nicht verkneifen, eine weitere Spitze in ihre Richtung abzufeuern, doch sie reagiert nur mit einem Lachen und verzieht den Mund. Ich glaube, sie ist jetzt extra langsam. Sie will mich ärgern. Großartig. Mein Blick zieht sich automatisch zurück zu dem glücklichen Paar in der Nische. Jetzt wird sich gegenseitig auch noch mit Weintrauben gefüttert. Bah, das ist doch widerlich. Wozu sind diese öffentlichen Gefühlbekundungen denn eigentlich gut? Ich will wirklich weggucken, doch irgendwas hält mich. Aus den Augenwinkeln betrachte ich sie weiter. Sie lachen gemeinsam über irgendeinen dummen Scherz. Es scheint auch gar nicht wichtig zu sein, worüber sie lachen. Manche Leute sind einfach albern. Ich schüttle den Kopf. Ja, albern, lächerlich und gefühlsduselig. So etwas ist doch wirklich nur schrecklich. Ich bin so froh, dass ich niemanden habe, der mich mit Weintrauben füttert oder mit mir zusammen über dumme Scherze lacht. Wer will so was denn schon? Ich lebe besser allein. Doch egal, wie sehr mein Verstand mir predigt, dass es das ist, was ich will, so sehr schreit mein Herz doch dagegen. Ich wage erneut einen Blick und die Liebe, die zwischen den beiden hin und her schlägt, gibt meinem Herz einen Stich. Da ist so viel Vertrauen, so viel Zuneigung, so viel Liebe. Hat mich schon einmal jemand so angeschaut? Hat irgendwer schon einmal so etwas für mich empfunden? Ich wage es zu bezweifeln. Ich lächele bitter. Jenny. Natürlich ist sofort der Gedanke an Jenny da. Was würde ich dafür tun, dass sie mich einmal nur so anschauen würde. Nur ein einziges Mal. Dieses Mal würde ich in meinem Herzen behalten und es würde mir vielleicht etwas Trost spenden, wenn ich wieder einmal ein Wochenende alleine zu Hause sitze. Ja, Sonntage sind immer die schlimmsten. Vielleicht würde es mir über einen Sonntag helfen. Sicher würde es das. Wenn Jenny mich nur einmal so anschauen würde, wie Herr Öztürk jetzt den Eisläufer anschaut. Ich glaube, ich wäre der glücklichste Mann der Welt. Alle dachten damals, als ich mit ihr verlobt war, dass es mir nur um das Geld ging. Ich denke, sogar meine Eltern haben das gedacht. Aber das ist nicht richtig. Ich habe Jenny geliebt. Ich habe sie von dem Augenblick an geliebt, als ich sie das erste Mal gesehen hab. Und ich liebe sie auch heute noch. Ich fürchte sogar, ich werde es auf meine verschrobene Art immer tun. Aber ich weiß, dass es nichts bringen wird. Meine Liebe ist nichts wert. Meine Liebe will niemand. Und Jenny ganz sicher nicht. Traurig betrachte ich das Paar an dem kleinen Tisch. Wissen sie wohl, wie viel Glück sie haben? Sind sie sich bewusst, dass ihnen etwas passiert ist, was nur wenigen Menschen jemals zuteil wird? Ich denke nicht. Sonst wären sie vorsichtiger, würden es nicht zulassen, dass sich jemand zwischen sie drängt. Dann hätte es keine Vanessa gegeben. Ist es fair, dass sie dann so ein Geschenk bekommen? Wenn sie doch gar nicht wissen, wie sie es behandeln müssen? Nein, fair ist es sicher nicht. Aber wer hat gesagt, dass Liebe jemals fair ist.
„Jetzt hier aber mal langsam ein bisschen zackig.“ Ich trommle entnervt auf der Theke herum. Wofür werden diese Mädels hier eigentlich bezahlt? Fürs Quatschen oder fürs Kaffee kochen? Für zweiteres kann es auf keinen Fall sein. Ich stehe hier jetzt sicher schon zwei Minuten und bisher wurde lediglich von meiner Anwesenheit Kenntnis genommen. Aber ist schon jemand gekommen und hat nach meiner Bestellung gefragt? Nein, natürlich nicht, Alles inkompetente Labertanten. Wirklich. Wenn ich hier was zu sagen hätte… Aber egal. Ich hab hier nichts zu sagen. Ich bin hier nur der Lakai für alle. Einmal, ja einmal war ich so kurz davor, das zu ändern. Da hatte ich die Zügel in der Hand. Da lief hier alles, so wie ich das wollte. Und da kam mein Kaffee auch nicht erst, nachdem ich fünfmal auf den Tresen gehauen hab. „Hallo? Bekommt man hier auch mal so was Ähnliches wie ne Bedienung?“ Ich schnaube leise. Aber mehr als einen genervten Seiteblick bekomme ich nicht von Camilla. Sie steht weiterhin mit Diana an der Theke und beobachtet irgendwas sehr angestrengt. Die beiden Frauen sind breit am grinsen und tuscheln angeregt. Verwundert folge ich ihrem Blick. Als ich endlich den Gegenstand ihres Interesses entdecke, weiß ich nicht, wie ich reagieren soll. Da sitzen sie zusammen. Herr Wild und der junge Öztürk. Sie sitzen in der kleinen Nische neben der Theke und lächeln sich an. Zärtlich fährt Herr Wild dem Öztürk durch die Haare. Dieser scheint das sichtlich zu genießen. Na, kann man so was denn nicht zu Hause machen? Muss man so was immer in aller Öffentlichkeit machen? Muss man anderen so unter die Nase reiben, wie glücklich man ist, wie schön sich Liebe anfühlt? Ich drehe mich weg und rufe erneut nach Camilla. Endlich setzt sie sich in Bewegung und nimmt meine Bestellung auf. Endlich. Hat ja auch lange genug gedauert. Ich kann es mir nicht verkneifen, eine weitere Spitze in ihre Richtung abzufeuern, doch sie reagiert nur mit einem Lachen und verzieht den Mund. Ich glaube, sie ist jetzt extra langsam. Sie will mich ärgern. Großartig. Mein Blick zieht sich automatisch zurück zu dem glücklichen Paar in der Nische. Jetzt wird sich gegenseitig auch noch mit Weintrauben gefüttert. Bah, das ist doch widerlich. Wozu sind diese öffentlichen Gefühlbekundungen denn eigentlich gut? Ich will wirklich weggucken, doch irgendwas hält mich. Aus den Augenwinkeln betrachte ich sie weiter. Sie lachen gemeinsam über irgendeinen dummen Scherz. Es scheint auch gar nicht wichtig zu sein, worüber sie lachen. Manche Leute sind einfach albern. Ich schüttle den Kopf. Ja, albern, lächerlich und gefühlsduselig. So etwas ist doch wirklich nur schrecklich. Ich bin so froh, dass ich niemanden habe, der mich mit Weintrauben füttert oder mit mir zusammen über dumme Scherze lacht. Wer will so was denn schon? Ich lebe besser allein. Doch egal, wie sehr mein Verstand mir predigt, dass es das ist, was ich will, so sehr schreit mein Herz doch dagegen. Ich wage erneut einen Blick und die Liebe, die zwischen den beiden hin und her schlägt, gibt meinem Herz einen Stich. Da ist so viel Vertrauen, so viel Zuneigung, so viel Liebe. Hat mich schon einmal jemand so angeschaut? Hat irgendwer schon einmal so etwas für mich empfunden? Ich wage es zu bezweifeln. Ich lächele bitter. Jenny. Natürlich ist sofort der Gedanke an Jenny da. Was würde ich dafür tun, dass sie mich einmal nur so anschauen würde. Nur ein einziges Mal. Dieses Mal würde ich in meinem Herzen behalten und es würde mir vielleicht etwas Trost spenden, wenn ich wieder einmal ein Wochenende alleine zu Hause sitze. Ja, Sonntage sind immer die schlimmsten. Vielleicht würde es mir über einen Sonntag helfen. Sicher würde es das. Wenn Jenny mich nur einmal so anschauen würde, wie Herr Öztürk jetzt den Eisläufer anschaut. Ich glaube, ich wäre der glücklichste Mann der Welt. Alle dachten damals, als ich mit ihr verlobt war, dass es mir nur um das Geld ging. Ich denke, sogar meine Eltern haben das gedacht. Aber das ist nicht richtig. Ich habe Jenny geliebt. Ich habe sie von dem Augenblick an geliebt, als ich sie das erste Mal gesehen hab. Und ich liebe sie auch heute noch. Ich fürchte sogar, ich werde es auf meine verschrobene Art immer tun. Aber ich weiß, dass es nichts bringen wird. Meine Liebe ist nichts wert. Meine Liebe will niemand. Und Jenny ganz sicher nicht. Traurig betrachte ich das Paar an dem kleinen Tisch. Wissen sie wohl, wie viel Glück sie haben? Sind sie sich bewusst, dass ihnen etwas passiert ist, was nur wenigen Menschen jemals zuteil wird? Ich denke nicht. Sonst wären sie vorsichtiger, würden es nicht zulassen, dass sich jemand zwischen sie drängt. Dann hätte es keine Vanessa gegeben. Ist es fair, dass sie dann so ein Geschenk bekommen? Wenn sie doch gar nicht wissen, wie sie es behandeln müssen? Nein, fair ist es sicher nicht. Aber wer hat gesagt, dass Liebe jemals fair ist.
JPC - A New Life - Part 13
Müde öffnete Craig die Augen, doch bereute es augenblicklich. Sein Kopf schien Platzen zu wollen. Wo war er? Er hatte keine Ahnung. Vorsichtig blinzelte er und sah sich in dem Raum um. Er lag auf einem Sofa in irgendeinem Wohnzimmer. So viel war klar. Aber in wessen Wohnzimmer? Wo? Er konnte sich keinen Reim darauf machen. Das letzte woran er sich erinnern konnte, war… Ja, was war es eigentlich? Er rieb sich vorsichtig den Kopf. Und plötzlich waren die Erinnerungen wieder da. Der Club, Keith und… John Paul. Er schloss sofort wieder die Augen. Das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit hatte er den Namen ausgesprochen. Er hatte nicht mehr gewusst, wie gut er sich anfühlte. Doch mit dem Namen war auch all der Schmerz wiedergekommen. Das letzte woran er sich erinnern konnte, war er und eine Flasche Tequilla. Danach war alles dunkel. Das Geräusch der Tür ließ ihn aufschrecken. Mit einem Lächeln auf den Lippen trat Keith in das dunkle Zimmer. „Na, wie geht´s dir?“ Er sah ihn mitleidig an. Also war das hier Keith Wohnzimmer. Hatte er ihn gestern auch hierhin gebracht? Nein. Irgendwie tanzte vor seinen Augen ein anderes Gesicht herum. „Ist unser Findelkind also endlich aufgewacht?“ Eine zweite Person trat in das Zimmer und blieb direkt hinter Keith stehen. Es war der junge Mann, der gestern von Keith so liebevoll begrüßt worden war. Wie war sein Name noch gleich? Michael? Mit krächzender Stimme brachte Craig ein „Ja, mir gehts ganz gut. Ich hab nur etwas Kopfweh“ hervor. Beide Männer lachten. „Ja, das kann ich mir lebhaft vorstellen. Als ich dich gefunden hab, stand vor dir eine halbe Armee an leeren Tequillagläsern.“ Lachend ließ sich Keith in den Sessel neben dem kleinen Sofa nieder und betrachtete Craig aufmerksam. „Tut mir leid, dass ich euch so viele Umstände gemacht habe. Ich…“ Er brach ab. „Ich weiß auch nicht, was da in mich gefahren ist.“ Etwas beschämt schaute er zur Seite. Die ganze Situation war ihm unglaublich peinlich. Jetzt lag er hier verkatert und nur in seiner Jeans auf der Couch seines Chefs. Ja, das war wirklich eine großartige Situation. Wie schaffst du es nur immer wieder, dich in solche Dinge zu manövrieren, Craig Dean? „Ich glaube, wir wissen alle, was da gestern in dich gefahren ist.“ Nun trat auch Michael etwas näher und setzte sich auf die Sessellehne neben seinen Mann. Craig konnte fühlen, wie die Angst langsam in sein Herz kroch. Was hatte er gestern Abend alles von sich gegeben? Was hatte er nur alles gesagt? „Wieso?“ Seine Stimme klang unsicher. Michael lächelte ihn jedoch aufmunternd an. „Weil du die halbe Nacht immer nur von einer Person gesprochen hast. Du wolltest unbedingt zurück zu ihr.“ Craig Blick flackerte unruhig. „Ich weiß nicht, was ihr meint.“ „Wirklich nicht?“ Dieses Mal war es Keith, der ihn mit einem Lächeln bedachte. „Hör mal, Craig. Du hast uns gestern eh schon die halbe Geschichte erzählt. Okay, ich muss zugeben. Sehr viel Sinn machte das ganze nicht für meine Ohren. Aber trotzdem konnte man sehen, wie sehr du unter der ganzen Sache leidest. Und vor allem: Wie sehr du ihn noch liebst. Meinst du nicht, es wäre einmal an der Zeit, alles von Anfang an zu erzählen?“ Craig schaute überrascht auf. Es stimmte. Er hatte noch nie mit irgendwem über John Paul und den verhängnisvollen Sommer gesprochen. Es war immer sein großes Geheimnis gewesen. Vielleicht war es wirklich an der Zeit alles einmal offen auszusprechen. Vielleicht würden ihn dann die Dämonen seiner Vergangenheit endlich in Ruhe lassen. Vielleicht würde es den Schmerz etwas lindern. Doch waren diese beiden Männer die richtigen Ansprechpartner? Skeptisch schaute er zu den beiden hinüber. Michael hatte zärtlich den Arm um Keith gelegt, während Keiths Hand auf Michaels Knie lag. Sie schienen sich dabei gar nichts zu denken. Sie benahmen sich so natürlich, als wäre es das normalste auf der Welt, dass sie ein Paar waren. Vielleicht waren sie genau die Richtigen. Craig atmete noch einmal tief ein, bevor er anfing zu erzählen. Von John Paul. Ihrer ersten Begegnung. Wie er sich langsam immer mehr in ihn verliebt hatte. Wie er dagegen angekämpft hatte. Ihr erstes Mal. Sein Verhalten danach. Wie er John Paul und Sarah monatelang betrogen hatte. Die Entdeckung der Affaire auf der Verlobungsparty. Wie er sich für John Paul entschieden hatte. Und wie John Paul ihn am Flughafen verlassen hatte. Wie er ihn überredet hatte, doch mitzukommen. Ihre gemeinsame Zeit in Dublin. Der schreckliche Vorfall im Pub. Er ließ nichts aus. Kaum hatte er den Anfang gefunden, da sprudelten die Worte nur so hervor. Während seines kleinen Vortrags durchlebte er noch einmal all die Gefühle, die er auch in der Zeit mit John Paul durchlebt hatte. Er konnte seine Liebe tief ihn sich brennen spüren. Er bemerkte die Schmetterlinge, die immer noch durch seinen Bauch flatterten, wenn er von John Paul sprach. Er fühlte die Schuld und den Schmerz. Ja, der Schmerz. Hatte er ihn in den letzten Monaten so konstant begeleitet, so erwischte er ihn jetzt wieder mit voller Wucht. Nur mit Mühe konnte er die Tränen zurückhalten, als er endlich bei dem Abend ankam, an dem er bemerkt hatte, dass John Paul nicht mehr bei ihm war. Die beiden Männer am anderen Ende des Zimmers hatten die ganze Zeit still zugehört. Sie hatten an den passenden Stellen genickt und hier und da eine Frage gestellt. Aber nie hatten sie über ihn geurteilt. Nie hatten sie das Gesicht verzogen oder ihn abfällig angeschaut. Nein, da war nur Verständnis und vielleicht auch ein Funken Mitleid. Mitleid für den Schmerz, den der junge Mann vor ihnen sich selbst zugefügt hatte.
Samstag, 3. Mai 2008
Hollyoaks - British Soap Awards
Tja, es sieht wieder einmal schlecht aus. Obwohl HO anscheinend tatsächlich 7 Awards abgeräumt hat, ging keiner an Guy oder James. Ich weiß, das steht alles noch nicht fest und ist bisher mehr Gerücht, aber egal. Ich bin grade etwas traurig darüber. Ich meine, James war in so viele Kategorien nomminiert. Er verdient es wirklich. Er ist so ein herausragender Schauspieler. Und die JPC-Storyline ansich ebenso. Ich meine, dass ich als deutsches Mädel jetzt hier sitze und mir nen Kopp um eine englische Seifenoper mache, das muss doch auch irgendwas bedeuten. Die Welt ist einfach nicht fair. *Kopf schüttel*
Torchwood - Staffelfinale
Ja, hier am anderen Ende des Kanals braucht es ja immer etwas länger, bis die guten Serien hier ankommen. Heute abend hab ich es dann auch endlich mal geschafft und hab endlich das Finale von Torchwood Staffel 2 geguckt. Ich hatte schon von einigen Seiten gehört, dass es ziemlich schlimm sei, aber Jesus, das hätte ich nicht gedacht. Ich meine, ich heule eigentlich nicht wirklich fix bei Serien (bei der Flughafenszene von JPC, da hab ich geheult, das geb ich zu), aber ich hab die Hälfte der Folge nur mit den Tränen gekämpft. So unglaublich emotional, so unglaublich unerwartend. Ich hasse es jetzt schon, dass ich bin 2009 auf die nächste Staffel warten muss. Aber es bleibt mir ja noch Doctor Who.
Dero - Press rewind - Part 2
Da war er also nun wieder. Mitten in der Siedlung, wo er die schönsten und schlimmsten Momente seines Lebens erlebt hatte. Er hatte das Gefühl ewig weg gewesen zu sein, doch nichts schien sich hier geändert zu haben. Die Bäume standen noch alle an derselben Stelle, die Häuser hatten die selbe Farbe. Nein, hier in Essen änderte sich so schnell nichts. Doch er hatte sich geändert. Der Roman Wild, der nun hier stand, war nicht mehr derselbe von damals. Zumindest wünschte sich Roman das sehr. „Ahhhh. Sie sind da.“ Eine wohlbekannte Stimme schrie auf dem Fenster des dritten Stocks. Roman wandte seinen Blick lächelnd nach oben. „Wir können dich hören, Anette.“ „Na, dann kommt auch endlich hoch. Muss ja nicht die ganze Nachbarschaft hören, dass unser aller Lieblingshase endlich mal seinen schnuckeliges Popöchen nach Essen geschafft hat.“ Sie lachte herzlich und Roman erkannte, wie sehr sie ihm eigentlich gefehlt hatte. Schnell hievten Roman und Patrick ihre Koffer in den Fahrstuhl und in sekundenschnelle waren sie auch schon im Loft angelangt, wo sie eine überschwängliche Anette sofort begrüßte. „Anette, ich bekomme keine Luft mehr.“ Keuchte Roman, wurde aber trotzdem nicht aus der schraubstockartigen Umarmung seiner Freundin erlöst. „Ich hab dich ewig nicht gesehen. Ich hab was nachzuholen.“ Murmelte sie nur in sein Haar. Lächelnd gab Roman seinen Widerstand auf und kuschelte sich ebenfalls dicht an die so vermisste Freundin. Es tat so gut, alleine ihre körperliche Nähe zu spüren. Anette hatte es immer geschafft, ihn aus den tiefsten Tälern herauszuholen. Einfach nur durch ihre Anwesenheit. Roman hatte zwar leider keine Geschwister, doch er hatte in Anette eine würdige Ersatzschwester gefunden.
„Und? Wie geht es dir? Und jetzt mal die ehrliche Version ohne das ganze Smalltalkgeplänkel.“ Anette schaute ihn durchdringend an, während er es sich noch etwas gemütlicher auf ihrem Bett machte. Unter dem Vorwand Roman unbedingt das Hochzeitskleid zeigen zu müssen, hatte sie die beiden von den übrigen Gästen des Roman-Empfangskomitees losgeeist, um wenigstens ein paar Minuten für sich zu haben. „Mir geht es sehr gut, Anette.“ Roman lächelte seine Freundin an, die noch nicht ganz überzeugt schien. „Patrick ist einfach wunderbar. Er trägt mich auf Händen. Wir machen so viel gemeinsam in London. Gehen am Wochenende in eine Ausstellung oder mit Freunden in einen Club. Alles, ist so, wie es immer sein sollte. Ich bin wirklich glücklich.“ „“Also hast du es doch noch geschafft, dich in ihn zu verlieben.“ Stellte Anette nüchtern fest. „Das ist nicht fair. Ich hab ihn immer geliebt, ich liebe ihn. Es ist nur…“ Er brach ab. Er konnte es nicht aussprechen. „Er ist nicht Deniz.“ Anette vollendete Romans Gedanken. Die wenigen Worte trafen Roman wie ein Faustschlag. Wie oft hatte er es in den letzten Monaten gedacht? Er konnte es nicht zählen. Aber es laut ausgesprochen zu hören, war ebenso überraschend wie schmerzhaft. Er schloss die Augen. „Ich habe noch nie in meinem Leben jemanden so geliebt. Das weißt du. Er war mein Alles. Ich habe alles für ihn getan und ich hätte darüber fast mich selber verloren. Was ich jetzt mit Patrick habe, ist vielleicht nicht dasselbe. Aber es ist sicher, es ist ehrlich, es ist das, was ich will.“ Er schluckte. „Aber trotzdem habe ich wahnsinnige Angst, ihn wieder zusehen. Himmel, ich kann nicht einmal seinen Namen aussprechen. Wie soll ich ihm denn nur gegenübertreten können?“ Unruhig fuhr seine Hand durch das Haar. „Du weißt, dass er immer noch mit Vanessa zusammen ist?“ „Ja, Jenny hat es mir erzählt. Es hat sich also nichts geändert.“ Er schaute Anette in die Augen. „Nichts hat sich geändert.“ Beide wussten, dass nicht nur die Beziehung von Deniz und Vanessa gemeint war.
Er schnappte sich schnell seinen Mp3-Player und wollte leise das Zimmer verlassen. „Na, wo schleichst du dich denn hin?“ Patrick lächelte ihn schlaftrunken an. „Ich wollte nur noch eine Runde joggen gehen, bevor das ganze Hustle and Jostle hier losgeht.“ E lächelte entschuldigend. „Du bist so unglaublich. Deine besten Freunde heiraten heute und du denkst trotzdem ans Training.“ Patrick schüttelte lachend den Kopf. „Ich muss nur noch ein wenig meinen Kopf frei bekommen. Die Rückkehr nach Essen nimmt mich mehr mit als gedacht.“ Antwortete Roman ehrlich. „Na, dann lauf mal schön, mein Häschen.“ „Hey, fängst du jetzt auch noch mit dem ganzen Hasenkram an?“ Roman hob drohend den Finger. „Ich dachte, das magst du.“ Patrick grinste ihn frech an. „Ich mag dich.“ Entgegnete Roman und gab ihm einen letzten Kuss, bevor er aus der Tür verschwand. Patrick seufzte. Er hatte gewusst, dass die Rückkehr nach Essen schwer werden würde. Aber er hatte es sich nicht so vorgestellt. Seit ihrer Ankunft war Roman abwesend und verträumt und Patrick war sich fast sicher zu wissen, wovon sein Freund träumte. Er seufzte leise. Er hatte gewusst, was er mit einer Rückkehr nach Essen aufs Spiel setzen würde, aber er hatte nicht gedacht, dass dieses Spiel so riskant werden würde. Und bisher hatte Roman Deniz nicht einmal gesehen. Patrick wusste zu genau, an welcher Stelle ihre Beziehung nun stand. Aber er hoffte auch, dass wenn er dieses Mal mit Roman nach London zurückging, das es dieses Mal nur sie beide allein waren und dass das hässliche Phantom Deniz endlich in Essen zurückbleiben würde.
„Und? Wie geht es dir? Und jetzt mal die ehrliche Version ohne das ganze Smalltalkgeplänkel.“ Anette schaute ihn durchdringend an, während er es sich noch etwas gemütlicher auf ihrem Bett machte. Unter dem Vorwand Roman unbedingt das Hochzeitskleid zeigen zu müssen, hatte sie die beiden von den übrigen Gästen des Roman-Empfangskomitees losgeeist, um wenigstens ein paar Minuten für sich zu haben. „Mir geht es sehr gut, Anette.“ Roman lächelte seine Freundin an, die noch nicht ganz überzeugt schien. „Patrick ist einfach wunderbar. Er trägt mich auf Händen. Wir machen so viel gemeinsam in London. Gehen am Wochenende in eine Ausstellung oder mit Freunden in einen Club. Alles, ist so, wie es immer sein sollte. Ich bin wirklich glücklich.“ „“Also hast du es doch noch geschafft, dich in ihn zu verlieben.“ Stellte Anette nüchtern fest. „Das ist nicht fair. Ich hab ihn immer geliebt, ich liebe ihn. Es ist nur…“ Er brach ab. Er konnte es nicht aussprechen. „Er ist nicht Deniz.“ Anette vollendete Romans Gedanken. Die wenigen Worte trafen Roman wie ein Faustschlag. Wie oft hatte er es in den letzten Monaten gedacht? Er konnte es nicht zählen. Aber es laut ausgesprochen zu hören, war ebenso überraschend wie schmerzhaft. Er schloss die Augen. „Ich habe noch nie in meinem Leben jemanden so geliebt. Das weißt du. Er war mein Alles. Ich habe alles für ihn getan und ich hätte darüber fast mich selber verloren. Was ich jetzt mit Patrick habe, ist vielleicht nicht dasselbe. Aber es ist sicher, es ist ehrlich, es ist das, was ich will.“ Er schluckte. „Aber trotzdem habe ich wahnsinnige Angst, ihn wieder zusehen. Himmel, ich kann nicht einmal seinen Namen aussprechen. Wie soll ich ihm denn nur gegenübertreten können?“ Unruhig fuhr seine Hand durch das Haar. „Du weißt, dass er immer noch mit Vanessa zusammen ist?“ „Ja, Jenny hat es mir erzählt. Es hat sich also nichts geändert.“ Er schaute Anette in die Augen. „Nichts hat sich geändert.“ Beide wussten, dass nicht nur die Beziehung von Deniz und Vanessa gemeint war.
Er schnappte sich schnell seinen Mp3-Player und wollte leise das Zimmer verlassen. „Na, wo schleichst du dich denn hin?“ Patrick lächelte ihn schlaftrunken an. „Ich wollte nur noch eine Runde joggen gehen, bevor das ganze Hustle and Jostle hier losgeht.“ E lächelte entschuldigend. „Du bist so unglaublich. Deine besten Freunde heiraten heute und du denkst trotzdem ans Training.“ Patrick schüttelte lachend den Kopf. „Ich muss nur noch ein wenig meinen Kopf frei bekommen. Die Rückkehr nach Essen nimmt mich mehr mit als gedacht.“ Antwortete Roman ehrlich. „Na, dann lauf mal schön, mein Häschen.“ „Hey, fängst du jetzt auch noch mit dem ganzen Hasenkram an?“ Roman hob drohend den Finger. „Ich dachte, das magst du.“ Patrick grinste ihn frech an. „Ich mag dich.“ Entgegnete Roman und gab ihm einen letzten Kuss, bevor er aus der Tür verschwand. Patrick seufzte. Er hatte gewusst, dass die Rückkehr nach Essen schwer werden würde. Aber er hatte es sich nicht so vorgestellt. Seit ihrer Ankunft war Roman abwesend und verträumt und Patrick war sich fast sicher zu wissen, wovon sein Freund träumte. Er seufzte leise. Er hatte gewusst, was er mit einer Rückkehr nach Essen aufs Spiel setzen würde, aber er hatte nicht gedacht, dass dieses Spiel so riskant werden würde. Und bisher hatte Roman Deniz nicht einmal gesehen. Patrick wusste zu genau, an welcher Stelle ihre Beziehung nun stand. Aber er hoffte auch, dass wenn er dieses Mal mit Roman nach London zurückging, das es dieses Mal nur sie beide allein waren und dass das hässliche Phantom Deniz endlich in Essen zurückbleiben würde.
Freitag, 2. Mai 2008
Dero - 10 Ansichten von Liebe - Anette
(Es ist spät, ich schlafe fast am Laptop ein, aber egal. Der kurze Teil musste noch sein für heute.)
Anette
Zufrieden kuschle ich mich noch etwas tiefer in die Sofakissen. Endlich, endlich hab ich das Loft einmal für mich. Alle sind ausgeflogen und nur ich und diese wunderbare Stille sind zurückgeblieben. Nein, versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Rasselbande und ich liebe es, die Ersatzmama für alle zu spielen. Ja, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen. Alle auf ihre ganz eigene Art und Weise. Und ja, ich werde jederzeit wie eine Löwin für ihr Junges auch für diese Bande kämpfen. Doch an manchen Tagen, wenn die Luft draußen so klar ist wie heute, wenn der Nachthimmel so wunderbar blau schimmert, dann habe ich das Alleine sein doch ganz gern. Die Stille, die mich einhüllt, wie eine friedliche Decke. Dann muss ich mich nicht um die anderen kümmern, muss mir keine Sorgen machen, nicht über Lösungen für anderer Probleme grübeln. Nein, dann bin ich nur für mich allein, nur für mich da. Ich seufze leise und ziehe die Decke noch ein wenig höher. Ich atme langsam ein und aus. Ich sauge die Stille in mich ein. Doch plötzlich wird meine zarte Wunderwelt gestört. Ein lautes Krachen lässt mich aufschrecken. Das Licht, dass plötzlich den Raum erhellt, schmerzt mich in den Augen. Vorsichtig zwinkere ich und schaue in die Richtung aus der, der Krach gekommen ist. Roman steht schwer atmend vor mir und schaut mich trotz seiner offensichtlichen Wut fragend an. „Was sitzte denn hier im Dunkeln?“ Natürlich weiß ich was los ist. „Gegenfrage: Warum schlägst du hier so mit Fahrstuhltüren?“ Eigentlich brauche ich keine Antwort und der zerknirschte Deniz, der vorsichtig hinter der Fahrstuhltür herlugt, bestätigt meine Annahmen nur noch. „Was willst du denn noch hier? Ich hab doch gesagt, dass ich heute keinen Bock mehr auf irgendwelche Diskussionen hab.“ Roman dreht sich schnippisch von dem jungen Mann weg. Doch dieser scheint Romans Einwand gar nicht wahrzunehmen. Mit einer schuldigen Miene tritt er trotzdem ins Loft und macht ein paar Schritte auf Roman zu. „Schatz, jetzt sei nicht albern.“ Vorsichtig legt er seine Hand auf Romans Schulter und will ihn zu sich herziehen. Doch ich kenne meinen Freund und ich kenne sein Temperament. Mit einer heftigen Bewegung schüttelt er Deniz ab. „Ach so, jetzt bin ich auch noch albern. Das wird ja immer schöner.“ Er schnaubt förmlich und ich muss gestehen, dass Deniz mir ein wenig leid tut. Ich weiß, dass er jetzt sagen kann, was er möchte. Roman wird ihm aus allem einen Strick drehen. Vielleicht sollte er wirklich nach Hause gehen. Wenn Roman in dieser Stimmung ist hilft nur noch Flucht und Abwarten. Doch Deniz scheint meine Vogel-Strauss-Taktik nicht nachahmen zu wollen. „Roman.“ Seine Stimme klingt auffordernd und zärtlich zu gleich. „Was willst du noch?“ Roman hat seinen Unterkiefer trotzig nach vorne geschoben. „Du weißt, dass das nicht so gemeint war.“ Deniz schaut meinen Freund voller Liebe und Zuneigung an. Nur der Himmel weiß, wie er diese Geduld aufbringt. Roman kann manchmal eine richtige Diva sein. Und grade jetzt scheint er in absoluter Divenstimmung zu sein. Ich bemerke, wie sich seine Züge unter Deniz Worten langsam entspannen. Aber noch nicht genug. Ich weiß, dass er noch nicht nachgeben kann. Jetzt noch nicht. Es ist zu früh. „Wie würdest du dich denn fühlen, wenn ich so was zu dir sagen würde?“ Auf Deniz Gesicht erscheint ein scheues Lächeln. Er weiß, was er jetzt sagen muss. Er kennt Roman zu genau. „Du würdest so was nie zu mir sagen.“ Er klingt immer noch ruhig, auch als Roman erneut zuschnappt. „Genau. Ich würde dir nie so was antun. Und warum machst du das dann?“ Deniz Lächeln weitet sich immer mehr aus. Mit ein paar Schritten steht er nun genau hinter Roman und schlingt vorsichtig die Arme um Romans Hüften. Er flüstert so leise, dass ich ihn kaum verstehen kann: „Weil ich manchmal eben ein absoluter Vollidiot bin.“ Ich kann den Kampf in Romans Gesicht lesen. „Aber ich bin DEIN Vollidiot.“ Mit diesen Worten hat er ihn geknackt. Ein Lächeln huscht nun auch über Romans Gesicht, bevor er sich in der Umarmung dreht und Deniz einen kleinen Kuss aufdrückt. „Ja, mein kleiner, eigener Vollidiot.“ Glücklich strahlen sich die beiden wieder an. „Ich hoffe, du kannst damit leben?“ Deniz schaut Roman spielerisch an. „Na, ich denke, das bekomme ich schon hin.“ Roman lacht leise, bevor er sich noch etwas tiefer in Deniz Arm kuschelt. Auch ich lächle. Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich es die ganze Zeit getan. Denn ich kenne meinen Roman, meine kleine Dramaqueen. Manchmal braucht er Streit wie die Luft zum Atmen. Manchmal muss er sich einfach an irgendetwas reiben. Es hat mich schon unglaublich viele Nerven gekostet und ich weiß, dass er auf diese Art und Weise auch schon den einen oder anderen Mann in die Flucht geschlagen hat. Deniz scheint tatsächlich der erste, der sich mit dieser komischen Eigenart meines Freundes abfinden kann. Trotz seines eigenen, unglaublichen Temperaments legt er bei Roman eine absolute Ruhe und Ausgeglichenheit an den Tag. Wer Deniz schon mal ohne Roman erlebt hat, würde nie glauben, dass er zusammen mit dem kleinen Eisläufer so sein würde. Aber er ist es. Er erträgt Romans Gezicke mit einem milden Lächeln und findet immer wieder die richtigen Worte, um Romans Wut im Keim zu ersticken. Er scheint einfach die richtigen Knöpfe zu kennen. Und das ist etwas, was selbst ich nicht von mir behaupten kann.
Anette
Zufrieden kuschle ich mich noch etwas tiefer in die Sofakissen. Endlich, endlich hab ich das Loft einmal für mich. Alle sind ausgeflogen und nur ich und diese wunderbare Stille sind zurückgeblieben. Nein, versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Rasselbande und ich liebe es, die Ersatzmama für alle zu spielen. Ja, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen. Alle auf ihre ganz eigene Art und Weise. Und ja, ich werde jederzeit wie eine Löwin für ihr Junges auch für diese Bande kämpfen. Doch an manchen Tagen, wenn die Luft draußen so klar ist wie heute, wenn der Nachthimmel so wunderbar blau schimmert, dann habe ich das Alleine sein doch ganz gern. Die Stille, die mich einhüllt, wie eine friedliche Decke. Dann muss ich mich nicht um die anderen kümmern, muss mir keine Sorgen machen, nicht über Lösungen für anderer Probleme grübeln. Nein, dann bin ich nur für mich allein, nur für mich da. Ich seufze leise und ziehe die Decke noch ein wenig höher. Ich atme langsam ein und aus. Ich sauge die Stille in mich ein. Doch plötzlich wird meine zarte Wunderwelt gestört. Ein lautes Krachen lässt mich aufschrecken. Das Licht, dass plötzlich den Raum erhellt, schmerzt mich in den Augen. Vorsichtig zwinkere ich und schaue in die Richtung aus der, der Krach gekommen ist. Roman steht schwer atmend vor mir und schaut mich trotz seiner offensichtlichen Wut fragend an. „Was sitzte denn hier im Dunkeln?“ Natürlich weiß ich was los ist. „Gegenfrage: Warum schlägst du hier so mit Fahrstuhltüren?“ Eigentlich brauche ich keine Antwort und der zerknirschte Deniz, der vorsichtig hinter der Fahrstuhltür herlugt, bestätigt meine Annahmen nur noch. „Was willst du denn noch hier? Ich hab doch gesagt, dass ich heute keinen Bock mehr auf irgendwelche Diskussionen hab.“ Roman dreht sich schnippisch von dem jungen Mann weg. Doch dieser scheint Romans Einwand gar nicht wahrzunehmen. Mit einer schuldigen Miene tritt er trotzdem ins Loft und macht ein paar Schritte auf Roman zu. „Schatz, jetzt sei nicht albern.“ Vorsichtig legt er seine Hand auf Romans Schulter und will ihn zu sich herziehen. Doch ich kenne meinen Freund und ich kenne sein Temperament. Mit einer heftigen Bewegung schüttelt er Deniz ab. „Ach so, jetzt bin ich auch noch albern. Das wird ja immer schöner.“ Er schnaubt förmlich und ich muss gestehen, dass Deniz mir ein wenig leid tut. Ich weiß, dass er jetzt sagen kann, was er möchte. Roman wird ihm aus allem einen Strick drehen. Vielleicht sollte er wirklich nach Hause gehen. Wenn Roman in dieser Stimmung ist hilft nur noch Flucht und Abwarten. Doch Deniz scheint meine Vogel-Strauss-Taktik nicht nachahmen zu wollen. „Roman.“ Seine Stimme klingt auffordernd und zärtlich zu gleich. „Was willst du noch?“ Roman hat seinen Unterkiefer trotzig nach vorne geschoben. „Du weißt, dass das nicht so gemeint war.“ Deniz schaut meinen Freund voller Liebe und Zuneigung an. Nur der Himmel weiß, wie er diese Geduld aufbringt. Roman kann manchmal eine richtige Diva sein. Und grade jetzt scheint er in absoluter Divenstimmung zu sein. Ich bemerke, wie sich seine Züge unter Deniz Worten langsam entspannen. Aber noch nicht genug. Ich weiß, dass er noch nicht nachgeben kann. Jetzt noch nicht. Es ist zu früh. „Wie würdest du dich denn fühlen, wenn ich so was zu dir sagen würde?“ Auf Deniz Gesicht erscheint ein scheues Lächeln. Er weiß, was er jetzt sagen muss. Er kennt Roman zu genau. „Du würdest so was nie zu mir sagen.“ Er klingt immer noch ruhig, auch als Roman erneut zuschnappt. „Genau. Ich würde dir nie so was antun. Und warum machst du das dann?“ Deniz Lächeln weitet sich immer mehr aus. Mit ein paar Schritten steht er nun genau hinter Roman und schlingt vorsichtig die Arme um Romans Hüften. Er flüstert so leise, dass ich ihn kaum verstehen kann: „Weil ich manchmal eben ein absoluter Vollidiot bin.“ Ich kann den Kampf in Romans Gesicht lesen. „Aber ich bin DEIN Vollidiot.“ Mit diesen Worten hat er ihn geknackt. Ein Lächeln huscht nun auch über Romans Gesicht, bevor er sich in der Umarmung dreht und Deniz einen kleinen Kuss aufdrückt. „Ja, mein kleiner, eigener Vollidiot.“ Glücklich strahlen sich die beiden wieder an. „Ich hoffe, du kannst damit leben?“ Deniz schaut Roman spielerisch an. „Na, ich denke, das bekomme ich schon hin.“ Roman lacht leise, bevor er sich noch etwas tiefer in Deniz Arm kuschelt. Auch ich lächle. Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich es die ganze Zeit getan. Denn ich kenne meinen Roman, meine kleine Dramaqueen. Manchmal braucht er Streit wie die Luft zum Atmen. Manchmal muss er sich einfach an irgendetwas reiben. Es hat mich schon unglaublich viele Nerven gekostet und ich weiß, dass er auf diese Art und Weise auch schon den einen oder anderen Mann in die Flucht geschlagen hat. Deniz scheint tatsächlich der erste, der sich mit dieser komischen Eigenart meines Freundes abfinden kann. Trotz seines eigenen, unglaublichen Temperaments legt er bei Roman eine absolute Ruhe und Ausgeglichenheit an den Tag. Wer Deniz schon mal ohne Roman erlebt hat, würde nie glauben, dass er zusammen mit dem kleinen Eisläufer so sein würde. Aber er ist es. Er erträgt Romans Gezicke mit einem milden Lächeln und findet immer wieder die richtigen Worte, um Romans Wut im Keim zu ersticken. Er scheint einfach die richtigen Knöpfe zu kennen. Und das ist etwas, was selbst ich nicht von mir behaupten kann.
Dero - Press rewind - Part 1
(Ja, ich weiß. Diese Geschichte hier zu posten grenzt an Wahnsinn. Aber ich möchte es trotzdem tun. Es gibt nämlich keine einzige Geschichte, auf die ich so stolz bin, wie diese hier. Und daher darf sie in einem Fanficblog von mir auch nicht fehlen. Ich schätze zwar, dass ich mit dem Posten ein gutes Jahr beschäftigt bin, aber egal. Was muss, das muss.)
Müde blinzelte er der Sonne entgegen, die langsam durch das kleine Schlafzimmerfenster fiel. Es konnte doch unmöglich schon so spät sein? Mit fahriger Hand grabschte er auf den Nachttisch neben sich und suchte nach seiner Uhr. Doch tatsächlich. Es war neun Uhr. Er fluchte leise als er plötzlich ein Grunzen neben sich hörte, welches seinen Blick auf die schlafende Person neben sich lenkte. Roman musste kichern. Er war ja selber schon so eine Schlafmütze, aber ihn konnte er einfach nicht schlagen. Es könnte ein Erdbeben losbrechen und er würde nicht erwachen. Tatsächlich rasten unter ihrem Fenster fast jede Nacht Polizei oder Krankenwagen vorbei, was Roman jedes Mal fast senkrecht im Bett stehen ließ, doch ihn schien es nicht zu stören. Er schlief weiter mit einer engelsgleichen Ruhe. Atemlos betrachtete Roman den dunklen Schopf, der knapp unter der Decke hervorlugte und wieder war er sich bewusst, wie viel Glück er gehabt hatte. Hätte man ihn vor einem Jahr gefragt, er hätte sich nicht träumen lassen, dass das Schicksal all dies für ihn vorgesehen hatte. Doch es war tatsächlich Realität. Er lag hier neben seinem wunderbaren Eishockeyspieler und sie waren zusammen. Zwar nicht mehr in Essen, aber es war ihnen beiden klar, dass es in Essen keine wirkliche Zukunft für sie gegeben hätte. Nicht, nach allem, was gewesen war. Nicht nach… Nein Roman. Denk nicht daran. Es ist vorbei. Das alles ist vorbei und Geschichte. As sie dann das Angebot aus London bekommen hatten, hatten sie es als Wink des Schicksals gesehen. Endlich hatten sie die Chance ihre alten Dämonen hinter sich zu lassen und besonders für Roman war es der klarer Neuanfang, den er dringend bedurfte. In Essen lauerten die Erinnerungen an jeder Straßenecke, in jeder Begegnung. Nein, der Neuanfang war gut und wichtig. Die plötzliche Bewegung neben sich ließ ihn aus seinen Gedanken schrecken. „Oh mein Gott. Es lebt.“ Lachte Roman. „Sehr witzig.“ War nur die gegrunzte Antwort des Dunkelhaarigen. „Wie kann man so früh nur so gute Laune haben? Das ist echt pervers.“ Mit einem weiteren Grunzer verschwand der Kopf wieder unter der Decke. Lächelnd zog Roman ihn wieder hervor und schaute tief in die fast schwarzen Augen. „Wie kann ich denn nicht gut gelaunt sein, wenn ein neuer Morgen einen neuen Tag mit dir verspricht?“ Er konnte sich seinem Charme einfach nicht entziehen. Er wusste nicht, wie er es machte, aber Roman schaffte es immer, die richtigen Worte zu finden. Lächelnd zog er ihn an sich und gab ihm einen zärtlichen Guten-Morgen-Kuss. „Womit hab ich dich nur verdient?“ „Ich habe keine Ahnung.“ Lachte Roman und kuschelte sich noch enger an den wohlgeformten Oberarm des Eishockeyspielers. „Ich liebe dich, Patrick.“
Lächelnd wischte er die Toastkrümel von der Arbeitsplatte, die Patrick hinterlassen hatte. Er kannte seinen Chaoten nur zu gut und er hatte dessen Macken in diesem einen Jahr, das sie nun schon zusammenlebten, wirklich schätzen gelernt. Früher hätte er sicher den Krümelverursacher mit einem kleinen Handstaubsauger erschlagen, aber jetzt wischte er sie nur noch mit einem milden Lächeln weg. Patricks ruhige und ausgeglichene Art hatte ihn angesteckt. Es gab viel wichtigere Dinge im Leben, die das Aufregen vielleicht lohnten. „Sorry Hun. Ich habs ein wenigs eilig gehabt.“ Patrick, der grade aus dem Bad wieder in die Küche geschossen kam, hatte Romans unauffällige Geste natürlich bemerkt. Er wusste, dass Roman eine saubere und ordentliche Küche mochte und ihn Brotkrümel jedes Mal in den Wahnsinn trieben. Und er bemühte sich wirklich, diesem wunderschönen Mann zu Liebe seine Schlampigkeit auf ein Minimum zu begrenzen, aber es klappte halt nicht immer. „Schon gut. Ich kenn dich ja nicht anders.“ Lachte Roman. „Sag mal, hast du eigentlich die Flüge gebucht?“ Die kleine, unschuldige Frage schaffte es, dass sich Romans Magen zu einer Faust zusammenballte. Seine Stimme zitterte ein wenig und er hoffte inständig, dass Patrick dies nicht bemerken würde. „Ja, hab ich am Wochenende schon gemacht.“ „Klasse. Ich freu mich wirklich schon so sehr auf die Hochzeit. Ich hab das Gefühl, wir waren schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Essen. Seit genau 378 Tagen, zwei Stunden und ungefähr fünf Minuten, fügte Roman in Gedanken hinzu. „Ich freu mich wirklich so sehr für Anette und Ingo. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sie es mit dem alten Chaoten immer noch aushält.“ Patrick lachte. Doch Roman bekam nur mit einem halben Ohr mit, was sein Freund ihm da erzählte. Zu weit weg waren seine Gedanken. „Du machst dir Sorgen.“ Patrick schien immer genau zu wissen, wie es Roman grade ging. „Bin ich so leicht zu durchschauen?“ Roman blickte ihn schuldbewusst an. „Vielleicht nicht für jeden, aber für mich schon.“ Liebevoll lächelte Patrick Roman an und strich ihm sanft über die Wange. „Du hast Angst davor ihn wieder zusehen.“ „Würdest du mir glauben, wenn ich nein sage?“ „Nein, keine Sekunde.“ Patrick nahm Romans Hand in die seine. „Aber das ist in Ordnung. Euch hat so viel verbunden, du hast so viel für ihn ertragen. Er hat fast dein ganzes Leben zerstört. Da hätte ich auch Angst.“ Roman blickte ihn dankbar an. „Aber mach dir keine Sorgen, Honey. Ich lass nicht zu, dass irgendwer dir wieder weh tut. Das verspreche ich.“
Langsam ließ Roman sich auf die weiche Couch fallen. Patrick war endlich Richtung Training abgeschwirrt, denn obwohl Roman seinen Liebsten immer gerne um sich hatte, brauchte er heute ein wenig Zeit für sich. Die Hochzeit seiner besten Freunde stand vor der Tür und um so näher der Termin rückte, umso mehr ergriffen ihn die Dämonen der Vergangenheit erneut. Vorsichtig nahm er einen Schluck Earl Grey, den er natürlich stilecht mit Milch trank, und ließ seinen Blick über die kleine Parkanlage schweifen, die ihrer Wohnung gegenüber lag. Er liebte sein Leben hier wirklich. Er liebte Patrick, er liebte London, er liebte seine neue Arbeit. Aber immer wieder verselbstständigten sich seine Gedanken und immer wieder fragte er sich, was gewesen wäre, wenn die Dinge in diesem verdammten Winter nur anders gelaufen wären. Er stellte seine Tasse energisch auf das kleine Beistelltischen und atmete tief ein. Nein Roman, vergiss es. Die Dinge waren so, wie sie waren und sie waren gut so. Alles hatte sich fantastisch entwickelt von der Sekunde an, als er den dunkelhaarigen Eishockeyspieler in dieser Bar getroffen hatte. Er war damals in dieser Bar gewesen, um zu vergessen. Er war auf der Suche nach einem schnellen Abenteuer. Irgendetwas, das die Leere in ihm vielleicht für wenige Stunden hätte füllen können. Irgendjemand, der ihn wieder fühlen lassen konnte, dass er kein abstoßender, bemitleidenswerter Kerl war, den eh niemand wollte. Er hätte nie gedacht, dass ihm dort die Liebe über den Weg laufen würde. Doch das war sie. Er hatte Patrick vorher schon ein paar Mal in der Eishalle der Steinkamps gesehen, aber hätte nie vermutet, dass dieser schwul sei. E hatte eine Menge an Gerüchten über den neuen Eishockeyimport von der Insel gehört, aber über seine Sexualität war nichts bekannt geworden. Und als er ihn da so alleine in dieser Schwulenbar mitten in Essen gesehen hatte, hatte er ihn für absolut abendteuertauglich erklärt. Doch aus dem Abenteuer war nichts geworden. Beide hatten den Abend damit verbracht über die verschiedenen Bedeutungen von Worten in ihren jeweiligen Sprachen zu lachen. Roman hatte sich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Nach einer Stunde und einigen Drinks mehr waren sie dazu übergegangen, sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten zu erzählen und wurden nicht müde, den anderen mit „Hey, genauso war das bei mir auch.“ zu unterbrechen. Sie hatten aber auch wirklich viel gemein. Wie ihr Outing abgelaufen war, verflossene Lieben, gebrochene Herzen. Und zu vorgerückter Stunde und mit steigendem Alkoholpegel gestanden sich beide, dass sie eigentlich nur mit der Absicht auf ein schnelles Abenteuer in die Bar gekommen waren. Dass sie beide eigentlich nur verzweifelt versuchten, ihre gebrochenen Herzen zu flicken.
„Weißt du, ich hab England ein wenig fluchtartig verlassen. Ich konnte einfach nicht bleiben. Nicht bei ihm.“ Patrick nahm einen heftigen Zug aus seiner Bierflasche. „Was ist passiert?“ Roman schaute ihn mitleidig an. Er kannte den Schmerz, den er in Patricks Augen sehen konnte, nur zu gut. „Tja, verlieb dich halt nie in einem Mannschaftskollegen. Vor allem besser nicht in einen Hetero-Mannschaftskollegen.“ Er seufzte. „Andy war einfach unglaublich. Als er das erste Mal beim Training auftauchte, dachte ich wirklich, mein Herz würde stehen bleiben. Er schien direkt aus meinen Traumvorstellungen vor mir aufs Eis projiziert worden zu sein. Blondes, volles Haar und die unglaublichsten blauen Augen, die ich jemals gesehen habe. Ich war auf der Stelle verknallt.“ Patrick schaute verträumt ins Nirgendwo. „Aber Homosexualität und Eishockey passen nun nicht wirklich zusammen und obwohl die meisten meiner Kollegen schon wussten, dass ich schwul bin, hätte ich nie irgendwas in Richtung Andy unternommen. Nach einem Auswärtsspiel haben wir dann ein Zimmer geteilt. Wir waren beide ziemlich betrunken. Irgendwann hab ich mir dann ein Herz gefasst und ihm gesagt, was ich fühle. Und weißt du was?“ Er schaute Roman nun wieder direkt an. „Er hat mich nicht ausgelacht oder weggeschubst. Er war nicht entsetzt oder angeekelt. Nein. Er hat nur gelächelt und gesagt: Ich dachte schon, du sagst es mir nie.“ Tränen funkelten in Patricks Augen. „Und von der Nacht an, war alles anders. Wir haben immer ein Zimmer geteilt, ach was sag ich Zimmer, ein Bett. Wenn wir im Training waren, kam er abends zu mir. Alles war so schön. Ich hab ihn geliebt. Ich hätte alles für ihn getan. Ich war so glücklich, ich hätte am liebsten der ganzen Welt von uns erzählt.“ Mit einer schnellen Handbewegung wischte sich Patrick eine Träne von der Wange. „Was ist dann passiert? Wo ist er jetzt?“ „Er ist immer noch in Liverpool. Vermutlich sitzt er grade am Tisch bei seiner Mum mit seiner tollen Vorzeigefreundin, die er nie geliebt hat.“ Patricks Stimme klang bitter. „Er hatte eine Freundin nebenher?“ Roman konnte es nicht fassen. „Ja. Er hat mir immer wieder gesagt, dass das alles nichts zu bedeuten hätte, dass er nur zur Tarnung mit ihr zusammen wäre. Aber irgendwann war mir das einfach genug. Ich hab ihn vor die Wahl gestellt: entweder eine öffentliche Beziehung oder gar keine. Tja, du kannst raten, wofür er sich entschieden hat.“ Patrick lachte bitter auf. „Männer können solche Idioten sein.“ Roman schüttelte den Kopf. „Jap, das können sie. Vielleicht sollten wir doch wieder zum anderen Ufer wechseln.“ Patrick schaute Roman lachend an, so dass auch dieser lachen musste. „Ne danke. Ich fühl mich hier eigentlich ganz wohl.“ „Na dann auf die idiotischen Kerle und auf das wir irgendwann den Richtigen finden.“ Sie stießen mit ihren Bierflaschen an und lachten. Roman fühlte sich in diesem Moment so unglaublich gut. Er hatte endlich wieder das Gefühl zu leben. Patrick schien ein wirklich netter Kerl und er schien ihn auch verstehen zu können. Ja, Patrick schien wirklich ein netter Kerl zu sein.
Nach dem Abend in der Bar hatte es nicht mehr lange gedauert, bis aus der tiefen Freundschaft, die die beiden von Anfang an verbunden hatte, eine tiefe Liebe wurde. Sie waren beide tief verletzt, fühlten sich einsam und waren froh darüber, endlich wen gefunden zu haben, dem sie vertrauen konnten, bei dem sie keine Angst haben mussten, verletzt zu werden. Doch ihre Beziehung stand unter keinem guten Stern. Immer wieder liefen sie Deniz über den Weg, der wie ein böser Schatten über der noch jungen Beziehung hing. Roman wusste, dass er Patrick nicht auf dieselbe Art und Weise liebte, wie er es bei Deniz getan hatte. Die Liebe zu Deniz war heiß gewesen, zu heiß. Sie hatte ihn fast verbrannt. Die Liebe zu Patrick war warm und vertraut. Sie gab ihm Geborgenheit und Sicherheit. Wie konnte er also auch nur daran denken, dass… Nein, er konnte den Gedanken nicht mal zu Ende denken. Daher war Roman damals sehr froh gewesen, als Patrick ein Angebot aus London bekommen hatte. Er war eh nie sonderlich glücklich in Deutschland und wollte wieder zurück auf die Insel. Als er Roman dann fragte, ob er sich vorstellen könnte mitzukommen, war dieser nur erleichtert und glücklich. Sie würden einen neuen Anfang machen. Ohne Deniz, ohne die ganzen bitteren Erinnerungen. Und so hatten sie ihre 7 Sachen gepackt und waren hier her gezogen. Roman liebte sein neues Leben. London war einfach wunderbar. Die Trainingsbedingungen waren unvergleichlich und auch das Leben mit Patrick war unglaublich. Er musste sich nicht mehr um solche Kindereien wie bei.. Nein, er wollte nicht einmal den Namen denken. Mit Patrick war alles so viel leichter. Patrick war sich in allen Dingen sehr sicher. Er wusste, wer er war und er wusste, was er war. Und das war für Roman eigentlich alles was zählte. Er musste keine Angst mehr haben, er musste nicht mehr für zwei kämpfen. Er konnte endlich wieder eine ganz normale Beziehung genießen.
Doch mit der Einladung zu Anettes und Ingos Hochzeit, die mit einer Rückkehr nach Essen verbunden war, schien alles wieder hoch zukommen. All die Gedanken und Gefühle, die doch schon so lange nicht mehr da sein durften, die er schon so lange nicht mehr fühlen durfte. Aber er konnte es nicht ändern. Mit dem Gedanken an Essen kam auch die ganze Vergangenheit wieder, die Roman doch so gerne vergessen wollte. Sein langer Kampf um Deniz, die Hoffnungen und schließlich die Niederlage. Er hatte damals nicht gewusst, wie er das überleben sollte. Er war tagelang, wochenlang nur als Hülle durch die Welt gewandert, hatte nicht schlafen können und hatte so viel geweint, wie in seinem gesamten Leben noch nicht. Er war soweit gegangen, wie er es nicht für möglich gehalten hatte. Er hatte alles verloren, seine Liebe und viel schlimmer: seinen Stolz. Wie war er Deniz hinterher gekrochen. Ja, gekrochen war der richtige Ausdruck. Er hatte all sein Ehrgefühl, seinen Stolz vergessen und hatte ihn angefleht ihn wieder zurückzunehmen. Er war ihm sogar heimlich in die Dusche nachgestiegen, nur um ihm zu beweisen, dass er doch schwul war. Doch an diesem Punkt angelangt war es einfach nur zu viel gewesen. Er wusste, dass er sich selber nicht mehr so erniedrigen durfte. Ja, er hatte Deniz geliebt, wie noch niemanden auf der gesamten Welt, aber egal wie groß diese Liebe nun war, er musste sich mehr lieben, er musste sich selber schützen. Also hatte er sich zurückgezogen. Zurückgezogen von der Welt, zurückgezogen von sich selbst. Er hatte nur noch trainiert und geschlafen. Diesem Umstand verdankte er nun zwar auch, dass er als brandheißer Favorit für Olympia galt, aber im Endeffekt hatte erst Patrick ihn wieder aus seiner Ohnmacht befreien können. Nach und nach hatte er seine Wunden heilen können, so dass nur noch Narben geblieben waren. Und Roman konnte gar nicht beschreiben, wie groß seine Angst war, dass die wohl versteckten Narben wieder aufreißen würden, wenn er Essen betrat. Nervös kaute er auf der Ecke des Kissens, welches er im Arm hielt. Er würde nach Essen zurück müssen. Er wusste nur nicht, ob er es überleben würde.
„Komm schon, Honey. Wir haben an alles gedacht.“ Entnervt rollte Patrick mit seinen Augen. „Ich will nur noch einmal die Kaffeemaschine checken.“ Roman hatte schon wieder den Schlüssel in der Tür, doch Patrick hielt ihn zurück. „Sweety, das hat du jetzt schon zweimal. Das Haus wird nicht abbrennen, weil wir weg sind.“ „Ich will nur sicher gehen, dass ich später noch ein zu Hause habe, zu dem ich zurückkehren kann.“ Sagte Roman leise. Beide wussten, dass er nicht über die Kaffeemaschine oder das Bügeleisen sprach. Patrick wusste genau, wie unruhig Roman wegen des Besuchs in Deutschland war. Aber er war auch sicher, dass dieser Besuch wichtig für Roman war, ja, wichtig für ihre Beziehung. Roman musste endlich seinen alten Ängsten entgegentreten. Er musste sie ein für alle mal besiegen. Sonst würden sie immer weiter zwischen ihnen stehen. „Du wirst hier immer ein zu Hause haben. Das weißt du.“ Er schaute Roman tief in die Augen und nahm zärtlich seine Hand. „Aber nun los. Der Zug nach Luton wartet nicht auf uns.“
Müde blinzelte er der Sonne entgegen, die langsam durch das kleine Schlafzimmerfenster fiel. Es konnte doch unmöglich schon so spät sein? Mit fahriger Hand grabschte er auf den Nachttisch neben sich und suchte nach seiner Uhr. Doch tatsächlich. Es war neun Uhr. Er fluchte leise als er plötzlich ein Grunzen neben sich hörte, welches seinen Blick auf die schlafende Person neben sich lenkte. Roman musste kichern. Er war ja selber schon so eine Schlafmütze, aber ihn konnte er einfach nicht schlagen. Es könnte ein Erdbeben losbrechen und er würde nicht erwachen. Tatsächlich rasten unter ihrem Fenster fast jede Nacht Polizei oder Krankenwagen vorbei, was Roman jedes Mal fast senkrecht im Bett stehen ließ, doch ihn schien es nicht zu stören. Er schlief weiter mit einer engelsgleichen Ruhe. Atemlos betrachtete Roman den dunklen Schopf, der knapp unter der Decke hervorlugte und wieder war er sich bewusst, wie viel Glück er gehabt hatte. Hätte man ihn vor einem Jahr gefragt, er hätte sich nicht träumen lassen, dass das Schicksal all dies für ihn vorgesehen hatte. Doch es war tatsächlich Realität. Er lag hier neben seinem wunderbaren Eishockeyspieler und sie waren zusammen. Zwar nicht mehr in Essen, aber es war ihnen beiden klar, dass es in Essen keine wirkliche Zukunft für sie gegeben hätte. Nicht, nach allem, was gewesen war. Nicht nach… Nein Roman. Denk nicht daran. Es ist vorbei. Das alles ist vorbei und Geschichte. As sie dann das Angebot aus London bekommen hatten, hatten sie es als Wink des Schicksals gesehen. Endlich hatten sie die Chance ihre alten Dämonen hinter sich zu lassen und besonders für Roman war es der klarer Neuanfang, den er dringend bedurfte. In Essen lauerten die Erinnerungen an jeder Straßenecke, in jeder Begegnung. Nein, der Neuanfang war gut und wichtig. Die plötzliche Bewegung neben sich ließ ihn aus seinen Gedanken schrecken. „Oh mein Gott. Es lebt.“ Lachte Roman. „Sehr witzig.“ War nur die gegrunzte Antwort des Dunkelhaarigen. „Wie kann man so früh nur so gute Laune haben? Das ist echt pervers.“ Mit einem weiteren Grunzer verschwand der Kopf wieder unter der Decke. Lächelnd zog Roman ihn wieder hervor und schaute tief in die fast schwarzen Augen. „Wie kann ich denn nicht gut gelaunt sein, wenn ein neuer Morgen einen neuen Tag mit dir verspricht?“ Er konnte sich seinem Charme einfach nicht entziehen. Er wusste nicht, wie er es machte, aber Roman schaffte es immer, die richtigen Worte zu finden. Lächelnd zog er ihn an sich und gab ihm einen zärtlichen Guten-Morgen-Kuss. „Womit hab ich dich nur verdient?“ „Ich habe keine Ahnung.“ Lachte Roman und kuschelte sich noch enger an den wohlgeformten Oberarm des Eishockeyspielers. „Ich liebe dich, Patrick.“
Lächelnd wischte er die Toastkrümel von der Arbeitsplatte, die Patrick hinterlassen hatte. Er kannte seinen Chaoten nur zu gut und er hatte dessen Macken in diesem einen Jahr, das sie nun schon zusammenlebten, wirklich schätzen gelernt. Früher hätte er sicher den Krümelverursacher mit einem kleinen Handstaubsauger erschlagen, aber jetzt wischte er sie nur noch mit einem milden Lächeln weg. Patricks ruhige und ausgeglichene Art hatte ihn angesteckt. Es gab viel wichtigere Dinge im Leben, die das Aufregen vielleicht lohnten. „Sorry Hun. Ich habs ein wenigs eilig gehabt.“ Patrick, der grade aus dem Bad wieder in die Küche geschossen kam, hatte Romans unauffällige Geste natürlich bemerkt. Er wusste, dass Roman eine saubere und ordentliche Küche mochte und ihn Brotkrümel jedes Mal in den Wahnsinn trieben. Und er bemühte sich wirklich, diesem wunderschönen Mann zu Liebe seine Schlampigkeit auf ein Minimum zu begrenzen, aber es klappte halt nicht immer. „Schon gut. Ich kenn dich ja nicht anders.“ Lachte Roman. „Sag mal, hast du eigentlich die Flüge gebucht?“ Die kleine, unschuldige Frage schaffte es, dass sich Romans Magen zu einer Faust zusammenballte. Seine Stimme zitterte ein wenig und er hoffte inständig, dass Patrick dies nicht bemerken würde. „Ja, hab ich am Wochenende schon gemacht.“ „Klasse. Ich freu mich wirklich schon so sehr auf die Hochzeit. Ich hab das Gefühl, wir waren schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Essen. Seit genau 378 Tagen, zwei Stunden und ungefähr fünf Minuten, fügte Roman in Gedanken hinzu. „Ich freu mich wirklich so sehr für Anette und Ingo. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sie es mit dem alten Chaoten immer noch aushält.“ Patrick lachte. Doch Roman bekam nur mit einem halben Ohr mit, was sein Freund ihm da erzählte. Zu weit weg waren seine Gedanken. „Du machst dir Sorgen.“ Patrick schien immer genau zu wissen, wie es Roman grade ging. „Bin ich so leicht zu durchschauen?“ Roman blickte ihn schuldbewusst an. „Vielleicht nicht für jeden, aber für mich schon.“ Liebevoll lächelte Patrick Roman an und strich ihm sanft über die Wange. „Du hast Angst davor ihn wieder zusehen.“ „Würdest du mir glauben, wenn ich nein sage?“ „Nein, keine Sekunde.“ Patrick nahm Romans Hand in die seine. „Aber das ist in Ordnung. Euch hat so viel verbunden, du hast so viel für ihn ertragen. Er hat fast dein ganzes Leben zerstört. Da hätte ich auch Angst.“ Roman blickte ihn dankbar an. „Aber mach dir keine Sorgen, Honey. Ich lass nicht zu, dass irgendwer dir wieder weh tut. Das verspreche ich.“
Langsam ließ Roman sich auf die weiche Couch fallen. Patrick war endlich Richtung Training abgeschwirrt, denn obwohl Roman seinen Liebsten immer gerne um sich hatte, brauchte er heute ein wenig Zeit für sich. Die Hochzeit seiner besten Freunde stand vor der Tür und um so näher der Termin rückte, umso mehr ergriffen ihn die Dämonen der Vergangenheit erneut. Vorsichtig nahm er einen Schluck Earl Grey, den er natürlich stilecht mit Milch trank, und ließ seinen Blick über die kleine Parkanlage schweifen, die ihrer Wohnung gegenüber lag. Er liebte sein Leben hier wirklich. Er liebte Patrick, er liebte London, er liebte seine neue Arbeit. Aber immer wieder verselbstständigten sich seine Gedanken und immer wieder fragte er sich, was gewesen wäre, wenn die Dinge in diesem verdammten Winter nur anders gelaufen wären. Er stellte seine Tasse energisch auf das kleine Beistelltischen und atmete tief ein. Nein Roman, vergiss es. Die Dinge waren so, wie sie waren und sie waren gut so. Alles hatte sich fantastisch entwickelt von der Sekunde an, als er den dunkelhaarigen Eishockeyspieler in dieser Bar getroffen hatte. Er war damals in dieser Bar gewesen, um zu vergessen. Er war auf der Suche nach einem schnellen Abenteuer. Irgendetwas, das die Leere in ihm vielleicht für wenige Stunden hätte füllen können. Irgendjemand, der ihn wieder fühlen lassen konnte, dass er kein abstoßender, bemitleidenswerter Kerl war, den eh niemand wollte. Er hätte nie gedacht, dass ihm dort die Liebe über den Weg laufen würde. Doch das war sie. Er hatte Patrick vorher schon ein paar Mal in der Eishalle der Steinkamps gesehen, aber hätte nie vermutet, dass dieser schwul sei. E hatte eine Menge an Gerüchten über den neuen Eishockeyimport von der Insel gehört, aber über seine Sexualität war nichts bekannt geworden. Und als er ihn da so alleine in dieser Schwulenbar mitten in Essen gesehen hatte, hatte er ihn für absolut abendteuertauglich erklärt. Doch aus dem Abenteuer war nichts geworden. Beide hatten den Abend damit verbracht über die verschiedenen Bedeutungen von Worten in ihren jeweiligen Sprachen zu lachen. Roman hatte sich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Nach einer Stunde und einigen Drinks mehr waren sie dazu übergegangen, sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten zu erzählen und wurden nicht müde, den anderen mit „Hey, genauso war das bei mir auch.“ zu unterbrechen. Sie hatten aber auch wirklich viel gemein. Wie ihr Outing abgelaufen war, verflossene Lieben, gebrochene Herzen. Und zu vorgerückter Stunde und mit steigendem Alkoholpegel gestanden sich beide, dass sie eigentlich nur mit der Absicht auf ein schnelles Abenteuer in die Bar gekommen waren. Dass sie beide eigentlich nur verzweifelt versuchten, ihre gebrochenen Herzen zu flicken.
„Weißt du, ich hab England ein wenig fluchtartig verlassen. Ich konnte einfach nicht bleiben. Nicht bei ihm.“ Patrick nahm einen heftigen Zug aus seiner Bierflasche. „Was ist passiert?“ Roman schaute ihn mitleidig an. Er kannte den Schmerz, den er in Patricks Augen sehen konnte, nur zu gut. „Tja, verlieb dich halt nie in einem Mannschaftskollegen. Vor allem besser nicht in einen Hetero-Mannschaftskollegen.“ Er seufzte. „Andy war einfach unglaublich. Als er das erste Mal beim Training auftauchte, dachte ich wirklich, mein Herz würde stehen bleiben. Er schien direkt aus meinen Traumvorstellungen vor mir aufs Eis projiziert worden zu sein. Blondes, volles Haar und die unglaublichsten blauen Augen, die ich jemals gesehen habe. Ich war auf der Stelle verknallt.“ Patrick schaute verträumt ins Nirgendwo. „Aber Homosexualität und Eishockey passen nun nicht wirklich zusammen und obwohl die meisten meiner Kollegen schon wussten, dass ich schwul bin, hätte ich nie irgendwas in Richtung Andy unternommen. Nach einem Auswärtsspiel haben wir dann ein Zimmer geteilt. Wir waren beide ziemlich betrunken. Irgendwann hab ich mir dann ein Herz gefasst und ihm gesagt, was ich fühle. Und weißt du was?“ Er schaute Roman nun wieder direkt an. „Er hat mich nicht ausgelacht oder weggeschubst. Er war nicht entsetzt oder angeekelt. Nein. Er hat nur gelächelt und gesagt: Ich dachte schon, du sagst es mir nie.“ Tränen funkelten in Patricks Augen. „Und von der Nacht an, war alles anders. Wir haben immer ein Zimmer geteilt, ach was sag ich Zimmer, ein Bett. Wenn wir im Training waren, kam er abends zu mir. Alles war so schön. Ich hab ihn geliebt. Ich hätte alles für ihn getan. Ich war so glücklich, ich hätte am liebsten der ganzen Welt von uns erzählt.“ Mit einer schnellen Handbewegung wischte sich Patrick eine Träne von der Wange. „Was ist dann passiert? Wo ist er jetzt?“ „Er ist immer noch in Liverpool. Vermutlich sitzt er grade am Tisch bei seiner Mum mit seiner tollen Vorzeigefreundin, die er nie geliebt hat.“ Patricks Stimme klang bitter. „Er hatte eine Freundin nebenher?“ Roman konnte es nicht fassen. „Ja. Er hat mir immer wieder gesagt, dass das alles nichts zu bedeuten hätte, dass er nur zur Tarnung mit ihr zusammen wäre. Aber irgendwann war mir das einfach genug. Ich hab ihn vor die Wahl gestellt: entweder eine öffentliche Beziehung oder gar keine. Tja, du kannst raten, wofür er sich entschieden hat.“ Patrick lachte bitter auf. „Männer können solche Idioten sein.“ Roman schüttelte den Kopf. „Jap, das können sie. Vielleicht sollten wir doch wieder zum anderen Ufer wechseln.“ Patrick schaute Roman lachend an, so dass auch dieser lachen musste. „Ne danke. Ich fühl mich hier eigentlich ganz wohl.“ „Na dann auf die idiotischen Kerle und auf das wir irgendwann den Richtigen finden.“ Sie stießen mit ihren Bierflaschen an und lachten. Roman fühlte sich in diesem Moment so unglaublich gut. Er hatte endlich wieder das Gefühl zu leben. Patrick schien ein wirklich netter Kerl und er schien ihn auch verstehen zu können. Ja, Patrick schien wirklich ein netter Kerl zu sein.
Nach dem Abend in der Bar hatte es nicht mehr lange gedauert, bis aus der tiefen Freundschaft, die die beiden von Anfang an verbunden hatte, eine tiefe Liebe wurde. Sie waren beide tief verletzt, fühlten sich einsam und waren froh darüber, endlich wen gefunden zu haben, dem sie vertrauen konnten, bei dem sie keine Angst haben mussten, verletzt zu werden. Doch ihre Beziehung stand unter keinem guten Stern. Immer wieder liefen sie Deniz über den Weg, der wie ein böser Schatten über der noch jungen Beziehung hing. Roman wusste, dass er Patrick nicht auf dieselbe Art und Weise liebte, wie er es bei Deniz getan hatte. Die Liebe zu Deniz war heiß gewesen, zu heiß. Sie hatte ihn fast verbrannt. Die Liebe zu Patrick war warm und vertraut. Sie gab ihm Geborgenheit und Sicherheit. Wie konnte er also auch nur daran denken, dass… Nein, er konnte den Gedanken nicht mal zu Ende denken. Daher war Roman damals sehr froh gewesen, als Patrick ein Angebot aus London bekommen hatte. Er war eh nie sonderlich glücklich in Deutschland und wollte wieder zurück auf die Insel. Als er Roman dann fragte, ob er sich vorstellen könnte mitzukommen, war dieser nur erleichtert und glücklich. Sie würden einen neuen Anfang machen. Ohne Deniz, ohne die ganzen bitteren Erinnerungen. Und so hatten sie ihre 7 Sachen gepackt und waren hier her gezogen. Roman liebte sein neues Leben. London war einfach wunderbar. Die Trainingsbedingungen waren unvergleichlich und auch das Leben mit Patrick war unglaublich. Er musste sich nicht mehr um solche Kindereien wie bei.. Nein, er wollte nicht einmal den Namen denken. Mit Patrick war alles so viel leichter. Patrick war sich in allen Dingen sehr sicher. Er wusste, wer er war und er wusste, was er war. Und das war für Roman eigentlich alles was zählte. Er musste keine Angst mehr haben, er musste nicht mehr für zwei kämpfen. Er konnte endlich wieder eine ganz normale Beziehung genießen.
Doch mit der Einladung zu Anettes und Ingos Hochzeit, die mit einer Rückkehr nach Essen verbunden war, schien alles wieder hoch zukommen. All die Gedanken und Gefühle, die doch schon so lange nicht mehr da sein durften, die er schon so lange nicht mehr fühlen durfte. Aber er konnte es nicht ändern. Mit dem Gedanken an Essen kam auch die ganze Vergangenheit wieder, die Roman doch so gerne vergessen wollte. Sein langer Kampf um Deniz, die Hoffnungen und schließlich die Niederlage. Er hatte damals nicht gewusst, wie er das überleben sollte. Er war tagelang, wochenlang nur als Hülle durch die Welt gewandert, hatte nicht schlafen können und hatte so viel geweint, wie in seinem gesamten Leben noch nicht. Er war soweit gegangen, wie er es nicht für möglich gehalten hatte. Er hatte alles verloren, seine Liebe und viel schlimmer: seinen Stolz. Wie war er Deniz hinterher gekrochen. Ja, gekrochen war der richtige Ausdruck. Er hatte all sein Ehrgefühl, seinen Stolz vergessen und hatte ihn angefleht ihn wieder zurückzunehmen. Er war ihm sogar heimlich in die Dusche nachgestiegen, nur um ihm zu beweisen, dass er doch schwul war. Doch an diesem Punkt angelangt war es einfach nur zu viel gewesen. Er wusste, dass er sich selber nicht mehr so erniedrigen durfte. Ja, er hatte Deniz geliebt, wie noch niemanden auf der gesamten Welt, aber egal wie groß diese Liebe nun war, er musste sich mehr lieben, er musste sich selber schützen. Also hatte er sich zurückgezogen. Zurückgezogen von der Welt, zurückgezogen von sich selbst. Er hatte nur noch trainiert und geschlafen. Diesem Umstand verdankte er nun zwar auch, dass er als brandheißer Favorit für Olympia galt, aber im Endeffekt hatte erst Patrick ihn wieder aus seiner Ohnmacht befreien können. Nach und nach hatte er seine Wunden heilen können, so dass nur noch Narben geblieben waren. Und Roman konnte gar nicht beschreiben, wie groß seine Angst war, dass die wohl versteckten Narben wieder aufreißen würden, wenn er Essen betrat. Nervös kaute er auf der Ecke des Kissens, welches er im Arm hielt. Er würde nach Essen zurück müssen. Er wusste nur nicht, ob er es überleben würde.
„Komm schon, Honey. Wir haben an alles gedacht.“ Entnervt rollte Patrick mit seinen Augen. „Ich will nur noch einmal die Kaffeemaschine checken.“ Roman hatte schon wieder den Schlüssel in der Tür, doch Patrick hielt ihn zurück. „Sweety, das hat du jetzt schon zweimal. Das Haus wird nicht abbrennen, weil wir weg sind.“ „Ich will nur sicher gehen, dass ich später noch ein zu Hause habe, zu dem ich zurückkehren kann.“ Sagte Roman leise. Beide wussten, dass er nicht über die Kaffeemaschine oder das Bügeleisen sprach. Patrick wusste genau, wie unruhig Roman wegen des Besuchs in Deutschland war. Aber er war auch sicher, dass dieser Besuch wichtig für Roman war, ja, wichtig für ihre Beziehung. Roman musste endlich seinen alten Ängsten entgegentreten. Er musste sie ein für alle mal besiegen. Sonst würden sie immer weiter zwischen ihnen stehen. „Du wirst hier immer ein zu Hause haben. Das weißt du.“ Er schaute Roman tief in die Augen und nahm zärtlich seine Hand. „Aber nun los. Der Zug nach Luton wartet nicht auf uns.“
Dero - Liebe allein - Part 14 - Ende
Er lächelte müde. Er traute sich nicht die Augen aufzuschlagen, noch wagte er eine Bewegung. Zu groß war die Angst, dass der Zauber vorbeigehen würde, zu groß war die Angst, dass alles doch nur ein Traum gewesen war. Er seufzte leicht und kuschelte sich noch tiefer in die warme Schulter seines Bettgefährten. Vorsichtig öffnete er ein Auge und riskierte einen Blick. Und tatsächlich. Der warme Körper neben ihm verschwand nicht, er lag nicht wieder alleine in seinem Bett. Nein, stattdessen lag der wunderschönste Mann der Welt neben ihm, wie er mit einem zufriedenen Lächeln feststellte. Mit einem anzüglichen Grinsen musste er an die vorherigen Stunden denken: wie sie voller Leidenschaft im Wohnzimmer übereinander hergefallen waren. Er fragte sich immer noch, wie sie es geschafft hatten, in sein Zimmer zu gelangen, um dort das fortzuführen, was sie unten schon angefangen hatten. Ein wohliger Schauer überlief ihn. Wie sie sich geliebt hatten. Hungrig und wild, bis keiner von beiden mehr einen Muskel rühren konnte. Gesprochen hatten sie kein Wort, nur die Liebesbekundungen, die zwischen den Küssen ihren Mündern entflohen waren. Aber Worte waren unwichtig. Roman wusste, dass er keinen Moment auf dieser Erde mehr ohne ihn sein wollte. Egal, was es ihn kostete. Er war alles wert. Vorsichtig hob er den Kopf und schaute in das Gesicht des schlafenden Engels neben ihm. Seine Augen waren sanft geschlossen und auf seinen Zügen lag ein zufriedenes Lächeln. Nein, er würde nie wieder auch nur eine Sekunde ohne ihn sein können. Er würde ihn nie wieder gehen lassen.
Langsam flatterten seine Lieder und schwerfällig öffnete er die Augen. War es ein Traum gewesen? War das grade alles passiert? Kurz machten sich Zweifel in Deniz Kopf breit, jedoch nur um von dem schlafenden Körper neben sich sofort wieder zerstreut zu werden. Doch, alles war Realität gewesen, alles war passiert. Wie sie sich in den Armen gelegen hatten, wie sie sich geküsst und geliebt hatten. Glücklich seufzte er leise und lauschte den regelmäßigen Atemzügen des Geliebten neben sich. Wie hatte er nur aufgeben können? Wie hatte er ihn nur gehen lassen können? Er würde nie wieder so dumm sein, dass versprach er sich selber. Er hatte erlaubt, dass ein Teil seiner Seele, ein Teil seines Herzens einfach gegangen war. Nein, das würde er nie wieder zulassen. Für ihn würde er durch das Feuer gehen. Für ihn würde er kämpfen bis zum letzten Blutstropfen und er wusste genau: diese Liebe war es mehr als wert.
Epilog:
Deniz fühlte sich nicht sonderlich wohl in seinem Anzug. Dauernd nestelte er an seiner Krawatte. Dieses dämliche Ding würde ihn noch strangulieren. Wie ein Kleinkind hatte er rumgezappelt, als Roman sie ihm im Hotelzimmer ungebunden hatte. „Muss das wirklich sein? Ich seh auch so gut genug aus.“ Hatte er gequengelt. „Ich weiß, mein Schatz.“ Roman hatte ihm mit einem Lachen geantwortet. „Aber das hier heute ist mein großer Tag und ich will, dass mein Freund nicht gut ausschaut, sondern fantastisch.“ Gekünstelt hatte Deniz die Augen verdreht. „Aber ist dafür dieser Strick notwendig?“ „Japp, ist er. Definitiv.“ Mit diesen Worten hatte Roman sein Werk beendet und war einen Schritt nach hinten gegangen, um ihn zu begutachten. Doch der anfänglich noch eher prüfende Blick verwandelte sich kurz darauf in etwas ganz anderes. Deniz musste bei diesem Anblick grinsen. „Weißt du eigentlich, wie verdammt sexy du bist?“ hatte Roman atemlos geflüstert. Deniz ging einen Schritt auf ihn zu und schlang seine Arme um die schmalen Hüften des Eisläufers. „Nein, ich hab keine Ahnung. Aber vielleicht solltest du mir noch mal zeigen, wie sexy DU mich findest.“ Sein zweideutiger Blick ließ Roman bis ins Mark erschauern und so war die grade so kunstvoll gebundene Krawatte keine zwei Sekunden später wieder auf dem Sofa gelandet, wohin sich noch einige andere Kleidungsstücke gesellen sollten. Deniz musste bei dem Gedanken an ihre nachmittägliche Aktivität grinsen. „Hey, was guckst du denn schon wieder so? Roman ist doch gar nicht in Reichweite.“ Anette holte ihn mit dieser spöttischen Frage wieder ins hier und jetzt. Er errötete leicht. „Wieso?“ „Weil ihr beide immer diesen bestimmten Blick drauf habt, wenn eure Gedanken in den ab 18 Bereich segeln.“ Sie lachte und Deniz Gesichtsfarbe wechselte von einem leichten Pink zu einem Dunkelrot. „Ach ich verstehe, du bist in Gedanken bei euren Nachmittagsaktivitäten.“ Und wieder wechselte die Gesichtsfarbe. Dieses Mal zu kalkweiß. „Woher weißt du?“ Anette hielt sich vor Lachen den Bauch. „Hör mal, Deniz. Ich bin zwar schon lange Single, aber ich bin nicht blöd. Ich weiß schon, was meinen Mister Pünktlich dazu bewogen hat, mich ne halbe Stunde unten in der Lobby warten zu lassen.“ Sie kicherte, während Deniz wieder rot wurde. Doch wie sehr sie ihn nun auch piesackte, so froh war sie doch, dass ihr Lieblingsschwulenpaar endlich wieder ihren Weg zusammen gefunden hatte. Es hatte ihr das Herz gebrochen, beide so zu sehen. Wie sie umher geschlichen waren und beide nicht begreifen wollten, was doch für alle anderen so offensichtlich war: Das die beiden einfach zusammengehörten. Doch seit ihrer Versöhnung waren beide wieder aufgeblüht. Und vor allem: unzertrennlich. Sie konnte sich an kaum eine Nacht erinnern, in der Deniz nicht bei ihm im Loft geblieben wäre. Alles hatten sie gemeinsam unternommen und ihr Lachen war durch die gesamte Wohnung zu hören. Endlich schienen beide wieder glücklich. „Wann geht es denn endlich los?“ Deniz rutschte aufgeregt auf seinem Stuhl hin und her. „Mensch Deniz, Roman läuft da gleich vor einem Millionen Publikum im Finale, nicht du.“ „Ja, ich weiß. Aber, aber..“ Ihm fiel kein gescheiter Grund für seine Aufregung ein. Und aufgeregt war er. Er hatte das Gefühl, als wenn sein Magen über Nacht Hauptverkehrsknotenpunkt einer Ameisenarme geworden wäre. Sein Roman würde gleich im Finale von Stars on Ice laufen. Wie konnte er da denn nicht nervös sein? Er wusste zwar, dass Roman so viel Starrummel und Kameras gewöhnt war, doch für ihn, den kleinen Machotürken aus Essen, war das einfach alles viel zu aufregend. Zumal er zu allem Überfluss auch tatsächlich als Romans Lebensgefährte hier war. Ganz offiziell also. Roman hatte ihm kurz nach dem Halbfinale, welches Deniz und die gesamte WG noch vorm Fernseher verfolgt hatten, gefragt, ob er mit zum Finale kommen würde. Und natürlich hatte er gewollt. Sogar als Roman ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die netten Leute von der Presse sicher wissen wollen würden, wer denn da in seiner Ehrenloge sitzen würde, hätte er keinen Grund gewusst, welcher ihn von seinem Roman hätte fern halten können und so hatte er natürlich eingewilligt als seine offizielle Begleitung mitzukommen. Und natürlich hatte er das Strahlen in Romans Augen bemerkt ob dieser Bestätigung. Er wusste, dass Roman solche Dinge wichtig waren und er war nur zu gerne bereit, alles Erdenkliche auf dieser Erde anzustellen, nur um diesen wunderschönen Mann mit seinem noch viel wunderschöneren Augen zum Strahlen zu bringen. So saß er also nun in dieser Ehrenloge. Um ihn herum alles Stars und Sternchen in den feinsten Anzügen und Kleidern. Und mitten drin er und Anette. Und Tim. Am Anfang war er nicht sonderlich erbaut gewesen, als er hörte, mit wem sie sich die Loge teilen würden müssen, aber kaum waren sie in Köln angekommen, hatte der blauäugige ihn so herzlich begrüßt und ihm so glaubhaft versichert, wie froh er über ihre Versöhnung war, dass sämtlicher Ärger Deniz’ innerhalb von Minuten verraucht war. „Ein Schluck Sekt?“ Anette riss ihn wieder aus den Gedanken. „Nur so zur Nervenberuhigung.“ Sie lächelte ihn an. „Danke, das kann ich jetzt brauchen.“
Nervös standen Roman und Ria hinter den Kulissen. In einer viertel Stunde würde es so weit sein, dann würde es drauf ankommen. Show time. Er atmete tief durch. Er musste schon zugeben, er war mehr nervös als sonst. Klar, er war schon vor weit größeren Mengen gefahren, aber irgendwie ließ sich selbst eine WM nicht mit diesem Event vergleichen. Die ungeheuere Dichte an Stars und Prominenten, die viele Presse, die ganzen Kameras. Das gab es bei den Sportveranstaltungen so nicht. Überhaupt war hier alles so viel glamouröser, dass es ihm einen gehörigen Schrecken einjagte. Zum großen Finale hatte RTL nämlich noch mal so richtig aufgefahren. Und ja, es schüchterte ihn ein und ja, es machte ihn nervöser, als er es jemals von sich gekannt hätte. „Hey.“ Eine nur zu bekannte Stimme erklang hinter ihm und mit einem freudigen Lächeln drehte er sich um. „Schatz, was machst du denn hier?“ „Tim war so nett und hat mich durch die Security geschmuggelt. Wir wollten doch beide mal sehen, wie es unseren Goldstücken so geht.“ Er lächelte und Roman fühlte sich noch schwächer auf den Beinen. „Alles okay bei dir? Du siehst irgendwie nervös aus?“ Deniz schaute ihn prüfend an. „Nein, nein. Das sieht nur so aus. Ich bin total ruhig.“ Mit einer Handbewegung tat er die Zweifel seines Freundes ab, doch hatte er starke Mühe seine Stimme nicht allzu sehr zittern zu lassen. „Roman Wild, du kannst mir ja viel vor machen, aber das glaub ich dir einfach nicht.“ Und wieder erschien dieses kleine verschmitze Lächeln in diesem geliebten Gesicht, welches Roman jedes Mal wieder alle Waffen strecken ließ. „Ja, du hast ja recht. Ich bin so nervös. Ich kenn das gar nicht von mir.“ Verzweifelt schaute er Deniz an. „Ach Schatz. Du schaffst das. Du bist schon vor weit mehr Leuten gelaufen und du weißt, dass du der beste bist.“ Unsicher schaute Roman ihn an, doch die tiefe Ruhe und Sicherheit, die er in den braunen Augen seines Gegenübers sah, übertrug sich langsam auf ihn. „Meinst du wirklich?“ Es schwang ein letzter Funken Zweifel in seiner Stimme. Deniz zog ihn zärtlich zu sich und schaute ihm tief in die strahlend blauen Augen. „Wirklich, mein Schatz. Himmel, du bist der wunderschönste, talentierteste, beste Eisläufer auf diesem Planet und ich frage mich jeden Tag aufs neue, wie ich es verdient habe, dass du ganz alleine mir gehörst.“ Die letzten Worte hatte er fast nur noch geflüstert, grade noch laut genug, dass sie bei dem ankamen, für den sie bestimmt waren. Wie zum Siegel küsste er ihn zärtlich und dieser Kuss ließ Roman fast abheben. Ja, jetzt glaubte er es fast selber. Ein Blick in die schokobraunen Augen und er begann fast selber an all die Sachen zu glauben, die Deniz da grade gesagt hatte. „Roman, wir müssen los.“ Ria stieß ihn an und widerwillig löste sich Roman aus Deniz Umarmung und folgte Ria. Hinter der Bühne angekommen, atmete Roman noch einmal tief ein. Du bist der wunderschönste, talentierteste, beste Eisläufer auf diesem Planet und ich frage mich jeden Tag aufs neue, wie ich es verdient habe, dass du ganz alleine mir gehörst. Er lächelte. Ja, natürlich würde er das hier schaffen. Er würde alles schaffen, solange nur der braunhaarige junge Mann mit den schwärzesten Augen der Welt an ihn glaubte.
„Und noch einen Sekt bitte.“ Mühselig stütze er sich auf dem Tresen auf und orderte mit schwerer Stimme ein weiteres Prickelwasser. Er war schon gut angetrunken, doch Himmel, es war seine Siegesparty, auf der durfte er ja wohl machen was er wollte. Er war kaum aus Köln wieder zurückgekommen, da hatten die Steinkamps auch schon eine riesen Party im Zentrum organisiert. Ja, jetzt war er wieder ihr strahlender Held. Mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht musste er an Frau Steinkamp denken und ihre überaus einfühlende Reaktion auf sein einmaliges Versagen bei Stars on Ice. Aber so waren sie eben. Bist du gut, gewinnst du, dann sind alle deine Freunde. Er fühlte, wie ein Hauch von Bitterkeit in ihm aufstieg, doch schnell schluckte er sie herunter. Dies war sein Abend und den wollte er sich durch nichts kaputt machen lassen. Alle seine Freunde waren gekommen und selbst Ria hatte es mit ihrem doch sehr strengen Terminkalender einrichten können. Mit dem Ergebnis, dass nun Mike und Ingo beide um ihre Gunst buhlten. Die arme Maus, dachte sich Roman und kicherte leise. Langsam ließ er seinen Blick über die Menschen gleiten und fühlte wie eine Woge des Glücks über ihn hereinbrach. Ja, er war wirklich zu Hause. Er hatte hier so viele gute Freunde gefunden, Freunde, die sich um ihn kümmerten, egal wie schlecht es ihm ging. Ja, er hatte hier so was wie eine Familie gefunden. Er ließ seinen Blick weiterstreifen und plötzlich verfünffachte sich das wohlige Gefühl in seinem Bauch und sein Herz begann zu klopfen. Ja, er hatte hier eine Familie gefunden. Aber was ihm bei seinem Blick auf den groß gewachsenen, schlanken Mann auffiel: Er hatte hier seine Liebe gefunden. Eine Liebe, so kompromisslos und ehrlich, dass es ihm zu Anfang fast die Sprache verschlagen hatte. So lange hatte er um diese Liebe gekämpft und nun endlich schienen sich all seine Wünsche und Träume zu erfüllen. Die letzten Wochen mit Deniz waren einfach fantastisch gewesen er fühlte, dass sie nun tatsächlich bereit waren, diese große Liebe auch wirklich zu leben. Glücklich lächelte er. Wie sehr er diesen Mann doch liebte. Und als wären sie durch eine unsichtbare Verbindung vereint, drehte Deniz sich in diesem Moment zu ihm um und als sich ihre Augen trafen, schenkte er ihm eines dieser entwaffnenden Lächeln, wie es nur ein Deniz konnte. Roman fühlte, wie sein Herz einen kleinen Sprung machte. Ja, er war wirklich glücklich. Denn in den Augen des geliebten Gegenübers konnte er genau sehen, wie sehr auch dieser ihn liebte.
„Hey, du bist hier das Stargast. Du kannst dich nicht an der Bar verstecken.“ Schmunzelnd war Deniz zu ihm herüber gekommen. „Ach, ich hab einfach grade nur nachgedacht.“ Er lächelte seine Liebe an. „Und worüber?“ „Darüber, wie glücklich du mich machst.“ Er schaute ihm in die Augen und erschauerte unter der Liebe, die er darin sah. Deniz zog seinen zierlichen Freund an sich und flüstere: „Du machst mich auch zum glücklichsten Menschen der Welt, also ist das wohl nur fair, oder?“ Langsam beugten sich beide weiter vor, doch bevor sich ihre Lippen in einem Kuss treffen konnten, schreckte Deniz Kopf hoch. Verwirrt schaute Roman ihn an. „Was ist?“ „Ja, hör doch.“ Beide lauschten der Musik. „All I’ve ever wanted, all I’ve ever needed is here in my arms.“ Roman schaute ihn verwirrt an. “Das ist doch unser Lied. Jetzt sag nicht, du hast das vergessen?“ Deniz blickte ihn strafend an. „Nein.. Ähhh.. Ja, ich meine.. Ich dachte, das wäre nur für mich unser Lied.“ Roman hatte damals gar nicht gemerkt, dass nicht nur er diesen Moment als absolut perfekt empfunden hatte, sondern dass da auch noch ein kleiner Machotürke neben ihm gelegen hatte, der bei den Worten dieses Liedes Tränen in den Augen gehabt hatte. Zu genau hatten sie doch seine eigene Gefühllage wiedergegeben. Glücklich schauten sie sich in die Augen. „Tanz mit mir.“ Schockiert blickte Roman Deniz an. „Was? Hier? Vor all den Leuten?“ „Warum nicht? Mir ist es egal, wer uns dabei zuguckt.“ Mit einem Lächeln, dem Roman nicht widerstehen konnte, zog Deniz ihn weg von der Bar und nach ein paar Schritten schlang er seine Arme um die geliebten Hüften. Und wie sie sich langsam im Takt der Musik bewegten, schien der Rest der Welt um beide zu verschwinden. Es gab nur noch sie und die Musik. Langsam wiegten sie sich hin und her. „Words are very unneccessary, they can only do harm.” Worte waren unwichtig. Beiden konnten es in den Augen des jeweils anderen lesen. „Ich liebe dich und ich werde dich nie wieder gehen lassen.“ Dies war ein Versprechen und sie wussten, dass sie es niemals brechen würden.
Langsam flatterten seine Lieder und schwerfällig öffnete er die Augen. War es ein Traum gewesen? War das grade alles passiert? Kurz machten sich Zweifel in Deniz Kopf breit, jedoch nur um von dem schlafenden Körper neben sich sofort wieder zerstreut zu werden. Doch, alles war Realität gewesen, alles war passiert. Wie sie sich in den Armen gelegen hatten, wie sie sich geküsst und geliebt hatten. Glücklich seufzte er leise und lauschte den regelmäßigen Atemzügen des Geliebten neben sich. Wie hatte er nur aufgeben können? Wie hatte er ihn nur gehen lassen können? Er würde nie wieder so dumm sein, dass versprach er sich selber. Er hatte erlaubt, dass ein Teil seiner Seele, ein Teil seines Herzens einfach gegangen war. Nein, das würde er nie wieder zulassen. Für ihn würde er durch das Feuer gehen. Für ihn würde er kämpfen bis zum letzten Blutstropfen und er wusste genau: diese Liebe war es mehr als wert.
Epilog:
Deniz fühlte sich nicht sonderlich wohl in seinem Anzug. Dauernd nestelte er an seiner Krawatte. Dieses dämliche Ding würde ihn noch strangulieren. Wie ein Kleinkind hatte er rumgezappelt, als Roman sie ihm im Hotelzimmer ungebunden hatte. „Muss das wirklich sein? Ich seh auch so gut genug aus.“ Hatte er gequengelt. „Ich weiß, mein Schatz.“ Roman hatte ihm mit einem Lachen geantwortet. „Aber das hier heute ist mein großer Tag und ich will, dass mein Freund nicht gut ausschaut, sondern fantastisch.“ Gekünstelt hatte Deniz die Augen verdreht. „Aber ist dafür dieser Strick notwendig?“ „Japp, ist er. Definitiv.“ Mit diesen Worten hatte Roman sein Werk beendet und war einen Schritt nach hinten gegangen, um ihn zu begutachten. Doch der anfänglich noch eher prüfende Blick verwandelte sich kurz darauf in etwas ganz anderes. Deniz musste bei diesem Anblick grinsen. „Weißt du eigentlich, wie verdammt sexy du bist?“ hatte Roman atemlos geflüstert. Deniz ging einen Schritt auf ihn zu und schlang seine Arme um die schmalen Hüften des Eisläufers. „Nein, ich hab keine Ahnung. Aber vielleicht solltest du mir noch mal zeigen, wie sexy DU mich findest.“ Sein zweideutiger Blick ließ Roman bis ins Mark erschauern und so war die grade so kunstvoll gebundene Krawatte keine zwei Sekunden später wieder auf dem Sofa gelandet, wohin sich noch einige andere Kleidungsstücke gesellen sollten. Deniz musste bei dem Gedanken an ihre nachmittägliche Aktivität grinsen. „Hey, was guckst du denn schon wieder so? Roman ist doch gar nicht in Reichweite.“ Anette holte ihn mit dieser spöttischen Frage wieder ins hier und jetzt. Er errötete leicht. „Wieso?“ „Weil ihr beide immer diesen bestimmten Blick drauf habt, wenn eure Gedanken in den ab 18 Bereich segeln.“ Sie lachte und Deniz Gesichtsfarbe wechselte von einem leichten Pink zu einem Dunkelrot. „Ach ich verstehe, du bist in Gedanken bei euren Nachmittagsaktivitäten.“ Und wieder wechselte die Gesichtsfarbe. Dieses Mal zu kalkweiß. „Woher weißt du?“ Anette hielt sich vor Lachen den Bauch. „Hör mal, Deniz. Ich bin zwar schon lange Single, aber ich bin nicht blöd. Ich weiß schon, was meinen Mister Pünktlich dazu bewogen hat, mich ne halbe Stunde unten in der Lobby warten zu lassen.“ Sie kicherte, während Deniz wieder rot wurde. Doch wie sehr sie ihn nun auch piesackte, so froh war sie doch, dass ihr Lieblingsschwulenpaar endlich wieder ihren Weg zusammen gefunden hatte. Es hatte ihr das Herz gebrochen, beide so zu sehen. Wie sie umher geschlichen waren und beide nicht begreifen wollten, was doch für alle anderen so offensichtlich war: Das die beiden einfach zusammengehörten. Doch seit ihrer Versöhnung waren beide wieder aufgeblüht. Und vor allem: unzertrennlich. Sie konnte sich an kaum eine Nacht erinnern, in der Deniz nicht bei ihm im Loft geblieben wäre. Alles hatten sie gemeinsam unternommen und ihr Lachen war durch die gesamte Wohnung zu hören. Endlich schienen beide wieder glücklich. „Wann geht es denn endlich los?“ Deniz rutschte aufgeregt auf seinem Stuhl hin und her. „Mensch Deniz, Roman läuft da gleich vor einem Millionen Publikum im Finale, nicht du.“ „Ja, ich weiß. Aber, aber..“ Ihm fiel kein gescheiter Grund für seine Aufregung ein. Und aufgeregt war er. Er hatte das Gefühl, als wenn sein Magen über Nacht Hauptverkehrsknotenpunkt einer Ameisenarme geworden wäre. Sein Roman würde gleich im Finale von Stars on Ice laufen. Wie konnte er da denn nicht nervös sein? Er wusste zwar, dass Roman so viel Starrummel und Kameras gewöhnt war, doch für ihn, den kleinen Machotürken aus Essen, war das einfach alles viel zu aufregend. Zumal er zu allem Überfluss auch tatsächlich als Romans Lebensgefährte hier war. Ganz offiziell also. Roman hatte ihm kurz nach dem Halbfinale, welches Deniz und die gesamte WG noch vorm Fernseher verfolgt hatten, gefragt, ob er mit zum Finale kommen würde. Und natürlich hatte er gewollt. Sogar als Roman ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die netten Leute von der Presse sicher wissen wollen würden, wer denn da in seiner Ehrenloge sitzen würde, hätte er keinen Grund gewusst, welcher ihn von seinem Roman hätte fern halten können und so hatte er natürlich eingewilligt als seine offizielle Begleitung mitzukommen. Und natürlich hatte er das Strahlen in Romans Augen bemerkt ob dieser Bestätigung. Er wusste, dass Roman solche Dinge wichtig waren und er war nur zu gerne bereit, alles Erdenkliche auf dieser Erde anzustellen, nur um diesen wunderschönen Mann mit seinem noch viel wunderschöneren Augen zum Strahlen zu bringen. So saß er also nun in dieser Ehrenloge. Um ihn herum alles Stars und Sternchen in den feinsten Anzügen und Kleidern. Und mitten drin er und Anette. Und Tim. Am Anfang war er nicht sonderlich erbaut gewesen, als er hörte, mit wem sie sich die Loge teilen würden müssen, aber kaum waren sie in Köln angekommen, hatte der blauäugige ihn so herzlich begrüßt und ihm so glaubhaft versichert, wie froh er über ihre Versöhnung war, dass sämtlicher Ärger Deniz’ innerhalb von Minuten verraucht war. „Ein Schluck Sekt?“ Anette riss ihn wieder aus den Gedanken. „Nur so zur Nervenberuhigung.“ Sie lächelte ihn an. „Danke, das kann ich jetzt brauchen.“
Nervös standen Roman und Ria hinter den Kulissen. In einer viertel Stunde würde es so weit sein, dann würde es drauf ankommen. Show time. Er atmete tief durch. Er musste schon zugeben, er war mehr nervös als sonst. Klar, er war schon vor weit größeren Mengen gefahren, aber irgendwie ließ sich selbst eine WM nicht mit diesem Event vergleichen. Die ungeheuere Dichte an Stars und Prominenten, die viele Presse, die ganzen Kameras. Das gab es bei den Sportveranstaltungen so nicht. Überhaupt war hier alles so viel glamouröser, dass es ihm einen gehörigen Schrecken einjagte. Zum großen Finale hatte RTL nämlich noch mal so richtig aufgefahren. Und ja, es schüchterte ihn ein und ja, es machte ihn nervöser, als er es jemals von sich gekannt hätte. „Hey.“ Eine nur zu bekannte Stimme erklang hinter ihm und mit einem freudigen Lächeln drehte er sich um. „Schatz, was machst du denn hier?“ „Tim war so nett und hat mich durch die Security geschmuggelt. Wir wollten doch beide mal sehen, wie es unseren Goldstücken so geht.“ Er lächelte und Roman fühlte sich noch schwächer auf den Beinen. „Alles okay bei dir? Du siehst irgendwie nervös aus?“ Deniz schaute ihn prüfend an. „Nein, nein. Das sieht nur so aus. Ich bin total ruhig.“ Mit einer Handbewegung tat er die Zweifel seines Freundes ab, doch hatte er starke Mühe seine Stimme nicht allzu sehr zittern zu lassen. „Roman Wild, du kannst mir ja viel vor machen, aber das glaub ich dir einfach nicht.“ Und wieder erschien dieses kleine verschmitze Lächeln in diesem geliebten Gesicht, welches Roman jedes Mal wieder alle Waffen strecken ließ. „Ja, du hast ja recht. Ich bin so nervös. Ich kenn das gar nicht von mir.“ Verzweifelt schaute er Deniz an. „Ach Schatz. Du schaffst das. Du bist schon vor weit mehr Leuten gelaufen und du weißt, dass du der beste bist.“ Unsicher schaute Roman ihn an, doch die tiefe Ruhe und Sicherheit, die er in den braunen Augen seines Gegenübers sah, übertrug sich langsam auf ihn. „Meinst du wirklich?“ Es schwang ein letzter Funken Zweifel in seiner Stimme. Deniz zog ihn zärtlich zu sich und schaute ihm tief in die strahlend blauen Augen. „Wirklich, mein Schatz. Himmel, du bist der wunderschönste, talentierteste, beste Eisläufer auf diesem Planet und ich frage mich jeden Tag aufs neue, wie ich es verdient habe, dass du ganz alleine mir gehörst.“ Die letzten Worte hatte er fast nur noch geflüstert, grade noch laut genug, dass sie bei dem ankamen, für den sie bestimmt waren. Wie zum Siegel küsste er ihn zärtlich und dieser Kuss ließ Roman fast abheben. Ja, jetzt glaubte er es fast selber. Ein Blick in die schokobraunen Augen und er begann fast selber an all die Sachen zu glauben, die Deniz da grade gesagt hatte. „Roman, wir müssen los.“ Ria stieß ihn an und widerwillig löste sich Roman aus Deniz Umarmung und folgte Ria. Hinter der Bühne angekommen, atmete Roman noch einmal tief ein. Du bist der wunderschönste, talentierteste, beste Eisläufer auf diesem Planet und ich frage mich jeden Tag aufs neue, wie ich es verdient habe, dass du ganz alleine mir gehörst. Er lächelte. Ja, natürlich würde er das hier schaffen. Er würde alles schaffen, solange nur der braunhaarige junge Mann mit den schwärzesten Augen der Welt an ihn glaubte.
„Und noch einen Sekt bitte.“ Mühselig stütze er sich auf dem Tresen auf und orderte mit schwerer Stimme ein weiteres Prickelwasser. Er war schon gut angetrunken, doch Himmel, es war seine Siegesparty, auf der durfte er ja wohl machen was er wollte. Er war kaum aus Köln wieder zurückgekommen, da hatten die Steinkamps auch schon eine riesen Party im Zentrum organisiert. Ja, jetzt war er wieder ihr strahlender Held. Mit einem spöttischen Grinsen im Gesicht musste er an Frau Steinkamp denken und ihre überaus einfühlende Reaktion auf sein einmaliges Versagen bei Stars on Ice. Aber so waren sie eben. Bist du gut, gewinnst du, dann sind alle deine Freunde. Er fühlte, wie ein Hauch von Bitterkeit in ihm aufstieg, doch schnell schluckte er sie herunter. Dies war sein Abend und den wollte er sich durch nichts kaputt machen lassen. Alle seine Freunde waren gekommen und selbst Ria hatte es mit ihrem doch sehr strengen Terminkalender einrichten können. Mit dem Ergebnis, dass nun Mike und Ingo beide um ihre Gunst buhlten. Die arme Maus, dachte sich Roman und kicherte leise. Langsam ließ er seinen Blick über die Menschen gleiten und fühlte wie eine Woge des Glücks über ihn hereinbrach. Ja, er war wirklich zu Hause. Er hatte hier so viele gute Freunde gefunden, Freunde, die sich um ihn kümmerten, egal wie schlecht es ihm ging. Ja, er hatte hier so was wie eine Familie gefunden. Er ließ seinen Blick weiterstreifen und plötzlich verfünffachte sich das wohlige Gefühl in seinem Bauch und sein Herz begann zu klopfen. Ja, er hatte hier eine Familie gefunden. Aber was ihm bei seinem Blick auf den groß gewachsenen, schlanken Mann auffiel: Er hatte hier seine Liebe gefunden. Eine Liebe, so kompromisslos und ehrlich, dass es ihm zu Anfang fast die Sprache verschlagen hatte. So lange hatte er um diese Liebe gekämpft und nun endlich schienen sich all seine Wünsche und Träume zu erfüllen. Die letzten Wochen mit Deniz waren einfach fantastisch gewesen er fühlte, dass sie nun tatsächlich bereit waren, diese große Liebe auch wirklich zu leben. Glücklich lächelte er. Wie sehr er diesen Mann doch liebte. Und als wären sie durch eine unsichtbare Verbindung vereint, drehte Deniz sich in diesem Moment zu ihm um und als sich ihre Augen trafen, schenkte er ihm eines dieser entwaffnenden Lächeln, wie es nur ein Deniz konnte. Roman fühlte, wie sein Herz einen kleinen Sprung machte. Ja, er war wirklich glücklich. Denn in den Augen des geliebten Gegenübers konnte er genau sehen, wie sehr auch dieser ihn liebte.
„Hey, du bist hier das Stargast. Du kannst dich nicht an der Bar verstecken.“ Schmunzelnd war Deniz zu ihm herüber gekommen. „Ach, ich hab einfach grade nur nachgedacht.“ Er lächelte seine Liebe an. „Und worüber?“ „Darüber, wie glücklich du mich machst.“ Er schaute ihm in die Augen und erschauerte unter der Liebe, die er darin sah. Deniz zog seinen zierlichen Freund an sich und flüstere: „Du machst mich auch zum glücklichsten Menschen der Welt, also ist das wohl nur fair, oder?“ Langsam beugten sich beide weiter vor, doch bevor sich ihre Lippen in einem Kuss treffen konnten, schreckte Deniz Kopf hoch. Verwirrt schaute Roman ihn an. „Was ist?“ „Ja, hör doch.“ Beide lauschten der Musik. „All I’ve ever wanted, all I’ve ever needed is here in my arms.“ Roman schaute ihn verwirrt an. “Das ist doch unser Lied. Jetzt sag nicht, du hast das vergessen?“ Deniz blickte ihn strafend an. „Nein.. Ähhh.. Ja, ich meine.. Ich dachte, das wäre nur für mich unser Lied.“ Roman hatte damals gar nicht gemerkt, dass nicht nur er diesen Moment als absolut perfekt empfunden hatte, sondern dass da auch noch ein kleiner Machotürke neben ihm gelegen hatte, der bei den Worten dieses Liedes Tränen in den Augen gehabt hatte. Zu genau hatten sie doch seine eigene Gefühllage wiedergegeben. Glücklich schauten sie sich in die Augen. „Tanz mit mir.“ Schockiert blickte Roman Deniz an. „Was? Hier? Vor all den Leuten?“ „Warum nicht? Mir ist es egal, wer uns dabei zuguckt.“ Mit einem Lächeln, dem Roman nicht widerstehen konnte, zog Deniz ihn weg von der Bar und nach ein paar Schritten schlang er seine Arme um die geliebten Hüften. Und wie sie sich langsam im Takt der Musik bewegten, schien der Rest der Welt um beide zu verschwinden. Es gab nur noch sie und die Musik. Langsam wiegten sie sich hin und her. „Words are very unneccessary, they can only do harm.” Worte waren unwichtig. Beiden konnten es in den Augen des jeweils anderen lesen. „Ich liebe dich und ich werde dich nie wieder gehen lassen.“ Dies war ein Versprechen und sie wussten, dass sie es niemals brechen würden.
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