Dienstag, 29. April 2008

Dero - Liebe allein - Part 11

(Wollen wir den geneigten Deroleser doch mal aus seiner kleinen Hölle befreien, nicht wahr.)

Die Tage und Wochen vergingen. Manchmal schlichen sie mit einer grausamen Langsamkeit und an manch anderen Tagen flog die Zeit so schnell um sie herum, dass es ihnen schwindelig wurde. Nach ihrem Zusammentreffen in der Umkleide hatte Roman beschlossen, dass es nun wirklich Zeit wurde, sein Leben wieder aufzunehmen. Er hatte noch am selben Tag die Deniz-Dinge aus seinem Zimmer ordentlich in einen Karton gepackt und ihn sorgfältig auf dem Schrank verstaut. Er wollte nicht mehr an ihre Zeit erinnert werden. Er wusste, dass er Deniz versprochen hatte, sich an ihn zu erinnern, doch das konnte er nicht. Zu frisch waren noch die Wunden. Doch Roman wusste, dass seine Anstrengungen um das Vergessen eigentlich verlorene Liebesmüh waren, denn jede Nacht wieder träumte sich Deniz in seine Welt. Jede Nacht aufs Neue war er da und lächelte ihn an. Jede Nacht wieder. Am Anfang hatte Roman allerhand gegen diese Träume versucht zu unternehmen. Nach einer Woche der stetig wiederkehrenden Deniz-Träume hatte er sogar die verrücktesten Dinge versucht, um sie zu unterbinden. Er hatte spät abends die schlimmsten Splatterfilme geschaut und sich mit Tonnen von Eiscreme voll gefressen. Alpträume waren immerhin besser, als dieses wohlbekannte, geliebte Gesicht ewig vor sich zu haben, es aber nicht berühren, nicht küssen zu können. Doch nach einer Weile hatte er auch das auf gegeben. Zum einen hatte er Angst, wenn er diese Strategie weiterverfolgen würde, dass er dann einer Tages wie der Marshmallowman aussehen würde und, wie er nur ungern zugab, begann er sich auf die Träume zu freuen. Nach ihrem Tag in der Umkleide hatte beide praktisch ein stilles Abkommen geschlossen. Beide mieden sich, wo es nur ging. Roman besuchte nicht mehr die Sieben und Deniz war nur noch zu Trainingszeiten im Zentrum. Und so wurde ihr Kontakt immer dünner und rissiger. Wenn sie sich zufällig irgendwo sahen, dann wagte sie nicht, sich in die Augen zu schauen und suchten beide recht schnell das weit. Und so begann Roman fast dankbar für diese Träume zu sein. Denn schließlich ermöglichten sie ihm, wenigstens noch etwas Zeit mit seinem Liebsten zu verbringen. Sein Lachen zu hören, sein Lächeln zu sehen. Und nach einer Weile des enthaltsamen Lebens waren auch noch ganz andere Komponenten in seine Träume getreten. Nun konnte er ihn endlich wieder küssen, ihn berühren, ihn lieben. Er wusste, dass diese Träume nicht gut für seinen Heilprozess waren, denn nach jeder durchträumten Nacht war seine Sehnsucht nach dem dunkelhaarigen Jungen nur noch größer. Aber er erlaubte sie sich als kleines Abschiedsgeschenk. Ein Geschenk, das nur ihm ganz allein gehörte. So wertvoll und zerbrechlich, dass er sie wie einen kleinen Schatz den ganzen Tag in seinen Gedanken sicher hielt. Auch wenn es unlogisch für ihn erschien, diese Träume machten ihn stark und ließen ihn weiter machen. Sie gaben ihm die Kraft, die er so dringend brauchte. Und so pendelte sich nach ein paar Wochen alles wieder ein. Er ging zum Training, welches jetzt endlich wieder gut lief. Er und Ria machten große Fortschritte und so liefen die beiden von einer Runde zur anderen, jedes mal mit besseren Noten und noch mehr Zuschauerstimmen. Sie hatten das Finale nun mittlerweile fast erreicht. Abends blieb Roman immer lange im Kraftraum und powerte sich aus. Er wusste, umso erschöpfter er war, umso näher war er den geliebten Träumen.

Deniz Gedanken und Gefühle hatten sich langsam beruhigt. Die ersten Tage nach ihrem Zusammenstoß in der Umkleide waren sehr schwer gewesen. Sein Kummer um seine verlorene Liebe hatte ihn mit voller Wucht erwischt und auch dieses Mal war er so überraschend und schnell gekommen, wie ein Blitzschlag. Er hatte sich in sein Zimmer verkrochen und hatte stundenlang Musik gehört und vor sich hingestarrt. Und ja, auch wenn der Machotürke es nicht wahr haben wollte, er hatte auch mehr als nur eine Träne vergossen. Doch nach und nach hatte er sich wieder gefangen. Was brachte es auch, hier zu liegen und sich im Selbstmitleid zu suhlen. Er war weg. Daran würden alle Tränen der Welt nichts ändern. Irgendwann war er wieder aufgestanden, war wieder zur Schule und zum Training gegangen. Seine Gefühle hatte er vorsorglich in einer Kugel aus Watte versteckt. Dieses taube Gefühl in seiner Brust machte ihn zwar wahnsinnig, doch zu groß war die Angst vor erneuten Verletzungen. Lieber schloss er seine Gefühle bis an das Ende seiner Tage ein, als zu riskieren, dass sie erneut verletzt werden konnten. Er hatte es nun einmal ertragen, doch noch ein zweites Mal, da war er sich mehr als sicher, würde er es nicht überleben.

So flossen die Tage dahin und keiner der beiden verschwendete einen Gedanken an den jeweils anderen. Sie versuchten ihr Leben wieder in gelenkte Bahnen zu bekommen. Sie strampelten sich ab, sie versuchten alles, um endlich wieder Normalität herzustellen. Und ganz egal, wie eindringlich und klar sie ihrer Familie und ihren Freunden versuchten klar zu machen, dass alles wieder okay sei, so waren sie sich doch auch beide im Klaren darüber, dass etwas Wichtiges zu fehlen schien. Anfänglich wusste keiner von beiden, wie sie es genau beschreiben sollten. Es war wie ein kleiner kalter Schatten, der sich über ihre Seelen gelegt hatte und sie ab und zu frösteln ließ. Wie eine kalte Hand, die ihre langen, spindeldürren Finger um ihre Herzen gelegt hatte. Roman begriff als erstes: Es war ein Teil von ihm, dass so dringend fehlte.

„Oh entsch…“ Die Worte bleiben in seinem Hals stecken, als er erkannte, in wen er da so gedankenverloren rein gelaufen war. Doch auch Deniz schien einigermaßen überrascht. Verlegen schauten sie sich in die Augen. Es war ihr erstes Treffen seit Ewigkeiten. Hatten sie in der letzten Zeit immer versucht den anderen zu meiden, schien es in Anbetracht der Situation mehr als lächerlich, nun nichts zu sagen. Roman räusperte sich und wiederholte: „Entschuldigung. Ich war wohl in Gedanken.“ Ein Blick in die schokobraunen Augen und der Gedanke daran, dass er grade in Gedanken genau bei diesen gewesen war, ließen ein kleines Lächeln auf seine Lippen zaubern. „Quatsch. Das war meine Schuld. Ich sollte besser auspassen, wo ich hinlaufe.“ Romans strahlend blauen Augen und sein zaghaftes Lächeln ließen Deniz erschauern. „Und, wie geht es dir so?“ Deniz musste irgendetwas sagen, einfach um die unerträgliche Stille zwischen ihnen zu brechen und auch, weil er Angst hatte, das dieser Moment mit den wundervollsten blauen Augen der Welt nun sofort vorbei sein würde, wenn er nichts sagte. Roman schaute verlegen zur Seite, doch Deniz bemerkte nicht, wie sich eine leichte Röte über das geliebte Gesicht legte. „Ja, mir geht es gut. Ja, fantastisch. Training läuft gut und alles andere auch. Und bei dir?“ Wie gerne hätte er ihm die Wahrheit gesagt. Dass er jede Minute, jede Sekunde das Gefühl hatte, es würde ein Teil seines Herzens, ein Teil seiner Seele fehlen. Wie sehr er Angst hatte, dass er nie wieder jemanden finden würde, der diese Leere auszufüllen vermochte. Doch stattdessen antwortete Deniz nur: „Ja, mir geht es auch gut.“ Und schon herrschte wieder diese peinliche Stille zwischen ihnen. Keiner traute sich, in Anbetracht der riesigen Lüge, die zwischen ihnen schwebte, den anderen anzuschauen. Hastig verabschiedeten sich voneinander und ohne auch nur noch einen Blick zurückzuwerfen, ergriffen sie die Flucht.

Stiftung Movie-Test - The broken hearts club

Oh, wie liebe ich doch meinen eigenen Blog. Frau kann ihn vollspammen, bis ihr die Finger bluten. *lach. So wie es aussieht, werde ich das wohl heute auch so handhaben. *zwinker.

Aber dieser Film muss unbedingt in meine Sammlung: The broken hearts club.

Handlung:
Eigentlich gibt es nicht so wirklich Handlung. Das ganze ist irgendwie wie Sex and the City nur mit einem Haufen schwuler Jungs. Die ganze Geschichte dreht sich also darum, was sie so alles erleben, wie sich ihr Leben entwickelt. Dabei lassen sie sich von uns über die Schulter schauen und das macht tierisch Spaß.

Besonderes:
Zach Braff, den sicher einige aus Scrubs kennen, spielt eine der Hauptrollen: Allerdings in wasserstoffblond und sehr, sehr ausgeflippt. Aber irgendwo auch mordsmäßig komisch und am schluss auch absolut tragisch. Für mich die Figur des Filmes, die mich am meisten zum Heulen gebracht hat. Denn trotz aller Leichtigkeit gibt es auch ein paar Schatten und da bleibt dann auch wirklich kein Auge trocken.

Fazit:
Leichte Kost, definitiv. Aber eine nette Aufforderung, seine Träume zu leben und vor allem eine Liebeserklärung an Freunde. Also wieder was für den Sonntagnachmittag aufm Sofa.

Les chansons d'amour

Leider, leider kann ich diesen Film noch nicht als Stiftung Movie-Test bringen. *Unterlippe vorschieb* Aber leider ist das deutsche Kino dermassen doof, dass sie sich diesen wunderbaren Film mal einfach so verkniffen haben. *Kopf schüttel* Den Trailer zum Ganzen hab ich letztes Jahr schon gesehen, allerdings in England (Ja, und zu meinem Glück ziehe ich naaaaatürlich genau dann wieder zurück nach D, wenn dieser Film anläuft. *grummel), und fand ihn einfach ausgezeichnet. Damals wusste ich noch gar nicht, dass da auch eine schwule Storyline (hihi, das hört sich irgendwie lustig an) drin vorkommt. Aber alleine die Lieder und das ganze Gefühl, was in den Clips bisher so rausgekommen ist, lässt mich ganz dringend auf Geldsegen hoffen, so dass ich mir den Film auf DVD aus England importieren kann. Ich denke, er wird es wert sein.
Aber schauen sie sich doch mal den schönsten Teil, meiner Meinung nach, selber an:

JPC - James und Guy - Most Beautiful Men

Wusste ich es schon immer? Aber natürlich. Aber jetzt gab es noch die Bestätigung. James und Guy haben beide eigene Profile bei der fabelhaften Seite "mostbeautifulmen". Ja, es gibt sowas wie Gerechtigkeit auf der Welt. Denn wenn die beiden da nicht drauf gehören, dann weiß ich auch niemanden.

Guy Burnet
James Sutton

Und guckt euch uuuuuuuuuuunbedingt die Bilder in der Gallerie von Guy an. *schmilzend zu Boden sink*

JPK - Neue Pics

Oh, endlich, endlich. Am Donnerstag ist es soweit und mein Lieblingsschnuckel kommt wieder auf den Bildschirm. For gods sake. Hat ja auch lange genug gedauert. Und vorab gab es schonmal wieder neue Bildchen. Die Diskussion um die Lederjacke wärme ich nicht wieder auf, aber tatsächlich sieht sie der Craig-Lederjacke (in der er btw. einfach nur zum Sabbern ausschaut) recht ähnlich. Aber JP wird für mich immer eher der Hoodie-Typ bleiben. Lederjacken trägt der dunkelhaarige Hitzkopf. Nicht mein blonder Engel. :-P















Und könnte bitte, bitte irgendwer den guten Kieron mal zum Frisör schicken. Ich weiß, der hat grade andere Sorgen, Herzschmerz und so weiter. Aber bitte. Er wohnt mit einem Frisör zusammen. Kann der sonst nicht einfach mal eines Nachts...? Für mich wäre es wirklich ein Akt der Barmherzigkeit. Ich meine, der gute Jake sieht echt nicht schlecht aus. Aber durch die Nase und die langen Zotteln fehlt langsam wirklich nicht mehr viel zu ALF.

Edit:
Hmmm, ich gucke grade auf die Bilder und irgendwie.. Sollte Kieron wirklich die Haare ab haben? Nase an Bildschirm drück? Sollte, sollte sollte? Und wieder ein Grund, warum ich Donnerstag abend bis spät in die Nacht Youtube belagern werde. Sowas muss doch rausgefunden werden. *grins. (Natürlich auch nur auf Recherchegründen. :-D)

Montag, 28. April 2008

JPC - A New Life - Part 12

„Endlich.“ Keith ließ einen kleinen Seufzer los, als er Craig endlich auf einem der kleinen Sofas entdeckte. Der junge Mann schien furchtbar betrunken, unglaublich viele Tequilagläser standen aufgereiht vor ihm. „Keith. Da bisch u ja wieda.“ Craig lallte leise vor sich hin und grinste betrunken. Nein, der Dunkelhaarige schien nicht nur betrunken, er war es einfach. Kopfschüttelnd trat Keith näher und half Craig auf die Beine. „Komm schon, wir gehen nach Hause.“ Craigs Kopf schlug augenblicklich nach oben und er schaute Keith direkt in die Augen. „Nach Hollyoaks? Zu John Paul?“ Keith musste leise lächeln, als er die Hoffnung sah, die so plötzlich in den braunen Augen aufleuchtete. „Ich befürchte, das wäre für heute Abend ein wenig zu weit.“ Müde ließ sich Craig in Keith Arm fallen. „Aber du hast doch gesagt, nach Hause. Dann muss ich zu John Paul. Ich will zu John Paul. Ich muss…“ Seine Stimme klang so dringlich und sein Blick war so flehentlich, dass es Keith fast das Herz brach. Was war mit dem jungen Mann nur passiert? „Ah, du hast unseren jungen Trunkenbold also gefunden?“ Michael drängte sich an einer Gruppe Jungs vorbei und stand nun dicht bei dem schwankenden Pärchen. „Ja, endlich. Aber was machen wir nun?“ Keith schaute seinen Freund fragend an. Er hatte Craig finden müssen, musste sehen, dass es ihm gut ging, aber nun wo er ihn gefunden hatte, hatte er eigentlich keine Ahnung, was er mit ihm anstellen sollte. „Das ist doch ganz einfach. Wir nehmen ihn mit nach Hause.“ Michael war in manchen Dingen einfach pragmatischer als seine bessere Hälfte. „Meinst du wirklich?“ Keith schaute ihn eindringlich an. Er wusste, dass Michael manchmal zur Eifersucht neigte und er fürchtete, dass es auch dieses Mal so sein könnte. Doch Michael lächelte nur. „Ja, was sollen wir sonst machen? Ihn in diesem Zustand hier liegen lassen? Ihn mit einem Taxi nach Hause schicken? Wir wissen nicht mal seine Adresse und ich befürchte, er weiß sie auch nicht mehr.“ Das gedämpfte Gelalle von Craig ließ beide aufschrecken. „Natürlich weisch ich meine Adresse. The dog in the pond, Hollyoaks, Chester. Oder noch viel besser: Das McQueen-Haus. Ja, das McQueen-Haus. Da will ich jetzt hin, da is zu Haus.“ Schlapp ließ sich Craig erneut in Keith Arme fallen, so dass der große Mann tatsächlich mächtige Probleme hatte, die beiden aufrecht zu halten. „Na komm schon. Gib mir das kleine Vögelchen und hol du unsere Sachen. Ich warte mit unserem Findelkind.“ Dankbar übergab er Michael den schlaffen Körper und verschwand in der Menschenmenge des Clubs. Als Michael zur Seite schaute sah er überrascht in Craigs Augen. „Wer bischt du denn? Isch kenn dich gar nich.“ Fragend schaute Craig ihn aus seinen braunen Augen an, die nur noch halb geöffnet waren. „Ich bin Michael. Ich hätte mir auch einen schöneren Umstand für unser Kennenlernen erhofft.“ Er grinste schief. „Du bischt Keith Mann, richtig?“ „Jap, das kann man wohl so sagen. „Dasch is gut. Dasch is wirklich gut.“ Wild fuchtelte Craig mit seiner freien Hand in der Luft herum, bevor er wieder ruhiger wurde. „Weischt du, ich hatte auch mal einen Mann. Kannst du dir das vorstellen?“ Craig schaute ihn fragend an. „Warum nicht?“ „Warum nicht? Warum nicht? Weil ich nich schwul bin, hörst du. Bin ich nicht.“ Michael lächelte. „Und warum hattest du dann einen Mann?“ Craigs Blick fiel traurig zu Boden. „Weil es John Paul war. Es war immer nur John Paul.“

Dero - Liebe allein - Part 10

Wie von einer Kugel getroffen, wankte Deniz zu den Spinten zurück und ließ sich langsam zu Boden gleiten. „Aber warum bist du dann nicht zu mir gekommen? Wenn du doch mich liebst und ihn nicht. Warum?“ „Weil ich dachte, dass du das nicht wolltest. Ich hätte nie gedacht, dass du mir das verzeihen kannst.“ Auch Roman ließ sich auf eine der Umkleidebänke fallen. Deniz schaute entgeistert zu ihm hoch. „Roman, du hast mir so viele Dinge verziehen in unserer Beziehung. Glaubst du nicht, dass mir unsere Liebe wichtiger ist als mein beschissener Stolz? Glaubst du nicht, dass ich dir auch mal etwas verzeihen könnte?“ Die Worte trafen Roman völlig unerwartet. Er stotterte: „Nein, daran habe ich nie gedacht.“ Sie schauten sich lange in die Augen. Wie viele Missverständnisse und Fehlinterpretationen lagen schon zwischen ihnen. „Und schon wieder haben wir da eine ganze Menge an Missverständnissen.“ Deniz seufzte. „Warum haben wir nie darüber gesprochen?“ Roman schaute ihn traurig an. „Ich weiß nicht.“ Deniz starrte wieder zu Boden. „Vielleicht sind wir einfach nicht beziehungskompatibel.“ Seine Stimme war so leise, dass Roman ihn kaum gehört hatte. „Ja, vielleicht sind wir das wirklich nicht.“ Bestätigte Roman traurig. „Wir tun uns nicht gut, oder?“ Bei dieser Frage hatte Deniz seinen Blick wieder erhoben und schaute Roman direkt in die Augen. Roman wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Fast flehentlich wiederholte Deniz: „Oder?“ Seine verzweifelte Frage klang wie die Bitte nach einem Rettungsring. Bitte, gib mir nur diesen einen kleinen Hoffnungsschimmer und ich werde für dich durch das Feuer gehen. Doch ohne seinen Blick von Deniz zu wenden, sagte Roman: „Nein, ich fürchte, das tun wir nicht.“ Der Moment schien sich zu einer Ewigkeit auszubreiten. Nun saßen sie hier, wussten beide um ihre Liebe. Alles hätte so einfach sein können, sie hätten sich so nah sein können. Doch stattdessen waren sie sich so fern wie nie zuvor.

Langsam waren beide aufgestanden. Sie wagten es nicht, sich in die Augen zu schauen. Zu bedrückend war diese Stille, dieses Wissen um ihre verlorene Liebe. „Tja, dann wars das jetzt wohl.“ Roman hatte als erstes seine Stimme wieder gefunden. „Ich schätze.“ Presste Deniz hervor. Langsam drehten sie sich voneinander weg. Der eine zu seinem Spind, der andere zur Tür. Doch bevor Roman auch nur die Klinke herunterdrücken konnte, hörte er Deniz leise Stimme: „Roman?“ Er konnte sich nicht umdrehen, wenn er sich jetzt umdrehte, dann würde er bleiben, das wusste er. „Ja?“ „Versprichst du mir etwas?“ „Vielleicht.“ „Vergiss mich und was wir hatten bitte nicht.“ Roman lächelte traurig. „Nein, das werde ich nicht.“ Wie hätte er es denn auch je gekonnt. Mit letzter Kraft drückte er nun die Klinke herunter und verließ die Umkleide. Er hatte kaum die Tür hinter sich geschlossen, als er schon schwer atmend rückwärts gegen sie taumelte. Seine Beine schienen ihre Arbeit zu verweigern und langsam rutschte er an der Tür hinunter. Er atmete schwer. Das war es nun also wirklich gewesen. Wie sehr hatte er sich in den letzten Tagen gewünscht, dass Deniz einen Schritt auf ihn zu machte? Wie sehr hatte er sich gewünscht, dass alles wieder gut werden würde? Und was war jetzt? Er hatte alles zerstört, er hatte Deniz verlassen. Er schloss die Augen und in seinem Kopf konnte er Deniz bittende Stimmer hören. „Oder?“ Er tat noch einen weiteren kräftigen Atemzug. Entschlossen stand er auf. Es war seine Entscheidung gewesen und sie war richtig. Die Hindernisse zwischen ihnen hatten immer bestanden und es war eben, wie er es gesagt hatte. „Manchmal reicht Liebe allein einfach nicht.“ Diese Qualen, der Schmerz. Das war es alles nicht wert. Nein, das alles konnte nicht durch die wenigen kostbaren Momente der Liebe, die er mit Deniz teilte, aufgewogen werden. Energisch lief er den Flur hinunter und ließ die Tür zu seinem Glück in seinem Rücken zurück. Doch eine kleine Stimme in seinem Herzen flüsterte: „Doch, diese Liebe ist das alles wert.“

Kaum hatte sich die Tür hinter Roman geschlossen, da konnte Deniz auch schon die Tränen in seinen Augen fühlen. Er schluckte heftig, kämpfte, um sie zurückzuhalten. Wenn er jetzt begann zu weinen, dass wusste er nur zu gut, dann würde er nie wieder aufhören können. Und er hatte weiß Gott schon genug geweint. Diese Beziehung hatte ihn genug gekostet. Er hatte für sie sein Leben komplett aufgegeben und nun? War das alles nichts wert? Deniz wusste nicht, ob es leichter für ihn war, als er noch glaubte, dass Roman ihn wegen Tim verlassen hatte. Vielleicht hätte er ihn nie fragen sollen? Vielleicht wäre es einfacher, als der Wahrheit in ihr unangenehmes Gesicht zu schauen? Doch, es war die richtige Entscheidung gewesen. Er würde mit seinem Leben weiter machen müssen. Er würde es jetzt auch wirklich können. Für sie gab es keine Zukunft mehr, egal, wie sehr er es sich auch gewünscht hatte. Aber vielleicht war es auch gut. So hatte er die Chance auf einen kompletten Neustart. Vielleicht würde er jemand anderes finden. Er würde nicht wieder die gleichen Fehler begehen, er würde es dieses Mal besser machen. Ja, ein neuer Start, eine neue Zukunft. Deniz schlug energisch den Spind zu. Er packte seine Tasche und verließ die Umkleide. Er musste hart mit sich kämpfen, um die kleine, gemeine Stimme in seinem Kopf zu ignorieren: „Ohne ihn wird es niemals eine Zukunft geben.“

Dero - 10 Ansichten von Liebe - Nina

Nina
Der Wasserkocher fängt an leise zu brodeln. Demonstrativ stehe ich mit den Rücken zu ihnen. Ich will das nicht sehen. Ich kann es nicht sehen. Das macht doch keinen Sinn. Die beiden machen keinen Sinn. Ich schüttle fast unmerklich den Kopf. Mit einem leisen Klack signalisiert mir das Wasser, dass es nun bereit für meinen Tee ist. Warum hatte ich nur Durst auf etwas Warmes? Wäre ich in meinem Zimmer geblieben, wäre mir dieser Anblick erspart geblieben. Aber jetzt. Ich verziehe ein wenig das Gesicht. Ich gieße das heiße Nass in meine Tasse und lasse den Teebeutel hineingleiten. Fünf Minuten werde ich noch ausharren müssen. Fünf Minuten bis ich mit meinem Tee die Flucht ergreifen kann. Langsam zwingt mich die Neugier mich umzudrehen. Sie liegen immer noch so, wie als ich hineingekommen bin. Sie scheinen sich durch meine Anwesenheit nicht zu stören. Deniz sitzt aufrecht auf der roten Couch und streichelt Roman, dessen Kopf in seinem Schoß liegt, zärtlich über das Haar. Es ist ein Anblick so voller Zärtlichkeit, so voller Liebe, das es mich fast zum Kotzen bringt. Wen wollen die beiden denn eigentlich verarschen? Wen will Deniz verarschen? Nein, ich kann es nicht verstehen und vor allem kann ich es nach all der Zeit immer noch nicht mit ansehen. Deniz hätte mich haben können. Mich. Ich meine, was könnte er denn mehr wollen? Ich bin schön, ich bin klug und ich bin witzig. Jeder Mann will mich. Aber ich hatte ihn ausgewählt. Ihn. Nein, es war nicht nur eine kleine Schwärmerei. Nein, ich hab ihn geliebt. Wirklich geliebt. Und was tut er? Er läuft davon, in die Arme von ihm. Wen will er denn eigentlich verarschen? Sich selbst? Nein, das, was ich da vor mir grade sehe, das ist nicht richtig. So sollte es nicht sein. Ich sollte da liegen. Er sollte über mein Haar streichen, sollte mir geheime, süße Worte ins Ohr flüstern. Nicht ihm. Nein, er ist ein Betrüger, er hat sich in mein Leben geschlichen und es übernommen. Nein, wen wollen die beiden eigentlich verarschen? Das hier macht keinen Sinn, sie machen keinen Sinn. Ich merke, wie meine Gedanken immer mehr rasen und auch mein Herz hat beschlossen, dass es nicht schnell genug schlägt. Ich muss mich umdrehen und nach Luft japsen. Es bringt mich immer wieder um den Verstand, wenn ich bemerke, wie viel Macht Deniz immer noch über mich hat. Es ist schon so lange her, es ist nie wirklich was gewesen und trotzdem tut es mir so unendlich weh, wenn ich sehe, wie er die falsche Hand hält. Wenn ich sehe, wie er der falschen Person die Dinge erzählt, über die eigentlich ich lachen sollte. Ich sollte er sein. Ich ganz allein. Ich würde ihn glücklich machen. Ich könnte es. Marian würde sich freuen. Kein schwuler Sohn. Er weiß auch, dass Deniz das nicht in sich hat. Nein, nein, Er verarscht nur sich selber. Ich werde hier bleiben. Ich werde warten. Warten, bis diese Farce von einer Beziehung endlich vorbei ist. Bis er begriffen hat, dass er eigentlich zu mir gehört. Das es nicht diese blauen Augen sind, sondern meine braunen, die sein Gegenstück bilden. Ja, er wird es merken. Es wird nicht mehr lange dauern. Ich weiß es einfach, mein Herz weiß es. Ich kann es praktisch fühlen. Mit einem zufriedenen Lächeln nehme ich den Teebeutel aus meiner Tasse. Mit einmal hab ich es gar nicht mehr so eilig hier raus zukommen. Nein, ich hab alles Recht der Welt hier zu sein. Ich drehe mich leise um und setze mich an den Küchentisch. Zufrieden grinsend betrachte ich das Bild vor mir. Ja, es ist nur eine Frage der Zeit. Deniz streicht immer noch über Romans Haar. Der blonde Mann auf seinem Schoß scheint eingeschlafen zu sein. Mit einem merkwürdigen Lächeln betrachtet Deniz die schlafenden Züge des jungen Mann. Sollte das etwas Liebe sein? Nein, ganz sicher nicht. Deniz weiß doch gar nicht, was das ist. Plötzlich schlägt Roman seine Augen wieder auf und schaut direkt hoch zu Deniz. Deniz Gesicht verändert sich in einer Sekunde. Seine Augen scheinen plötzlich zu strahlen und war das Lächeln auch vorher schon liebevoll, so lässt es sich nicht mit der Liebe vergleichen, die ich jetzt auf seinen Zügen lesen kann. Roman nimmt seine Hand hoch und streicht Deniz über die Wange. „Ich liebe dich, mein Schatz.“ Romans Stimme klingt ruhig und entspannt. Ich höre, wie Deniz tief ausatmet und sich noch etwas näher an Roman kuschelt. Mir bleibt fast die Luft weg, als ich Deniz sagen höre: „Ich liebe dich auch.“ Habe ich mich doch geirrt?

Sonntag, 27. April 2008

Dero - Till Death Do Us Part - Oneshot

Mit wackeligen Beinen ging er langsam nach vorne. Er wusste nicht, wie seine Beine sich bewegten. Sie schienen es von ganz allein zu tun. Er hatte keine Gewalt über sie. So wie er in den letzten Tagen keinerlei Kontrolle über irgendetwas in seinem Leben mehr zu haben schien. Alles sauste an ihm vorbei, doch er bekam nichts mehr zu fassen. Alles um ihn geschah in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Ihm wurde schon allein schwindelig, wenn er nur daran dachte. War es wirklich erst eine Woche her? Eine Woche, seitdem sie das letzte Mal gemeinsam auf dem Weg nach Hause rumgealbert hatten? Wirklich erst eine Woche? Es schienen ihm eine Ewigkeit und ein Wimpernschlag in einem. War es wirklich erst eine Woche her? Seit ihrem letzten Kuss, seit ihrer letzten Berührung, seit dem letzten Blick in diese unglaublich blauen Augen? Er schluckte schwer und stellte sich hinter das kleine Podium. Der Geruch der Blumen um ihn herum macht ihn fast krank. Ihr klebriger Geruch ließ ihn sich fast übergeben. Er schloss für eine Sekunde die Augen. Doch öffnete er sie sofort wieder. Nein, keine Dunkelheit. Nein, das war zuviel. Das ertrug er nicht. Nicht mehr, seitdem… Er konnte fühlen, wie die Tränen langsam in ihm aufstiegen. Er hatte sie so erfolgreich bekämpft. Er hatte sie so erfolgreich weggeblinzelt. Doch so langsam schien sich eine wahre Flut in ihm angesammelt zu haben. Eine Flut, dessen Macht sein kleiner Damm nicht mehr aufhalten konnte. Er hatte noch nicht geweint. Er hatte nicht eine Träne vergossen. Selbst als er auf dem kalten Asphalt neben dem geliebten Körper gesessen, ihn gewiegt hatte. Nicht mal da hatte er geweint. Er hatte nur stumm auf die rote Farbe auf seinen Händen gestarrt. Hatte das Rot überall gesehen. Auf dem Boden, auf dem Shirt, auf seinem wunderbaren Gesicht. „Nein, nein. Bleib hier. Geh nicht, geh nicht.“ In Gedanken konnte er seine eigenen Schreie wieder hören. Wie er ihn an den Schultern gepackt hatte. Ihn leicht schüttelte. Gefangen zwischen der Angst, alles noch schlimmer zu machen, und der dringenden Notwenigkeit, ihn wieder ins Hier und Jetzt zu schütteln. Doch Romans Blick war immer mehr entrückt. Sekunde um Sekunde hatte er spüren können, wie der blonde Mann langsam weiter von ihm entfloh. Er wollte ihn festhalten, wollte ihn packen, ihn zwingen hier zu bleiben. Doch sein Kopf wusste, wie aussichtslos dieser Wunsch war. Sein Herz allerdings schrie. Es schrie immer lauter. Nein, bleib bei mir, geh nicht. Wie soll ich leben ohne dich? Sag mir, wie? Nein, du machst dich jetzt nicht so feige davon. Nein, nicht jetzt. Eine Welle des Schmerzes brachte ihn wieder ins Hier und Jetzt. Langsam öffnete er die Augen und sah die Menschen vor ihm. Sie sahen ihn erwartungsvoll an. Ja, er musste was sagen. Aber wie sollte er? Er war nie ein großer Redner gewesen. Nein, das war immer Roman gewesen. Er hatte immer die richtigen Worte gefunden. Er hatte ihn damals gerettet, als er sich bei seinem Heiratsantrag so furchtbar in den Worten verloren hatte. Er hatte die Rede auf ihrer Hochzeit gehalten. Er hatte die richtigen Worte auf der Taufe ihrer kleinen Tochter gefunden. Ja, er hatte immer gewusst, was zu sagen war. Und manchmal gelang es ihm sogar ihm die richtigen Worte zu zeigen. Mit einem Blick, mit einem Lächeln von Roman, ja, dann wusste sogar manchmal er, was er zu sagen hatte. Doch Roman war nicht hier. Er würde es nie wieder sein. Und doch waren all diese Augen fest auf ihn gerichtet. Er sollte sprechen. Er sollte ihnen sagen, was für ein wunderbarer Mann so furchtbar aus ihrer Welt gerissen wurde. Er sollte ihnen sagen, wie sehr er diesen Verlust betrauerte. Das er nicht wusste, wie er jemals wieder lachen sollte. Ja, das alles sollte er sagen. Aber gab es wirklich Worte für das, was er empfand? Gab es wirklich Worte für den Verlust? Nein, die gab es nicht. Für den Schmerz, den er empfand, waren neue Worte nötig. Sie mussten erfunden werden. Keine Worte würden seinen Gefühlen gerecht werden können. Keine Worte würden wirklich erklären, wie es in seinem Inneren aussah. Wie sehr es ihn schmerzte, wie sehr er sich quälte. Gab es noch eine Zukunft? Eine Zukunft ohne ihn? Nein, er konnte das nicht tun. Er spürte, wie die Tränen immer drängender aufstiegen. Er zwinkerte heftig, doch er konnte fühlen, wie sein Widerstand brach. Langsam liefen die Tränen über sein Gesicht. Es waren die ersten. Frisch und noch voller Schmerz. Sie hatten ihn sterben sehen. Sie hatten seine Lippen gesehen, die noch im Sterben seinen Namen formten. Deniz konnte seine Knie wackeln fühlen. Erst ein wenig, dann immer mehr. Er konnte fühlen, wie sie nachgaben. Doch zwei starke Hände hielten ihn vom Fallen. Mit ihrer Hilfe richtete er sich wieder auf. Er blickte zur Seite und sah die blauen Augen seiner Tochter. Sie hatte die Augen ihres Vaters. Mit einem Lächeln nahm er ihm den Zettel ab, den er immer noch zitternd in den Händen hielt.
„Stoppt jede Uhr, laßt ab vom Telephon,
Verscheucht den Hund, der bellend Knochen frißt, die roh'n.
Laßt schweigen die Pianos und die Trommeln schlagt,
Bringt heraus den Sarg, ihr Klager klagt.
Laßt die Flieger kreisend - Trauer sei Gebot
An den Himmel schreiben: Er ist tot.
Straßentauben gebt um den Hals starre Kreppkragen,
Polizisten laßt schwarze Handschuh' tragen.
Er war mir Nord, mir Süd, mir Ost und West;
Des Sonntags Ruh' und der Woche Streß
Mein Tag, mein Gesang, meine Rede, meine Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewig - falsch gedacht.
Sterne sind jetzt unerwünscht, will nichts sehn davon,
Verpackt den Mond, zertrümmert die Sonn'.
Fegt weg den Wald und des Meeres Flut,
Nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.“
(W.H.Auden)

Dero - 10 Ansichten von Liebe - Jenny

(Ja, vielleicht etwas viel für einen Tag. Aber ich will das hier immer so uptodate halten, wie meine Gesichten im Forum sind oder sogar noch etwas früher. Daher muss ich wohl oder übel noch was drittes posten. Wenn sich wer beschweren will, der darf das gerne. :-P)

Jenny
Etwas entnervt stelle ich die Kaffeetasse auf den kleinen Tisch vor mir und betrachte Roman ungeduldig. „Hallo Herr Wild? Hörst du mir überhaupt zu?“ Eigentlich ist die Frage überflüssig, denn ich kann die Antwort in seinem Gesicht lesen. Doch schuldbewusst zuckt er zusammen und reißt seinen Blick für ein paar Momente von dem eigentlichen Objekt seines Interesses. „Was hast du gesagt? Ich war wohl für eine Sekunde abgelenkt.“ Er bringt ein schiefes Grinsen zustande, hat aber immerhin den Anstand rot zu werden, angesichts der dicken, fetten Lüge, die er mir grade auftischt. Ich bin mir sicher, er hat mir schon seit dem Anfang unseres Gesprächs über die neuen Eiskostüme nicht zugehört. Oder soll ich das ganze spezifizieren? Er hat mir genau seit dem Moment nicht mehr zugehört, seitdem ER aufgetaucht ist. Ich seufze theatralisch und lasse mich in meinen Korbsessel zurückfallen. „Mensch Roman. Was ist denn nur mit dir los? Früher warst du immer Feuer und Flamme für unsere Kostümdiskussionen und jetzt?“ Ja, ich gebe es zu. Ich bin etwas eifersüchtig. Nein, nicht auf die Art, wie man vielleicht denken könnte. Nein, das sicher nicht. Ich habe Roman nie auf diese Weise gesehen. Aber ich bin eben nicht mehr so wichtig in seinem Leben. Und das macht mich… Traurig? Nein, ich denke, es stört mich, dass ich nicht mehr seine ungeteilte Aufmerksamkeit habe. Das ist nicht mehr das Interessanteste in seinem Leben bin. Ist das egoistisch? Ist das unfair? Ganz sicher ist es das, aber wer hat gesagt, dass Herzen immer sozial und selbstlos fühlen müssen? „Nichts ist mir mit los. Und natürlich interessiere ich mich für die neuen Entwürfe.“ Er guckt mich aus seinen großen, blauen Augen vorwurfsvoll an. So vorwurfsvoll, dass ich anfange zu kichern. Nein, er kann wirklich nicht den Badguy spielen. Es steht ihm nicht. Wie nennen die anderen ihn immer? Hase? Ja, das passt. So flauschig und unschuldig. „Und warum lachst du jetzt schon wieder? Boah, Jenny. Ich hab auch echt besseres mit meiner Zeit zutun.“ Er will grade aufstehen und abrauschen, aber ich halte ihn mit einer Hand fest. „Ach komm schon. Du bist nur einfach zu niedlich, wenn du böse wirst.“ Seine Wut verraucht augenblicklich und mit einem gekünstelten Lächeln setzt er sich wieder. Ich weiß, er will es mir nicht zu leicht machen. Er will nicht zeigen, dass er mir innerhalb von drei Sekunden schon nicht mehr böse ist. Doch ich weiß, welche Tasten ich bei Roman drücken muss, damit er ganz schnell wieder mein schmusiger Kuschelroman wird. Viele verstehen unsere Freundschaft nicht. Viele haben Roman schon für verrückt erklärt, dass er immer an unserer Freundschaft festgehalten hat. Das weiß ich alles. Und soll ich wirklich ehrlich sein? Manchmal hab ich mich das auch gefragt. Was habe ich getan, um die unglaubliche Loyalität dieses Mannes verdient zu haben? Ich lächle ihn fröhlich an. „So und jetzt sag mal endlich, was deine Aufmerksamkeit so ablenkt?“ Nicht, dass ich noch irgendeine Erklärung bedarf. Meine gespielte Neugier ist lebensecht und so rutsche ich noch ein wenig näher an Roman heran, damit ich seinem Blick folgen kann. Dieser ist mittlerweile wieder an seinem angestammten Platz hängen geblieben. „Nein, da ist wirklich nichts.“ Er versucht möglichst unschuldig dreinzuschauen, doch es misslingt ihm total. Sein Blick gleicht dem eines Verhungernden vor einem Schweinebraten. Ich kann mir mein Lachen kaum noch verkneifen. „Ach wirklich?“ „Nein, nein. Wirklich.“ Er schüttelt langsam den Kopf, jedoch ohne auch nur eine Sekunde den Blick von dem dunkelhaarigen, jungen Mann zu nehmen, der grade im Pool seine Bahnen schwimmt. Objektiv betrachtet kann ich Roman verstehen. Der Kleine hat definitiv etwas. Die dunklen, dichten Haare, der gut trainierte Oberkörper, das markante Gesicht. Doch. Er hätte es schlechter treffen können. Konzentriert zieht Deniz eine Bahn nach der anderen. Es hat schon was, wie das klare Wasser seine dunkle Haut umspielt. Wie sich seine Wangen vor Anstrengung anspannen. Wie die Muskeln seiner Oberarme arbeiten. Ein wohliger Schauer überkommt mich und ich lehne mich noch ein wenig tiefer in meinen Sessel. Mit einem kleinen Schmunzeln stelle ich fest, dass Roman praktisch synchron dieselbe Tätigkeit ausgeführt hat. Einträchtig und mit einem zweideutigen Lächeln auf den Lippen betrachten wir schweigend das kleine Naturwunder vor uns. „Na ihr zwei. Beobachtet ihr wieder unschuldige Schulkinder?“ Mikes Stimme reißt uns beide aus unserer andächtigen Betrachtung und überzieht unsere Gesichter mit einem tiefen Rotton. „Ähm… Das ist jetzt nicht das…“ Roman stottert ein paar Worte hervor, die allerdings kaum Sinn machen. Mike lacht amüsiert. „Von dir, Roman, hätte ich ja nun nichts anderes erwartet, aber Jenny…?“ Nun ist es an mir, noch eine Nuance dunkler zu werden. Die Blicke beider Männer sind nun auf mich gerichtet. Mikes mit Amusemente. Romans mit Verwunderung. Ich fühle mich in die Ecke gedrängt. Komm schon, Kopf. Ich brauche eine gehässige Antwort. Etwas Gemeines. Aber es will partout nichts kommen. Stattdessen höre ich mich leise sagen: „Ich will nur gucken, ob der Typ auch gut genug für meinen besten Freund ist.“ Hab das wirklich ich gesagt?

Dero - 10 Ansichten von Liebe - Ingo

(Heute ist ja Sonntag. Da will ich mal etwas spendabler sein. Also gleich mal die zweite Ansicht für heute.)

Ingo
„Verdammt. Das macht langsam einfach keinen Spaß mehr mit dir.“ Wütend lasse ich den Controller der Playstation auf den Tisch fallen. Deniz guckt mich nur mit einem breiten Grinsen an. Natürlich grinst er. Was sollte er auch anderes. Er hat mich grade zum dritten Mal bei Need for speed geschlagen. Ist das fair? Nein, das ist es nicht. Aber ich muss neidlos anerkennen: er ist der bessere Spieler. Wer hat eigentlich dieses dämliche Gerücht in die Welt gesetzt, das schwule Männer nix von Sport und Computerspielen verstehen? Derjenige hat auf jeden Fall noch nie gegen Deniz gespielt. Selbst beim Eishockey muss ich mich streckenweise richtig anstrengen, um den jungen Kerl doch noch auszustechen. Aber da bin ich noch immer besser. Noch. Ich höre, wie die Lofttür aufgeht und sofort erklingt Romans helle Stimme. „Hallo ihr zwei.“ Er scheint gute Laune zu haben. Wie so oft in letzter Zeit. Aber er hat es verdient. Ich meine, ich bin eigentlich nicht sonderlich gefühlsduselig, aber es tat mir schon weh zu sehen, wie sich mein bester Freund so mit Liebeskummer quält. Mehr als einmal wollte ich dem kleinen Öztürk was aufs Maul geben. Einfach nur mal all die Wut rauslassen und ihm dabei vielleicht noch ein bisschen Verstand in die Birne kloppen. Aber Roman hätte mich gevierteilt. Das weiß ich. Er würde nie zulassen, dass irgendwer dem Welpen was tut. Sein Beschützinstinkt schlägt sogar noch Anette. Und das ist wirklich eine schwere Angelegenheit. „Na, was macht ihr beiden hübschen denn?“ Neugierig ist Roman näher gekommen und gibt Deniz einen kurzen Kuss. Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen. Ich weiß, dass Roman grade ganz andere Dinge mit Deniz im Kopf hat, aber die beiden scheinen beschlossen zu haben, zumindest in Gesellschaft anderer die Finger etwas mehr bei sich zu behalten. Und ich weiß, wie schwer es ihnen fällt. Mehr als einmal hab ich sie auch schon erwischen dürfen, wie es ihnen dann einfach nicht gelungen ist. „Dein Freund zieht mich mal wieder elendig bei Need for speed ab.“ Ich ziehe eine Schnute und rutsche ein wenig zur Seite, damit Roman sich zu uns setzen kann. „Deniz.“ Romans Ton klingt tadelnd. „Ich hab dir doch schon so oft gesagt, dass du den armen Onkel Ingo nicht immer so ärgern sollst.“ Das Grinsen in seinem Gesicht reicht von einem Ohr zum anderen. „Na danke auch.“ Mit einem gekonnten Seitenhieb treffe ich genau seinen Rippenbogen und Roman fällt kichernd zur Seite. „Hier, dann zeig doch, ob du es besser kannst, Mister Hase.“ Ich drücke ihn den Controller in die Hand und schaue in auffordernd an. „Aber mit vergnügen, Mister Zadek.“ Siegessicher nimmt er den Controller und drückt die ersten Tasten. „Bist du dir sicher, dass du das wirklich willst?“ Deniz dunkle Stimme klingt selbstsicher. „Aber natürlich. Niemand schlägt Roman Wild bei Need for speed.“ Er grinst Deniz arrogant an, doch dieser lacht nur. „Ich werde den Boden mit dir aufwischen.“ Die beiden sind wirklich unmöglich. Ich hätte dieses Duell nicht initiieren sollen. Das kann jetzt was geben. Ein lautes Tuten aus den Boxen signalisiert den Start. Konzentriert starren beide auf den Bildschirm. Die Controller fest in der Hand. Die erste Runde ist geschafft. „Von wegen Boden aufwischen. Wer führt denn bitte schön?“ Romans Stimme klingt immer selbstsicherer. „Ich will dir nur einen Vorsprung geben. Du sollst dir ja auch nicht wie der letzte Loser vorkommen.“ „Wie gnädig, der Herr. Aber glaub mal, ich komme schon ganz gut ohne deine Almosen zurecht.“ Ein kleiner Seitenblick zu Deniz lässt Romans Wagen einen Schlenker machen, doch er hat ihn schnell wieder unter Kontrolle. „Ja, ich sehe es. Du hast alles vollkommen im Griff.“ Deniz ist dieses kleine Malheur natürlich nicht verborgen geblieben und feixend macht er sich über das Missgeschick her. Er hat schon gut wieder aufgeholt. Es wird langsam ein Kopf an Kopf rennen. Zwei Runden verbleiben noch. Die Anspannung der beiden ist deutlich sichtbar. Keiner will dies hier verlieren. Beide sind grimmig entschlossen zu gewinnen. „Na, brauchst du langsam ne Sehhilfe, alter Mann?“ Deniz kann sich den Kommentar nicht verkneifen, nachdem Roman erneut fast den Felsen gestreift hat. „Für dich reicht es noch lange, mein Kind.“ Romans Lächeln ist zuckersüß, doch ich weiß genau, dass er sich noch dreimal mehr anstrengt, um den Vorsprung aufrecht zu erhalten. „Gib es auf, Paps.“ Die ganze Szenerie lässt mich schmunzeln. Da sitzen sie nun also. Beide darauf bedacht, dieses Spiel unbedingt zu gewinnen, beide verbissen um den Sieg bemüht. Sie beschimpfen sich und lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zu ärgern. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass hier zwei Kumpels einfach nur eine gute Zeit mit Computerspielen und Bier haben. Doch die Tatsache, dass Roman praktisch auf Deniz Schoß sitzt, lässt diese Idee ad absurdum führen. Nein, sie sind nicht nur Kumpels, sie sind nicht nur Freunde. Sie sind das schönste Paar, das ich je gesehen hab.

10 Gründe, warum man Torchwood lieben muss...

Grund 5:

Jack und Ianto einzeln wurden ja schon beleuchtet. Jetzt gibt es beide im Doppelpack. Und ja, eigentlich ist das DER Grund für Torchwood. So subtil, so sexy. Ich liebe es.

Dero - 10 Ansichten von Liebe - Marian

(Und weil es so lange nichts neues gab, gibt es jetzt sogar was richtig, richtig Neues. Gnaz frisch geschrieben und auch noch nicht abgeschlossen. Ich hoffe, es gefällt meinen ganzen Geisterlesern. Ja, ich weiß, dass ihr daseid.. Ich kann euch sehen. *lach.)

Marian
Ist es wirklich schon so spät? Es hat heute Abend wirklich eine halbe Ewigkeit gedauert, bis ich die 7 zumachen konnte. Die Gäste wollten einfach nicht gehen. Doch wenn ich wirklich ehrlich bin: Ich wollte auch nicht, dass sie gehen. Dann hätte ich abschließen müssen. Dann hätte ich nach Hause müssen. Und dahin treibt mich wirklich nichts. Die Wohnung ist so leer ohne Nadja und… Wir hätten jetzt eine Familie sein sollen und was ist mir von diesem schönen Traum geblieben? Nichts. Einsamkeit und Traurigkeit. Deniz ist in letzter Zeit auch kaum zu Hause. Ich meine, ich kann es verstehen. Er hat auch keinen Bock seinen alten Vater beim Bier trinken zu bestaunen. Aber manchmal wünschte ich mir schon, dass er vielleicht etwas von seiner rosa Wolke herunterkommen würde und einmal fragen würde, wie es mir geht. Doch ich gönne ihm sein Glück. Er hat so lange dafür kämpfen müssen, hat so viel deswegen einstecken müssen. Er hat das frisch Verliebt sein verdient. Manchmal muss ich fast ein wenig lachen, wenn ich die beiden zusammen sehe. Ein wenig wie ein altes Ehepaar. Sie sind jetzt erst seit ein paar Wochen wieder zusammen, aber es ist so, als wenn Roman nie weg gewesen wäre. Sie kabbeln sich, sie vertragen sich, sie turteln verliebt rum. Ich kann richtig sehen, wie Deniz das Ganze genießt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ein wenig verwirrt war, als mir Deniz sagte, dass er sich von Vanessa getrennt hätte. Ich dachte wirklich, er wäre hetero und die Geschichte mit Roman wäre nur ein Ausrutscher. Und wo wir grade dabei sind ehrlich zu sein: Ich hab es mir wirklich gewünscht. Ja, ich gebe es zu. Es war mir zu dem Zeitpunkt viel lieber, dass es doch den Anschein hatte, dass mein Sohn nicht schwul sei. Aber ich glaube, ich muss dazu etwas erklären. Nadja und auch Anette haben mir immer wieder vorgeworfen, dass das alles nur an meinem Stolz liegen würde. Das ich ja nichts gegen Schwule hätte, nur mein eigener Sohn sollte bitte keiner sein. Türken sind nicht schwul. Aber damit haben sie immer Unrecht gehabt. Leider konnte ich sie davon nie überzeugen. Ich befürchte, ich bin einfach nicht sonderlich gut darin, meine Gedanken auszudrücken. Der eigentliche Grund, weswegen ich gegen Deniz Outing war, war meine Sorge um ihn. Ich hatte grade vorher gesehen, was ein paar Vollidioten mit Roman gemacht hatten. Roman, der wirklich keiner Fliege was zu leide tun kann und der einfach immer nur nett und freundlich ist. Aber das war denen egal. Sie haben ihn fast zum Krüppel geschlagen, nur weil er sich verliebt hat. Will ich so etwas für meinen Sohn? Will ich Angst haben müssen, weil sich vielleicht irgendwer gestört fühlt, weil er mit seinem Freund Hand in Hand geht? Möchte ich sein gebrochenes Herz flicken, weil ihn jemand auf der Straße mit irgendwelchen Schimpfworten belegt hat? Nein, das alles möchte ich nicht für meinen Sohn. Mein Sohn soll glücklich werden. Ja, das soll er. Das ist alles was zählt. Ich hab nur leider etwas lange gebraucht, um zu bemerken, dass es grade Roman ist, der ihn so unglaublich glücklich macht. Sobald der blonde, junge Mann unsere Wohnung betritt, erscheint ein Strahlen auf Deniz Zügen, was ich vorher noch nie bei ihm gesehen hab. Es scheint speziell für Roman reserviert zu sein. Seine ganze Art verändert sich. Er ist viel ausgeglichener und es erschreckt mich fast, zu sehen, wie zärtlich und liebevoll mein Sohn mit Roman umgeht. Ich meine, Deniz war früher für viel bekannt: Schlägereien, Beleidigungen und sonstige Aussetzer. Selbst in seiner Zeit mit Vanessa war er furchtbar unausgeglichen und streckenweise ein absoluter Trampel. Doch sobald Roman da ist, verwandelt sich das. Dann ist nichts mehr von diesem Deniz zu sehen, dann ist nur noch dieser verliebte und zärtliche Deniz da, den ich fast nicht kenne. Aber ich muss zugeben: Ich mag ihn. Ich lächle zufrieden und schließe leise die Haustür auf. Ich hatte erwartet, dass die Wohnung dunkel sein würde, doch stattdessen ist sie in ein warmes Licht getaucht. Vorsichtig öffne ich die Tür ein Stück weiter und kann Deniz mit Roman auf der Couch sitzen sehen. „Mensch, wo bleibt er denn nur?“ Deniz scheint etwas aufgeregt zu sein. Neugierig gehe ich ein Stück näher. „Ach Schatz. Marian kommt sicher gleich.“ Beruhigend tätschelt er meinem Sohn die Hand. „Ja, aber seine Schicht in der 7 ist jetzt schon seit fast zwei Stunden rum.“ Deniz scheint mit der Antwort nicht zufrieden zu sein. „Deniz, dein Vater ist ein erwachsener Mann. Er kann selber entscheiden, wann er nach Hause kommt.“ Deniz seufzt leise und lehnt sich an Romans Schulter. „Ja, ich weiß. Aber ich mach mir einfach Sorgen um ihn. Die letzte Zeit war so hart für ihn.“ Zärtlich legt Roman seinen Arm um Deniz und zieht ihn noch dichter an sich heran. „Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.“ Die Stimme meines Sohnes klingt leise und traurig. „Sei für ihn da. Das ist alles, was du tun kannst.“ Deniz schaut skeptisch nach oben. „Was ist, wenn das nicht genug ist?“ Roman lächelt. „Das ist genug. Das ist alles, was Marian jetzt braucht.“ Sie blicken sich noch für ein paar Sekunden in die Augen. Ich verstehe nicht, was sie sich damit sagen, doch ihre Augen scheinen eine Art Geheimsprache entwickelt zu haben, die nur für sie lesbar ist. Plötzlich lächelt mein Sohn wieder und beugt sich nach vorne, um dem blonden Mann einen Kuss aufzuhauchen. „Danke.“ Lächelnd trete ich wieder nach draußen vor die Wohnung. Ich will nicht, dass sie merken, dass ich ihr Gespräch belauscht habe. Ich muss mich noch ein paar Sekunden sammeln, bevor ich wieder hineintrete. Doch dieses Mal hab ich keine Angst davor, was ich in dieser Wohnung finden werde. Denn ich weiß es: Es ist Liebe.

Dero - Liebe allein - Part 9

(Hab ich wirklich schon so lange keine Dero-Geschichte mehr gepostet? Ich fasse es nicht. Danke nochmal für die kleine Erinnerungsstütze. Und manchmal ist dieses Blog fast wie ein Wunschkonzert. Denke nämlich grade über eine Ollian-Fanfic nach. Mal gucken, wohin mich diese kleine Idee in meinem Kopf so bringt. Aber jetzt erstmal weiter mit den beiden Schnuckeln von RTL)

Müde ließ sich Roman auf die Couch fallen. Es war sehr spät geworden, aber er hatte nach seinem Auftritt nicht in Köln bleiben wollen. Er wollte nach Hause, in sein Zimmer und vor allem in sein eigenes Bett. Er seufzte. Der Abend war katastrophal verlaufen. Er hatte das Gefühl, dass alles schief gegangen war, was nur schief gehen hatte können. Er war den ganzen Tag schon sehr unkonzentriert gewesen und gepaart mit einer bisher fast nicht gekannten Nervosität ergab das eine hoch interessante Mischung. Und so kam es, dass er sich während des Auftrittes einen Patzer nach dem anderen leistete. Das krönende Finale war, als er Ria bei einer Hebefigur fast fallen ließ. Seine eigene Unsicherheit hatte sich auch sehr schnell auf seinen Schützling übertragen, die daraufhin prompt fast gestürzt wäre. Doch in letzter Sekunde konnte sie sich noch retten, was aber sicher nicht Romans Verdienst war. Die Kritiken der Jury waren dementsprechend ausgefallen. Von „Schlamperei“ bis hin zu „absolutem Unvermögen“ war alles dabei gewesen. Nur die Zuschauerstimmen hatten sie vor dem sicheren Ausscheiden gerettet. Roman wäre am liebsten im Erdboden versunken. Doch Gott sei dank war Ria nicht nachtragend. Sie nahm ihn fürsorglich in den Arm und flüsterte: „Nächstes Mal machen wir es besser. Dann zeigen wir denen, wie gut wir eigentlich sein können.“ Und hatte ihm einen kleinen Kuss auf die Wange gehaucht. Er hatte diese Geste nur zu gerne angenommen. Leider war Frau Steinkamp nicht ganz so rücksichtsvoll. Wie eine Furie war sie auf ihn losgestürzt und hatte ihn sofort mit einer ihrer ganz besonderen Predigten bedacht. Ob denn das Steinkampzentrum nicht genug für ihn getan hätte und wie er sie jetzt nur so im Stich lassen konnte. Natürlich hatte sie durch besagtes Zentrum auch von Romans persönlicher Tragödie gehört (dieses Zentrum war besser als jede Zeitung) und hatte eins und eins zusammengezählt. „Bringen sie gefälligst ihr Privatleben auf die Reihe, bevor sie noch, wegen ihres bescheuerten Liebeskummers, die ganze Firma zum Gespött der Leute machen.“ Mit diesen Worten war sie abgerauscht und hatte einen geknickten Roman zurückgelassen. Denn natürlich wusste er, dass sie Recht hatte. Sicherlich war ihre Wortwahl und vor allem ihre Motivation nicht sonderlich edel, aber die Kernaussage stimmte. Er konnte nicht alles schleifen lassen, nur weil er im Privaten Probleme hatte, egal wie groß diese nun auch waren. Wenn er nicht gut aufpassen würde, dann würde er bald nicht nur Deniz verloren haben, sondern auch noch das einzige, was ihm geblieben war: sein Eislaufen. Von jetzt an würde er wieder versuchen, nach vorne zu schauen. Es brachte doch nichts, ewig zu trauern. Er atmete tief ein und erhob sich vom Sofa. So, Roman Wild. Ab jetzt hältst du deinen Kopf wieder hoch und lebst dein Leben. Voller guter Vorsätze ging er in sein Zimmer. Er würde es schaffen. Er würde auch ohne Deniz weiter leben. Er musste einfach. Gedankenverloren ging er an seinen Kleiderschrank, um sich ein T-Shirt für die Nacht zu holen. Es war erstaunlich kalt für Mai und so schnappte er sich das erst beste, was er zu fassen bekam. Doch schon in dem Moment, als er aus den Augenwinkeln erkannte, was er da aus seinem Schrank zog, zuckte er zusammen. Es war eins von Deniz geliebten Eishockeytrikots. Langsam, fast zärtlich nahm Roman es ganz aus dem Schrank. Vorsichtig hielt er es an sein Gesicht und er glaubte fast, er könne noch ein wenig von Deniz Geruch wahrnehmen. Behutsam streifte er es sich über und ging zu Bett. Ja, morgen wäre noch früh genug. Er konnte morgen damit anfangen ohne Deniz zu leben.

„Ria, was willst du eigentlich von mir?“ Tim schaute sie entnervt an. „Tim, du bist Schuld an seiner Verfassung. Und du hast gesehen, wie weit das gestern Abend gegangen ist. Ich werde mich sicher nicht bis auf die Knochen blamieren, nur weil du mal wieder deine Finger nicht bei dir behalten konntest.“ Ria funkelte ihn böse an. Sie standen vorm Zentrum und fauchten sich gegenseitig an. „Hallo? Ist das mein Fehler, wenn deine Eisprinzessin nicht weiß, was sie will?“ „Roman ist absolut fertig mit der Welt. Und daran bist nicht zu letzt du Schuld. Also sieh gefälligst zu, wie du das wieder auf die Reihe bringst.“ „Und wenn ich das nicht tue?“ Er schaute sie kampflustig an. „Dann mein Lieber, sind wir beide die längste Zeit Freunde gewesen.“ „Du willst mir die Freundschaft wegen dieses Idiotenpärchens kündigen?“ Fassungslos drehte er sich weg. „Ja, nein. Ach Tim. Mir tut Roman nur so leid. Du hättest ihn die letzten Wochen sehen sollen. Und beim Training vor der Show hat er sogar angefangen zu weinen. Das alles nimmt ihn so mit. Und ich muss wirklich sagen: Ich mag ihn sehr. Er ist in der kurzen Zeit ein wirklich lieber Freund geworden und es tut mir in der Seele weh, ihn so leiden zu sehen.“ Langsam legte sie ihm ihre Hand auf die Schulter und drehte ihn zu sich um. Der flehentliche Blick tat sein seiniges zu ihrer Ansprache. „Na gut. Du gibst ja eh keine Ruhe. Ich werde mal schauen, was ich da machen kann.“ Er seufzt. Er konnte immer noch nicht begreifen, wie diese kleine, zierliche Person es immer wieder schaffte, ihn so um den Finger zu wickeln.

Ria war schon seit geraumer Zeit zum Training verschwunden, als Tim immer noch gedankenverloren in seine Kaffeetasse an der Zentrumsbar starrte. Wie sollte er sich denn um die ganze Angelegenheit kümmern? Manchmal waren Rias Ideen einfach realitätsfern. Doch manchmal kann auch ein kleiner Zufall helfen, solche Realitätsferne überraschend schnell zu überbrücken. Tim hatte sich grade zum Gehen gewand, als er Deniz durch die Zentrumstür kommen sah. Ohne genau zu wissen, was er da eigentlich tat, lief er ihm entgegen. Deniz verdrehte nur die Augen und wollte sofort das Weite suchen. „Deniz, warte mal.“ Tim war schneller und fasste ihn an der Schulter. „Was willst du?“ Mit einem feindseligen Blick drehte Deniz sich widerwillig zu Tim. „Ich will mir dir reden.“ „Ich wüsste nicht, was wir zwei zu besprechen hätten.“ Er wandte sich wieder zum Gehen. „Jetzt lauf halt nicht sofort weg. Ich glaube wirklich, dass wir zwei uns mal in Ruhe unterhalten müssen.“ Mit zwei Schritten stand Tim wieder vor ihm und versperrte ihm so den rettenden Fluchtweg durch die Tür. „Wenn du mir jetzt von deiner wunderbaren Beziehung mit meinem Ex-Freund erzählen willst, danke, aber kein Bedarf.“ Deniz Stimme klang kalt wie Eis. „Ja, darum geht es eben. Ich glaube, du hast da was gehörig missverstanden.“ „Ach ja? Ich wüsste nicht, was.“ „Zum Beispiel, dass Roman und ich kein Paar sind?“ In sekundenschnelle hatte sich Deniz Blick verändert. Wo vorher kalter Hass zu sehen war, blickte nun absolute Verwunderung aus seinen braunen Augen. „Echt?“ entfuhr es ihm. „Wir waren auch nie ein Paar. Es ist auch überhaupt nichts zwischen uns gelaufen. Na gut, wir haben einmal getanzt, aber ich denke, das zählt noch nicht als Betrug.“ Er lächelte. „Ihr habt also nicht…?“ gegen seinen willen musste Deniz stottern. Zu sehr hauten ihn die neuen Informationen um. „Nein, haben wir nicht. Um genau zu sein, wollte mich dein Roman nicht mal küssen. Als ich es versucht habe, hat er sogar angefangen zu weinen. Dabei bin ich doch jetzt gar nicht so schrecklich, oder?“ Nein, er war überhaupt nicht schrecklich. Es konnte sogar sein, dass für Deniz Tim grade die wunderbarste Person auf Erden war. Am liebsten hätte er jetzt Romans Versäumnisse um den Kuss nachgeholt. Zu glücklich machten ihn die Neuigkeiten. Sein Roman. Als er immer noch kein Wort raus brachte, fuhr Tim fort: „Ich weiß ja nicht, ob es noch wichtig ist, aber er hat mich im übrigen mit den Worten abgesägt, dass er dich liebt. Vielleicht hilft dir das ja ein bisschen weiter.“ Mit diesen Worten machte er auf dem Absatz kehrt und ließ einen vollkommen aufgelösten Deniz zurück.

Mit wackeligen Beinen ging Deniz in die Umkleide. Er konnte immer noch nicht glauben, was da vor ein paar Minuten geschehen war. Es hatte also nie ein Tim und Roman gegeben. Er hatte ihn nicht betrogen. Nicht mal einen Kuss lang. Er musste sich setzen. Roman liebte ihn immer noch. Für einen kurzen Augenblick flackerte ein absolutes Glückgefühl in ihm auf. Vielleicht gab es da ja noch Hoffnung. Vielleicht war da ja doch noch irgendwas. Irgendwas, egal, wie klein es auch war. Doch dieser kleine Funken Hoffnung glimmte nicht lange. Warum war Roman dann aber nicht zu ihm gekommen? Warum musste er dies von einem praktisch Fremden erfahren? Deniz erschauerte. Er kannte die Antwort, er kannte sie nur zu gut. Roman wollte nicht mehr mit ihm zusammen sein. Das musste es sein. Wenn er ihn doch noch lieben würde und nicht mit diesem anderen Kerl zusammen war, warum hatte er es Deniz nicht selber gesagt? Dann hätten sie doch wieder zusammen sein können. Deniz hatte nie Zweifel an seinen Gefühlen gelassen, da war er sich sicher. Roman musste doch wissen, dass seine Liebe zu ihm nicht in ein paar Wochen verschwinden würde. So plötzlich und überraschend ihn die kleine Glückswelle nach Tims Geständnis erfasst hatte, so schnell und hart überraschte ihn nun auch der Schmerz. Roman wollte ihn nicht mehr. Ganz unabhängig von einem Anderen. Er liebte ihn nicht mehr. Es war aus. Endgültig.

Verzweifelt schloss er seine Augen und legte sein Gesicht in die Hände. Nur einen Moment Frieden. Das war alles, was er nun brauchte. Doch das Klappen der Umkleidetür ließ ihn zusammen fahren. Er hob seinen Blick und erschrak. Da stand er. Roman. Auch er hatte Deniz hier nicht erwartet und so traf ihn die überraschende Begegnung wie ein Blitzschlag. Wie angewurzelt war er in der Tür stehen geblieben. Für eine Sekunde trafen sich ihre Blicke. Doch nur für eine Sekunde. Roman schaute sofort weg. Er hielt diese Traurigkeit in Deniz Blick nicht aus. Er wollte nur noch weg. Schnell ging er zu seinem Spint und nahm Tasche und Jacke heraus. Doch bevor er durch die Tür entkommen konnte, erklang Deniz Stimme hinter ihm: „Warum hast du es mir nicht gesagt?“ Roman drehte sich verwirrt um. „Was gesagt?“ „Das da mit Tim nichts war.“ Nun war Roman komplett überrumpelt. „Woher weißt du?“ Deniz lächelte gequält. „Tim hat es mir gesagt. Warum hast du es mir nicht gesagt?“ „Deniz, ich..“ Deniz stand auf und machte einen Schritt auf Roman zu. Er baute sich zu seiner vollen Größe auf und fragte von oben herab: „Warst du einfach nur zu feige? Oder fandest du es geil, mit meinen Gefühlen zu spielen?“ Roman wurde alles zu viel. „Das muss ich mir nicht antun.“ Er machte kehrt und wollte die Umkleide verlassen, doch ein klägliches Flüstern hielt ihn auf. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass du mich nicht mehr liebst?“ Überrascht drehte er sich um und sah einen total in sich zusammengesunkenen Deniz. Sein Herz krampfte sich zusammen. „Weil ich es nicht konnte.“ Ihre Blicke trafen sich erneut. „Weil ich nie aufgehört habe, dich zu lieben.“

Donnerstag, 24. April 2008

Stiftung Movie-Test

Ich betreibe ja schon seit einigem Jahre sowas wie Stiftung Gruftietest und jetzt dachte ich mir mal: Kind, mach doch auch ein wenig einen Filmtest.. Bist ja nicht nur du so verrückt nach Gay-Movies. Und da ich wirklich viele von denen gucke oder schon gesehen hab, dachte ich mir, dass ne kleine Einordnungshilfe nicht schlecht sein kann. Aber fangen wir an:

Adam und Steve...

Nachdem ich vorhin so angekotzt war von meinem dummen Rechner, bin ich auf meine Lieblingsfernsehguckseite abgetaucht und hab mal einfach auf das erst beste geklickt. Das war dann Adam und Steve. Der Anfang ist definitiv mehr als abgedreht und vor allem überdreht. Aber es kommt ein kleiner Gruftiejunge drin vor und da schlägt mein schwarzes Herz ja gleich dreimal so fix. Außerdem fällt der göttlich Satz "We are goths. We don't dance, we are dead." *gröhl. Großartig. Ist auch gleich meine neue Signatur geworden. Aber das nur am Rand.
Der Inhalt:
Adam und Steve lernen sich in den 80ern in einer Bar kennen und wollen ziemlich zugedröhnt eine Nacht miteinander verbringen. Dies endet allerdings in einem absoluten Desaster. Wir machen einen Zeitsprung und sind im Jahr 06. Adam macht grade einen Entzug und sticht leider durch einen dummen Unfall seinen Hund an. Aufgeregt rennt er ins nächste Krankenhaus (ohne Hose!!!) und wird da vom zuständigen Psychater abgefangen. Der ist... na, wer räts schon?.. natürlich Steve. Beide haben sich über die Jahre natürlich verändert und erkennen sich nicht. Natürlich verlieben sie sich, doch die Vergangenheit lässt sich nicht für alle Zeiten vergessen. Drama, Drama, Drama...
Bewertung:
Der Film ist wirklich goldig. Sehr schräg und manchmal schon mit Han zum Rumgeblödel. Aber ich musste mehrfach wirklich herzhaft lachen und das tue ich als Ostwestfälin eigentlich nicht. Besonders gefallen hat mir die Darstellung der Beziehung der beiden. Da ist nix verkrampft oder gestellt, das ist einfach nur "wir sind verliebt" fertig. Und das endlich mal nicht mit dem Outing von einer der Hauptpersonen zu kämpfen ist, finde ich richtig großartig.
Fazit:
Definitiv ein Film für einen netten Sofaaben. Man sollte keinen Tiefgang erwarten, aber es ist wirklich amüsant und schön anzuschauen. Also durchaus empfehlenswert.

fast am heulen...

Woah.. Ich bin grade fast am heulen. Sowas. Ich war so weit mit meinem neuen Video und was passiert? Richtig, Rechner schmiert ab und das Progamm hat nicht automatisch zwischengespeichert, wie es das eigentlich tun sollte. Die Arbeit von ca. 5 Stunden einfach so mal im Müll. Ich könnte sowas von Kotzen. Okay. Also kein Fanvid heute mehr. Ich pack das Mistprogramm heute sicher nicht mehr an.

Fanvideo

Ich bin wieder am basteln.. Ist es Dero? Ist es JPC? Nein, es ist was gaaaaaanz anderes? *lach.. Aber leider nicht ganz so leicht zu basteln. Aber heute abend wird es wohl irgendwann noch fertig.

JPC - A New Life - Part 11

„Warum hast du mir nie gesagt, dass du schwul bist?“ Craig schaute Keith fragend an. „Ist das wichtig?“ Keith legte den Kopf schief und lächelte Craig freundlich an. „Nein, natürlich.. Ich meine…“ Craig brachte keinen brauchbaren Satz hervor. Zu sehr war er von den neuen Entwicklungen des Abends schockiert. Keith lachte. „Ist schon gut, Craig.“ Er tätschelte dem jungen Mann beruhigend die Schulter. „Und außerdem…“ Keith zögerte. Sollte er es wirklich sagen? War es nicht zu viel? War das hier wirklich der richtige Ort? Craig schaute ihn erneut fragend an. „Außerdem?“ Keith holte tief Luft und räusperte sich leicht. „Und außerdem bist du es doch selbst auch.“ Craig japste nach Luft. Er fühlte sich, als hätte ihn jemand mit einer großen Bratpfanne geschlagen. Mit einer sehr großen. „Ich bin was?“ brachte er keuchend hervor. „Na, schwul. Oder hab ich mich tatsächlich so sehr geirrt?“ Keith kratze sich nachdenklich den Kopf, während er den jungen Mann still betrachtete. „Nein, du hast recht.“ Gab Craig leise zu. „Du hast vollkommen recht.“ Traurig schaute er weg. Er konnte ihn jetzt nicht anschauen. Er hatte das Gefühl, als wenn seine komplette Gefühlswelt in Aufruhr geraten wäre, als wenn seine gesamte Welt Kopf stehen würde. „Aber woher weißt du?“ Das leise Lachen von Keith ließ ihn zusammenzucken. War es wirklich so offensichtlich? „Naja, du hast in der gesamten Zeit, die du nun für mich arbeitest noch kein einziges der ganzen Mädels angeguckt. Und Himmel. Es fehlte dir sicher nicht an Gelegenheiten.“ Craig sah ihn skeptisch an. „Und daraus schließt du gleich, dass ich schwul bin? Vielleicht hab ich ja auch nur eine Beziehung oder hab grade keinen Bock auf irgendwas?“ Keith hielt seinem Blick ohne ein Zucken stand. „Na dann will ich es mal zugeben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass du vielleicht schwul sein könntest, aber ich war mir nicht sicher. Ich meine, das steht ja nun auch niemanden auf der Stirn geschrieben oder so. Aber als du diesen kleinen Disput mit diesem blonden, jungen Mann hattest, da war es dann schon irgendwie klar.“ „John Paul.“ Der Name flüchtete so schnell aus seinem Mund, dass er erst danach bemerkte, dass er ihn ausgesprochen hatte. Er fühlte sich komisch an, fast fremd. Schon viel zu lange hatte er ihn nicht mehr benutzt. „Aber ich war an dem Tag allein im Pub, woher weißt du das alles?“ Keith lächelte. „Ich war nicht da. Aber Michael war es.“ Mit einer kurzen Kopfbewegung deutete er auf den jungen Mann, welchen er zuvor so liebevoll begrüßt hatte. „Weißt du, Michael und ich sind schon seit Ewigkeiten ein Paar. Manchmal schaut er im Pub nach dem Rechten, wenn ich grade zu beschäftigt bin. Er arbeitet in einer Werbeagentur gleich nebenan.“ Fast ein wenig entschuldigend zuckte er mit den Schultern. „Er hat mir auf jeden Fall von dem kleinen Vorfall erzählt. Und da war es dann eigentlich klar für mich.“ Betreten schaute Craig wieder auf seine Bierflasche, die er in seinen Händen hin und herdrehte. Er konnte seine Hände einfach nicht still halten. „Ist er der Grund?“ Keith sprach leise, doch Craig hörte jedes Wort. Wie sehr wünschte er sich, dass er sie nicht gehört hätte. Er starrte weiter schweigend vor sich hin. „Ist er der Grund, warum du dich so verändert hast?“ Plötzlich sprang Craig auf. „Ich brauch noch was zu trinken.“ Mit eiligen Schritten verschwand er in der Menge an der Bar.


„Hast du ihn gefunden?“ Besorgt schaute Keith Michael an. „Nein, keine Spur von ihm. Vielleicht ist er ja auch einfach nach Hause gegangen?“ Keith schüttelte energisch den Kopf. „Nein, seine Jacke mit seinem Schlüssel und seinem Handy liegt noch bei den anderen am Tisch. Er muss noch hier sein.“ Wieder schaute er sich besorgt um. Wo steckte er nur? „Warum machst du dir eigentlich so einen Kopf um den Kleinen? Ich meine, es kann dir doch eigentlich egal sein, wenn einer deiner Mitarbeiter sich ins Koma säuft.“ Michael betrachtete Keith skeptisch. So gleich drehte sich dieser wieder vollkommen zu Michael um und sah ihn liebevoll an. Zärtlich legte er seine Arme um die Hüften des Kleineren und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn. „Weil er mich so verdammt an mich selbst erinnert.“ Er lächelte traurig. „Aber ich hatte damals wenigstens dich. Er scheint niemanden zu haben. Er ist vollkommen allein.“ Michael nickte. Ihm war die Traurigkeit des dunkelhaarigen, jungen Mannes auch aufgefallen. Seine Augen schienen zu unendlich verzweifelt. Und er hatte noch nie jemanden gesehen, der sich in so kurzer Zeit so verändert hatte. Vielleicht brauchte er ja wirklich Hilfe. Und wenn Keith ihn ins Herz geschlossen hatte, konnte Michael eigentlich nichts anderes.

Mittwoch, 23. April 2008

JPC - A New Life - Part 10

(Nachdem ich meine aktuelle Derogeschichte jetzt endlich fertig hab (keiner hat je gedacht, dass das ein Monster von 56 Seiten wird), werde ich mich jetzt wirklich ausschließlich dieser Geschichte widmen... Ich weiß, es gibt leider nicht so viele deutsche JPC-Fans, aber das ist mir eigentlich fast egal. Mir liegt diese Geschichte sehr am Herzen, ebenso wie es die original Storyline um die beiden tut. Es gibt jetzt auch tatsächlich eine Premiere. Denn ich werde in Zukunft immer hier alles als erstes posten, bevor es drüben auf das Dero-FF-Board kommt. Bereiten wir uns heimlich, still und leise auf einen Absprung vor? Ich weiß es noch nicht, aber es ist schön die Option zu haben. Aber anyway, hier gehts erstmal mit dem armen, armen, verlassenen Craig weiter..)

Er nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Bierflasche und starrte weiter vor sich hin. Eigentlich hätte er heute frei gehabt, er hätte also nicht hier im Pub sein müssen. Aber wo hätte er denn sonst hinsollen? Alleine in seine kleine Wohnung, die ihm seit er weg war einfach nur riesig und kalt vorkam? Auf einer Party mit seinen Kommilitonen, mit denen er lachen und scherzen müsste? Nein, das waren beides keine Optionen. Und so saß er wie eigentlich jeden Tag hier im Pub. Hier war er unter Leuten, denen es ebenso schlecht ging wie ihm. Sie fragten nicht viel, sie gaben sich gegenseitig ein Bier aus und versuchten sich gegenseitig durch den Abend zu helfen. „Hey, Dean?“ Craig hob genervt den Kopf. „Ja?“ Keith, der Besitzer des kleinen Pubs stand neben ihm und sah ihn erwartungsvoll an. „Sag mal, willst du eigentlich den ganzen Abend hier rum sitzen?“ Craig schaute wieder auf seine Bierflasche. Er hatte keinen Bock auf Smalltalk. „Wenn du nichts dagegen hast.“ Keith zog sich den Barhocker neben Craig näher heran und setze sich. „Mensch Dean. Das ist doch so kein Zustand. Jeden Abend sehe ich dich hier mit den ganzen alten Säufern sitzen.“ Beschwörend flüsterte er Craig die Worte zu, nicht, ohne mit seinem Blick auf die älteren Männer zu deuten, die sich ebenso verzweifelt an ihrer Bierflasche festhielten, wie Craig es tat. Sollte das wirklich seine Zukunft sein? Zögerlich schaute Craig zu Keith hinüber. „Was soll ich sonst tun? Ich kenn hier niemanden.“ „Ja und hier wirst du auch niemanden kennen lernen.“ Lachte Keith. „Hör mal. Ich gehe nachher noch mit ein paar Freunden in einen Club. Vielleicht magst du ja mitkommen? Mal ein paar andere Gesichter sehen? Mal eine andere Umgebung?“ „Hmm.“ Craig war sich nicht sicher, ob er wirklich Lust auf andere Menschen hatte. Doch was war die andere Möglichkeit? Weiter den Abend mit seiner Bierflasche in der Hand zu überlegen, was John Paul in dieser Sekunde wohl grade tat? Wie es ihm ging? Wie er aussah? Nein. Vielleicht war es wirklich eine bessere Idee mit Keith und seinen Kumpels wegzugehen. Er konnte nicht ewig so weitermachen. Das wusste er. Ja, es tat ihm immer noch unglaublich weh, dass John Paul gegangen war. Aber was sollte er tun? Er hatte alles falsch gemacht. Er hatte alles selber in Schuld. Nein, er würde endlich weiter machen müssen. John Paul würde nicht zurück kommen. Das wusste er nur zu genau.


Langsam ließ er sich in seinem Sessel etwas nach hinten gleiten und machte es sich etwas bequemer. Der Alkohol schien langsam seine Wirkung zu entfalten und so entspannte er sich zunehmend. Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht. Ja, es war eine gute Entscheidung gewesen mit Keith mitzukommen. Seine Freunde waren allesamt schwer in Ordnung und er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal so gelacht hatte. Konnte er sich überhaupt daran erinnern, wann er das letzte Mal gelacht hatte? Schweigsam betrachtete er seine Bierflasche. Doch, er wusste, wann er das letzte Mal gelacht hatte. Wann er das letzte Mal aus volle Seele und vollem Herzen gelacht hatte. Aber nein, nur nicht daran denken. Mit einem Zwinkern ließ er das Gesicht mit den unglaublichen blauen Augen wieder vor sich verschwinden. Er konnte nicht an ihn denken. Er wollte nicht. „Hey, ist alles okay mit dir, Craig?“ Keith stupste in vorsichtig an. Überraschte schreckte Craig aus seinen Gedanken. „Jaja, ist alles in Ordnung.“ Keith schaute ihn skeptisch an. „Du siehst aber nicht so aus, als wenn alles in Ordnung wäre. Wenn ich ehrlich sein soll, dann tust du das schon seit einer ganzen Zeit nicht mehr.“ Craig starrte bewegungslos auf seine Hände. „Weißt du, als du bei mir angefangen hast, da warst du ein wirklich witziger Kerl, aber jetzt. Irgendwas hat dich furchtbar verändert.“ Er atmete tief durch. Er hatte den jungen Mann schon lange darauf ansprechen wollen. Es hatte ihm wirklich Sorgen gemacht, wie er praktisch zusehen konnte, wie es ihm immer schlechter und schlechter ging. Craig schüttelte den Kopf. „Nein, es ist gar nichts. Das Studium ist nur anstrengender als ich dachte und ich vermisse…“ Er bracht kurz ab. „Ich vermisse zu Hause ein wenig.“ Er lächelte schief. Zu Hause. Ja, er vermisste sein zu Hause, denn sein zu Hause war immer John Paul gewesen. Keith schaute ihn verständnisvoll an. „Ja, so weit von zu Hause weg. Ganz alleine ohne Freunde. Das ist sicher nicht leicht.“ Craig schluckte schwer. Ja, ganz alleine, das war er. „Hey, da bist du ja. Ich dachte, du müsstest heute bis zum Schluss im Pub bleiben.“ Die Stimme eines jungen Mannes ließ beide aufschrecken. Craig hatte ihn noch nie gesehen, doch Keith schien ihn besser zu kennen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht war er aufgestanden und zu dem jungen Mann getreten. „Na, ich dachte mir, wofür bin ich Chef des Ladens, wenn ich nicht einfach eine Aushilfe organisieren und meinen Freitagabend mit meinem Freund verbringen kann.“ Verliebt lächelte er sein Gegenüber an, bevor er ihn in eine zärtliche Umarmung zog und ihm einen flüchtigen Kuss auf den Mund gab.

JPC - Dawneh

Das ich diese Frau mal schlichtweg für göttlich halte, sollte landläufig bekannt sein. Und das fanstische an ihr: sie schreibt nicht nur mit Abstand die besten Fanfics der Welt, nein, sie bastelt auch richtig, richtig tolle Avatare und Signaturen. Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut euch einfach mal das hier an:

Iay.... Hurra... Freu...

Zwei neue Ideen für Fanvids und ab morgen mittag Wochenende verbunden mit kurzfristigen Strohwitwentum. Und ja, wir wissen, was das Herzchen mit 48 Stunden alleine sein anfangen wird, richtig? Freut euch schonmal auf eine dicke, dicke Dosis Fanvideooverkill...

JPC - A New Life - Part 9

Leise schloss er die Tür hinter sich. Er hoffte so, dass seine Familie auf heute, frei nach ihrem Familienmotto, den halben Morgen verschlafen würde. Natürlich wollte er sie sehen, natürlich brauchte er ihre Unterstützung und Liebe. Doch als erstes brauchte er jetzt ein paar Minuten Ruhe und Zeit für sich. Die Ereignisse der letzten Stunden hatten sich zu sehr überschlagen. Er konnte nicht mehr frei atmen. Die Geschehnisse schienen ihn förmlich zu erdrücken. Er war nach den Vorfällen im Pub sofort nach Hause gelaufen. Oder wohl eher zu dem Ort, von dem er dachte, dass es sein zu Hause sei. Doch in dem Moment als Craig den Namen seiner Exfreundin ausgesprochen hatte, genau in dem Moment, hatte er begriffen, dass das alles niemals wahr gewesen war. Alles war aufgebaut auf Lügen und Betrug. So wie immer alles zwischen ihnen gewesen war. Er konnte hier nicht bleiben. Er musste nach Hause. In einer ungeahnten Geschwindigkeit hatte er seine Habseeligkeiten zusammengerafft und war kopflos zum Flughafen gefahren. Er hatte fast vier Stunden auf den nächsten Flug warten müssen, aber das war es wert. Er hatte immer wieder auf die Uhr geschaut. Jetzt würde Craig nach Hause kommen. Wann würde er wohl bemerken, dass John Paul verschwunden war? Wie würde er reagieren? Doch was kümmerst du dich noch darum? Craig Dean gibt es nicht mehr in deinem Leben. Es ist vorbei, aus. Das hatte er sich den gesamten Weg zurück nach Chester immer wieder vorgesagt. Fast wie ein Mantra, fast so, als wenn er selbst die Bestätigung brauchte, um es zu glauben. Doch ja, er hatte den Mann, den er liebte, alleine in Dublin zurückgelassen. Und es war das einzige, was er hatte tun können. Er würde nie mit ihm leben können. Nie. „John Paul?“ Carmels Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Seine Schwester stand in ihrem Schlafanzug in der Küche und starrte ihn entgeistert an. „Was machst du hier? Ist alles okay?“ Er konnte nicht antworten. Er konnte es ihr nicht sagen. Es schmerzte noch zu sehr. Und so blieb er einfach still. Carmel war mit schnellen Schritten zu ihrem Bruder hinüber gelaufen. Sie kannte ihn. Sie kannte ihn vielleicht besser, als er es jemals gewusst hätte. Und sie wusste, dass etwas verdammt falsch war. „John Paul. Was ist?“ Sie stand vor ihm und sie konnte die Tränen langsam in seinen Augen aufsteigen sehen. „Ist etwas mit Craig?“ Der Name. Er war wie ein Codewort, dass sämtliche Mauern zum Einsturz brachte und so begann er zu weinen. Die ersten Tränen seit den fürchterlichen Geschehnissen in diesem verdammten Pub. Carmel zog ihn an sich. „Alles wird gut. Ich verspreche es dir.“ Doch John Paul wusste, dass das nicht stimmte. Craig Dean gab es in seinem Leben nicht mehr. Wie konnte denn dann alles gut werden?


Der Morgen graute schon, doch Craig fand immer noch keinen Schlaf. Unruhig wälzte er sich auf der schmalen Couch von einer Seite auf die andere. Er hatte nicht in ihr Bett gehen können. Nicht jetzt, nicht ohne ihn. Er hatte Stunden damit verbracht auf sein Handy zu starren. Doch es kam keine Nachricht. Wie oft hatte er seine Nummer im Telefonbuch aufgeschlagen? Wie oft hatte sein Zeigefinger über der Wählentaste gehangen. Doch er traute sich nicht. Umso mehr Zeit verrann, umso mehr wurde er sich gewahr, was er eigentlich getan hatte. Er hatte in auf die schlimmste erdenkliche Art und Weise verletzt. Eine Freundin zu erfinden, war eine Sache, aber ihr auch noch den Namen von Sarah zu geben, war wirklich zu viel. Er wusste genau, wie sehr er ihn damit verletzt hatte. Er hatte versprochen, dass es keine Geheimnisse und Lügen mehr geben würde. Er hatte es geschworen. Und was hatte er gemacht? Er hatte wieder gelogen, ganz so wie in den alten Zeiten. Aber er konnte nichts dafür. Als er im Pub angefangen hatte, waren so viele Mädels hinter ihm her, wie die Motten um das Licht. Wie sollte er sie los werden? Irgendwann war ihm herausgerutscht, dass er schon in einer Beziehung war. Doch das war ein riesiger Fehler gewesen, denn jetzt gaben seine Kollegen und die Stammgäste erst recht keine Ruhe. Wie sie hieß, was sie machte, alles wollten sie wissen. Er hatte sich einfach nicht anders zu helfen gewusst. Ohne nachzudenken war auch schon Sarahs Namen über seine Lippen gerutscht. Er hatte es nicht gewollt. Es war irgendwie passiert. Ab diesem Zeitpunkt hatte sich seine Lüge verselbstständigt. Sie wurde größer und größer, bis er sie nicht mehr kontrollieren konnte. Und diese Lüge hatte ihm nun das Genick gebrochen. Diese Lüge hatte ihm das wertvollste genommen, was er jemals besessen hatte: John Paul. Er wusste, dass der blonde Mann dieses Mal nicht wieder verzeihen könnte. Es war zu viel passiert. Dies war nur noch die Kirsche obendrauf. Nein, John Paul würde ihm nie verzeihen. Niemals. Er setzte sich wieder auf und schob seine Decke energisch bei Seite. Er würde keine Ruhe finden, das war ihm klar. Vielleicht würde ein Tee helfen. Müde und schlapp ging er in die kleine Küche hinüber und stellte den Wasserkocher an. Traurig lehnte er sich an die Arbeitsplatte. Sonst hatte ihm immer John Paul den Tee gemacht. Er wusste nicht, was es war, aber sein Tee war einfach anders, besser. So wie alles an ihm besser war als an allen anderen Menschen. Er seufzte leise. Was hatte er nur getan? Langsam ließ er seinen Blick durch die Küche gleiten. Hier hatte sich fast nichts verändert. Alle Gegenstände standen noch so, wie er sie am Morgen verlassen hatte. Ihr Frühstücksgeschirr in der Spüle, John Pauls Lieblingstasse auf dem Regal. Als sein Blick auf den kleinen Küchentisch fiel, schreckte er zusammen. In seiner ganzen eiligen Überprüfung nach Hinweisen auf John Paul hatte er die Küche vollkommen übersehen. Und da lag er also nun. Der unvermeintliche Zettel. Die letzte Nachricht von seinem Liebsten. Mit wackelnden Beinen ging er zum Tisch herüber und nahm das dünne Papier in die Hände. Es stand nicht viel darauf, aber es sagte ihm genug. „Du hattest deine Chance, aber du hast sie verspielt. Es tut mir leid.“


Er wusste nicht mehr, wie lange es her war. Es hätten Wochen oder Monate sein können. Die Zeit schien sich zu einer Ewigkeit auszubreiten und jeder Tag, jede Stunde hielt den gleichen Schmerz für ihn bereit. Er hatte von John Paul nichts gehört. Er wusste, dass er zurück in Hollyoaks war. Eines Abends hatte Steph aufgeregt angerufen und gefragt, warum John Paul alleine zurückgekommen wäre. Da hatte er es endlich erfahren. So war von seinem Schmerz und Trauer wenigstens die Sorge verschwunden. Es ging ihm gut. Er war wieder dort, wo er hingehörte. Aber nein, er gehörte nicht nach Hollyoaks. Er gehörte nach Dublin, zu ihm, an seine Seite. Doch in Hollyoaks war seine Familie. Dort hatte er Menschen, die sich um ihn kümmern würden und das war Craig ein großer Trost. Wenn er doch auch nur irgendwen gehabt hätte, mit dem er seine Sorgen hätte teilen können. Doch die wenigen Menschen, die er hier kannte, hatten keine Ahnung von der Existenz des jungen Mannes mit den blausten Augen der Welt. Für sie war er der Frauenschwarm mit der Modellfreundin. Was sollte er denn sagen? Mein Freund hat mich grade verlassen und ich hab das Gefühl, als wenn mein Herz jeden Tag auf das Neue in tausend Stücke bricht? Nein, so was konnte er niemandem erzählen. So was war einfach zu nah an ihm dran, so was war zu intim, zu persönlich. So hatte er bisher nur mit einer Person sprechen können und die Ironie des Schicksals war, dass es ihm grade wegen dieser Person so schlecht ging. John Paul. Alle Gedanken endeten immer wieder bei ihm. Egal, wie er es drehte und wendete. Es kam schlussendlich immer wieder auf das eine raus. John Paul.

AWZ - Spoiler

Okay.. Ich hab grade den Spoiler für Kalenderwoche 23 gelesen. Und himmel, das ist jetzt einfach mal zu viel. Ich hab wirklich unermüdlich diese Serie verteidigt, gesagt, die wär nicht so, wie man das von der gewöhnlichen Serie her kennt, aber wisst ihr was? Das ist sie nicht mehr. Dieses ganze Hin und Her mit Dero mal allen voran. Diese unseelige Deva-Affaire, die wirklich mehr als unrealistisch ist. Das ganze Gehumpel mit Anette und Ingo, eine zweite Inzestgeschichte und jetzt der Killervirus. Nein, das ist jetzt wirklich genug. Diese Serie hat keinen roten Faden mehr, hat keinerlei Konzept und die Schreiberlinge scheinen keinerlei Ahnung zu haben, was sie da überhaupt machen. *energisch den Kopf schüttel* Man verzettelt sich in einer Tour in Kleinigkeiten und ich muss wirklich gestehen: Ich seh hier keinen roten Faden mehr, der mich irgendwie noch bei der Stange halten könnte. Ich sehe bei keiner, der ganzen Storylines, wohin das ganze führen kann und soll. Ich finde es einfach nur noch unglaublich schlecht und ermüdend.

Und was macht mich an der ganzen Sache am traurigsten? Du wussten mal richtig, richtig gut, wie das ganze geht. Was ist da nur passiert?

VL - Spoiler

Folge 3174

Christians großer Traum, ein guter Boxer zu werden, scheint sich zu erfüllen, obwohl er das von seinem Promoter geforderte Doping nicht nimmt. Doch dann ertappt dieser Schwulenhasser Christian mit seinem heimlichen Freund Olli beim Turteln ..

Folge 3175

Christian diffamiert Olli vor Wolle und behauptet, dass Olli ihn gegen seinen Willen angegraben hätte. Als Wolle weiter üble Schwulenhetze betreibt, spielt Christian das Spiel widerwillig mit. Dabei wird Christian jedoch bewusst, dass sein Verhältnis zu Wolle keine Vertrauensgrundlage hat. Trotzdem entschließt er gemeinsam mit Olli, seinem Traum vom Boxen zuliebe die Zähne zusammenzubeißen. Als Christian jedoch Zeuge wird, wie Wolle Olli erneut demütigt, platzt ihm schließlich der Kragen ...


Spoileralarm.. Naja, was soll ich sagen.. Scheint ja wenigstens eine Soap mal einen richtigen Weg einzuschlagen.. Bei dem Gedanken daran, wie unser Christian dem kleinen Olli verteidigt. Himmel, wie niedlich. Vielleicht sollte ich wirklich das Fandom wechseln. Hier scheint die Welt ja irgendwo noch in Ordnung zu sein.

JPK - Spoiler

Mein Mcdean-Herz bricht in anbetracht der aktuellen Entwicklung zwar fast in zwei, aber mein James-Herz freut es. So sieht man wenigstens wieder etwas mehr vom Schatz. Jetzt ist nur die große Preisfrage: Für was von beiden schlägt das Herz denn mehr?

Aber schauen Sie sich das Drama doch selbst an. Bitte schön.

May 1st

Kieron heads to the McQueens, he uses the excuse that he's come to pick up a book he lent to Myra but it seems like he's more interested in seeing John Paul than the book. The chemistry is obvious between them but the moment is interrupted when Michaela comes home. John Paul spies Michaela's bag and takes the opportunity to riffle through it, after she nicked a tenner from him. John Paul finds more than he bargained for when he sees a letter informing Michaela that she has to go for her second HIV test. John Paul confronts Michaela, she's got to go for the test. However, she's scared. She'd rather be in ignorant bliss than face the rest of her life with HIV. John Paul takes Michaela's hand, she doesn't have to go through this alone, he'll be with her the whole time.



May 7th

Myra encourages Niall and Kieron to compete in the quiz night at the Dog. Kieron's a little unsure until John Paul arrives determined to wipe the floor with them. Enjoying the banter Myra arranges the teams and John Paul and Kieron end up pitted against Niall and Myra . Niall begins to soften towards Myra as she regales him of stories from her youth. Realising they have more in common than first thought, Niall unwittingly finds himself enjoying his mother's company. Meanwhile John Paul's confidence is shattered when he is forced to do the quiz forfeit. Obviously embarrassed, Kieron leaps to John Paul's defence and re-enacts the Birdie Dance with full gusto. John Paul's grateful for his saviour as the sexual tension buzzes between the boys…



May 8th

John Paul reveals to Kris that he can't stop thinking about Kieron. Kris encourages John Paul to bite the bullet and tell him how he feels, but John Paul's unsure that Kieron feels the same way after John Paul rejected him last time. Kris is sure that John Paul just needs to trust him. Plucking up the courage, John Paul corners Kieron and lays his love on the line. Kieron is stunned at the revelation and is further shocked when John Paul tells him he can deal with him being a Priest so everyone else will just have to accept it. Kieron is angered at John Paul's selfish attitude and accuses him of not thinking of his family or Kieron's vocation. Kieron leaves a stunned John Paul hating himself for being so stupid. As Kieron heads to Church, John Paul makes one last ditch attempt to prove how much he loves Kieron. Unable to resist John Paul's charms, Kieron admits he feels the same way and is finally willing to take the risk...

Dienstag, 22. April 2008

10 Gründe, warum man Torchwood lieben muss...

Ja, ich hab so lange keine Gründe mehr gepostet, daher gibbet es heute abend gleich zwei.

4. Grund:

Ianto Jones. Dieser Mann ist großartig. Der stille und unauffällige Butler im Anzug. Und Gott, der Herr weiß, wir würden ihn auch nicht anders haben wollen. Besonders neckisch ist er, wenn man ihn wütend macht und er in bester John Wayne Manier alles zusammenschlägt oder abschießt, was ihm in die Quere kommt. (Passiert nur leider zu selten. Aber ein cooler Ianto ist soooooooo heiß *50 cent in Wortspielkasse*) Der interessanteste Aspekt des Charakters Ianto ist aber sicherlich seine Affaire mit Captian Jack Harkness (also der Hauptfigur des Ganzen). Die Beiden verbindet irgendwie eine ganz besondere Beziehung und es macht so viel Spaß mit anzusehen, wie sich diese entwickelt. Aber genug geschnackt. Guckt es euch an. *Ianto-Fan-Fähnchen schwenk*

10 Gründe, warum man Torchwood lieben muss...

3 Grund:



Dieser Mann spielt die Hauptrolle. Muss ich mehr sagen? Nein, eigentlich nicht. Als ich dieses Video das erste Mal gesehen hab, bin ich fast vom Sofa geplumst. Dieser Mann ist sooooooooo göttlich. Und das aller schönste: John Barrowman ist geouteter Schwuler und verheiratet. Die Bilder seiner Hochzeit wurden auch in einer britischen Boulevardzeitung abgedruckt. Richtig so. Wenn es eine Hetenhochzeit gewesen wäre, dann hätten sich die Leute auch um die Bilder geprügelt. Und ganz ehrlich: Scott und John sind ein hinreissendes Paar. Obwohl ich als weibliche Hete ja zähneknirschend zugeben muss: Es ist ein Verlust für die holde Weiblichkeit. Das ist es wirklich.

Und um noch eine andere Seite dieses großartigen Schauspielers zu zeigen, hier ein Ausschnitt aus Never mind the buzzcocks... Wenn der Mann kein Humor hat, dann weiß ich auch nicht.

Dero - aktuell

Ja, dank der vielversprechenderen Vorschauen guck ich tatsächlich wieder AWZ. Denn ich muss gestehen: Zwischenzeitlich konnte ich es nicht. Ich hab mir diese ganze Deva-Geschichte einfach mal gespart. Ich hab zwischenzeitlich versucht ein paar Folgen zu sehen, aber es ging einfach nicht. Die Schauspieler sind schlimmer als Akteure beim Strafgericht und über die Storyline brauch ich ja wohl kein Wort verlieren oder? Nein, nein. Das ist nicht das, weswegen ich mich damals in diese Geschichte so verliebt hab. Nein, der Zauber war einfach mal komplett weg. Und ich hätte mir die schönen Erinnerungen nur kaputt gemacht, wenn ich diesen Mist angesehen hätte. Aber was soll ich zum aktuellen Stand sagen? Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Dennis und Igor scheinen sich zwar wieder etwas gefangen zu haben, aber zur alten Meisterleistung ist es noch ein langer Weg.

Dann in der Episode heute: Ben, das dicke Hamster, schlägt den großen und durchtrainierten Deniz zusammen. Ja siiiiiicher.. Und im Himmel ist Jahrmarkt. *an Kopf fass* Gut fand ich die Szene in der Umkleide mit Deniz und Roman. Das hat mich so an die Szene nach der Schlägerei mit Bulle erinnert, wo Roman den armen Deniz auch wieder zusammegeflickt hat. Aber die Liebeserklärung oder was das zum Schluss da von Roman sein sollte... Naaaaaaja... *skeptisch die Augenbraue heb* Man kann es vielleicht auch noch komplizierter und bescheuerter ausdrücken. Außerdem muss ich sagen, mag ich Romans süffisante Überzeugung nicht. Ich meine, schön, dass er nicht mehr das jammernde Elend ist, das sich in einer Tour erniedrigt, aber muss diese Überlegenheit jetzt sein? Nein, finde ich nicht. Und dieses Deniz immer wieder sagen, dass er ja schwul ist blablabla.. Lass den Schwachkopf machen und warte drauf, dass der Junge zur Vernunft kommt. Himmel, so schwer kann es ja nicht sein. Der Kuss, auf den wir ja nun aller wirklich mehr als lange gewartet haben, war ja dann der Witz des Jahrhunderts. Okay, in anderen Ländern springen jetzt die Leute reihenweise auf und halten mich für bekloppt, weil die Hauptdarsteller da ja selbst nach einem Jahr Beziehung nur zwei Schmatzer hatten. Aber ich bin halt einfach verwöhnt. Ich kenn da so viel schönere Küsse von den Zweien. Und das war ja mal gar nix. Warten wir auf morgen und was dann passiert.

Himmel Kinder.. Wir müssen uns langsam mal am Schlüpper reißen. VL hat uns schon den Rang abgelaufen, aber so kampflos können wir doch nicht aufgeben. Der Hase und der liebe Deniz sind nämlich eeeeeeeeigentlich viel, viel toller.. Sie müssen es nur endlich mal wieder zeigen.

Hollyoaks musikalisch

Ich hab heute in einem der James-Sutton-Foren eine Liste aller JPC-Lieder gefunden.. Und man kann ja wirklich nur eins sagen: Von Musik verstehen die was in dieser Serie. So großartig. Ich höre grade die ganzen Stücke via Youtube und ich muss wirklich sagen, ich hab noch nie eine so großartige Musikauswahl in einer Daily Soap gehört. Wieder ein Grund, warum diese Serie einfach mehr ist als nur hübsche Gesichter. Ich meine, klar, die Schauspieler da sehen großartig aus (James *Herzchenaugen*), aber die können einfach alle großartig spielen. Und soll ich ganz ehrlich sein? Ich gucke mir auch Storys an, wenn die Darsteller nicht wie aus dem Eis ausgepellt sehen, wenn sie denn spielen können. Das ist doch das, worauf es wirklich ankommt. Und wenn die Produktion mit Musik und Kameraarbeit dann auch noch so wunderbar harmoniert wie bei Hollyoaks, dann kann da eben nur ein kleines Juwel unter den Daily Soaps entstehen.

In diesem Sinne:
Viva la Hollyoaks...

JPK - On NutsTV

Der wunderbare James Sutton ließ sich bei der Arbeit ein wenig über die Schulter schauen. Ich liebe dieses wunderbare Kichern...

Montag, 21. April 2008

JPC

Ich habe heute meinen Abend damit verbracht, alle JPC-Folgen nochmal anzuschauen. Ja, ich weiß, ich bin ein wenig wahnsinnig, aber ich mach das öfter. Hab die süßen Videos auch auf meinem Gogear und kann mir die daher jederzeit auch unterwegs anschauen (und ja, das tu ich auch.. so werden Fahrten mit dem Zug echt erträglich..).. Und was soll ich sagen? Diese Geschichte ist einfach so unglaublich gut. Ich weiß gar nicht, wie oft ich am heulen war, obwohl ich die Folgen schon gefühlte tausend mal gesehen hab und sie fast auswendig kenne. Aber die ganze Storyline ist einfach so fantastisch und die beiden Schauspieler reißen mich jedes Mal wieder von den Füßen. Ich hoffe so sehr, dass die beiden bei den diesjährigen Soapawards abräumen. Sie haben das so sehr verdient.

Ja und mein Traum wäre ja, das Guy Burnet nochmal für ein paar Wochen nach Hollyoaks zurückkommt und seinen Liebsten endlich nach Dublin holt. Für dieses Sunset Ending würde ich morden. Obwohl ich es sehr, sehr schade fände, wenn James Sutton dann auch von der Bildfläche verschwindet. Mir fehlt Guy Burnet schon so sehr, wie sollte das dann nur mit dem guten James werden? *kopf schüttel..

Blogbasteln

Ich warne schonmal vor. Ich bin grade in Bastellaune und werde sicher in den nächsten Tagen hier was am Layout machen. Also nicht erschrecken, wenn es anders ausschaut.

Samstag, 19. April 2008

Fandom-Frust

An manchen Tagen weiß ich einfach nicht, warum ich diesen ganzen Aufstand hier betreibe. Ich bastel die Videos, schreibe meine Geschichten, aber ich habe oft nicht das Gefühl, dass es irgendwen interessiert. Manchmal komme ich mir dann richtig dämlich vor, weil ich so viel Zeit und Mühe in etwas investiere, das ja scheinbar niemand ausser mir registiert.

Doch dann guck ich auf eine meiner Geschichten oder auf ein Video und sehe super liebe Kommentare oder von wo ich alles schon verlinkt worden bin. Und dann weiß ich wieder, dass es die ganze Arbeit doch irgendwie wert ist.

Freitag, 18. April 2008

Dero - Phänomenal egal

Vorsicht, heiß und fettig. Das neue Video ist doch glatt schon fertig. Das ging heute mal sowas von leicht von der Hand. *staun* Hab nur drei Stunden dran gesessen. Also wirklich fix.

Worum geht es dieses Mal? Roman ist dem guten Deniz ja eigentlich vollkommen egal. Richtig?

Dero - Liebe allein - Part 8

Die Tage vergingen. Roman verbrachte sie wie ein Igel im Winterschlaf. Er funktionierte einfach nur noch. Er wusste ganz genau, wenn er jetzt auch nur eine einzige Gefühlsregung zulassen würde, dann würde seine ganze Konstruktion aus Verdrängung, Ignoranz und gespielter Fröhlichkeit zusammenbrechen. Er schleppte sich jeden Tag zum Training mit Ria, doch blieb er auch nur für diese Stunden. Zu anstrengend war es für ihn, sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Nach den Stunden verschwand er sofort wieder ins Loft, in sein Zimmer, in seine kleine Welt. Er ging sogar Anette und Ingo aus dem Weg. Er wusste, dass Anette darauf brannte, die neusten Entwicklungen zu hören, doch er war noch nicht bereit für ihr „Ich hab es dir doch gesagt“. Die Trainingseinheiten mit Ria liefen eher schleppend. Es war wirklich sein Glück, dass er in Ria eine so fleißige und gute Schülerin hatte, die kaum Ansprache und Erklärungen zu brauchen schien. Denn die meiste Zeit war er mit seinen Gedanken ja doch woanders. „War das jetzt okay so?“ Ria kam auf ihn zugefahren, nachdem sie eine besonders schwierige Figur gestanden hatte, an der sie nun schon seit geraumer Zeit saßen. „Hmm? Was?“ Er schreckte aus seinen Gedanken. „Mensch Roman, du hast ja nicht mal hingeschaut.“ Bockig wie ein kleines Kind, dessen Mama nicht hingeschaut hatte, während das Kind das erste Mal ohne Stützräder gefahren war, knuffte sie ihn in die Seite. „Autsch. Wofür war das denn?“ Er schrak erneut zusammen. „Dafür, dass ich hier praktisch Selbsttraining betreiben muss.“ Sie hörte sich wirklich wütend an, doch ein Blick in Romans Gesicht ließ ihren Ärger verrauchen. „Na komm mal mit.“ Sanft schob sie ihn Richtung Bande und bugsierte ihn zu einer der Bänke. „Los, wir setzen uns jetzt hier hin und dann erzählst der Tante Ria mal, was eigentlich los ist.“ Sie blickte ihn auffordernd an. Er konnte eigentlich nicht darüber sprechen. Zu sehr tat alles noch weh. Aber er war es ihr wohl schuldig. Immerhin war sie die Hauptleidtragende unter seiner Laune. „Ria, das ist zurzeit alles grade nicht so leicht für mich.“ Er stockte. Er konnte es wirklich nicht sagen. „Ich weiß was los ist, Roman. Tim hat mir alles erzählt. Du hast ihm ganz schön zugesetzt, dass muss man schon sagen.“ Erschrocken blickte er auf. „Hab ich das?“ Nun fühlte er sich noch schäbiger. „Schon. Aber ich glaube, er wird es überleben. Bei dir bin ich mir da grade nicht so sicher.“ Wieder schaute sie ihn mit einem skeptischen Blick an. „Ich hab einfach alles falsch gemacht. Ich hab alles kaputt gemacht, wirklich alles.“ Er musste seinen Kopf auf die Hände stützen. Zu schwer war die Last. „Aber ihr liebt euch doch noch. Du und Deniz.“ „Ich liebe ihn noch, aber ob das auf Gegenseitigkeiten beruht, das glaub ich nicht mehr. Ich hab ihn so verletzt.“ „Aber heißt es nicht: Liebe ist, nicht um Verzeihung bitten zu müssen.“ Er lachte bitter auf. „Das ist ein frommer Wunsch, aber das gilt leider nichts, wenn man mit einem absolut stolzen Türken zusammen ist. Nein, Deniz wird mir das niemals verzeihen können.“ Er holte tief Luft. „Ich hab ihn einfach verloren. Alles, was ich immer wollte, ich hab es einfach verloren.“ Mit diesen Worten stiegen wieder unweigerlich die Tränen in seine Augen. Einzeln rollten sie seine Wange herunter und dieses Mal trafen sie den Handrücken von Ria. „Hey, alles wird gut. Nicht weinen.“ Vorsichtig nahm sie ihn in den Arm. In diesem Augenblick brachen alle Dämme und er weinte. Weinte um seine verlorene Liebe.

Marian hatte seinen Sohn die letzten Tage sehr genau beobachtet. Und was er da sah, das gefiel ihm ganz und gar nicht. Nein, es sorgte ihn nur mehr und mehr. Denn nachdem Deniz durch Roman so viel ruhiger geworden war, so schien er nun in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Er maulte und schrie rum wie in besten Zeiten. Er kam spät heim und nur Gott allein wusste, wo er sich um diese Zeit noch herumtrieb. Oft war er betrunken und Marian konnte sich mühen so viel er wollte, aber er bekam ihn morgens nicht mal aus dem Bett. Natürlich wusste er, was passiert war. Deniz hatte es erst nicht sagen wollen, aber Marian hatte so lange gebohrt bis sein Sohn ihm alles widerwillig gestanden hatte. Er hätte Roman am liebsten dafür umgebracht. Wie konnte er seinem Sohn nur so weh tun? Er hätte liebend gerne etwas unternommen, doch das war nicht seine Aufgabe, wie ihm Nadja schnell klargemacht hatte. Deniz war nun alt genug und er musste selber damit fertig werden. Doch es zerriss Marian förmlich das Herz, seinen Kleinen so zu sehen. Und das Deniz litt, das merkte Marian nur zu gut. Daher hatte er ihm auch vermehrt zu Schichten in der 7 eingeteilt. Hier schien Deniz wenigstens für eine Zeit seine Sorgen zu vergessen. Er lachte zwar nicht und war unglaublich unhöflich zu den Gästen, aber immerhin vergrub er sich so nicht mehr in seinem Zimmer, aus dem er in letzter Zeit zu häufig mit verweinten Augen gekommen war.

„Machst du bitte noch drei Bier fertig, Deniz?“ Marian legte ihm einen Bestellzettel auf den Tresen und verschwand wieder zu den Gästen. Deniz hatte wieder nur sehr schlecht geschlafen und war mehr als missmutig drauf. Roman hatte er seit Tagen nicht mehr gesehen. Nur das eine Mal, als er bei Anette an der Pommesschranke gestanden hatte. Deniz war fast vor Entsetzen in den nächsten Busch gehechtet, doch bevor er zu irgendwelchen Dummheiten ansetzen konnte, dachte er sich nur, warum sollte er ihm aus dem Weg gehen. Er hatte ja nichts Falsches getan. Und so war er mit einer Todesverachtung im Blick stolz an Roman vorbeigegangen. Eine Todesverachtung, die ihm sicher mehr wehgetan hatte als Roman. Wie immer war dieser Schmerz in Aggression umgeschlagen und so hatten seine Kumpels beim nachfolgenden Eishockeytraining nichts zu lachen gehabt. Aber diese Aggression war nicht neu. Er fühlte sie seit Tagen in sich und mit jedem weitern Tag brodelte und kochte sie mehr in ihm. Seine Nerven schienen nur noch aus dünnstem Zwirn zu bestehen. Mit verächtlichem Blick wendete er sich wieder der Bestellung zu. Schnell nahm er eins der Biergläser und tauchte es in das Waschbecken. Leider mit etwas zu viel Elan und so zerbrach das gute Stück in zwei. „Scheiße.“ Entfuhr es Deniz und ganz automatisch warf er den Fuß das Bierglases gegen die Wand hinter sich. Marian war sofort neben ihm. „Hey, das macht doch nix. Passiert.“ Er legte seinem Sohn beruhigend eine Hand auf die Schulter, die dieser jedoch nur ungestüm abschüttelte. „Vielleicht solltest du ein bisschen bedienen und ich mach hier weiter?“ Er schob Deniz behutsam hinter dem Tresen hervor und gab ihm das Tablett. „Na herrlich. Jetzt darf ich mich noch mit diesen nervigen Gästen auseinandersetzen.“ Deniz atmete tief ein, setzte ein gespieltes Lächeln auf und ging zum ersten Tisch.

Er hatte sie schon beim Reinkommen entdeckt. Acht ältere Männer, die schwer nach Kegelverein ausschauten. Schon sichtlich angeheitert und in bester Laune. Lachend und grölend ließen sie sich an zwei Tischen nieder und verlangten sofort nach einem Kellner. Deniz seufzte. Auf so ein Stammtischpublikum hatte er jetzt überhaupt keinen Bock. Er schaute nach Marian, doch der schien grade im Lager verschwunden zu sein. „Dann wollen wir mal.“ Er verdrehte noch einmal die Augen und ging zu ihnen hinüber. „Was darf ich ihnen denn bringen?“ er bemühte sich, so freundlich zu sein, wie es nur ging. „Machen sie uns mal acht Herrengedecke fertig, junger Mann.“ Grölte ein besonders Betrunkener mit einem üppigen Schnauzbart. „Ein was, bitte?“ Deniz schaute ihn verständnislos an. „Na acht Bier und acht Korn, aber etwas plötzlich, wenn ich bitten darf.“ „Aber natürlich.“ Deniz musste tief durchatmen. Er merkte, wie sein Blut langsam an Temperatur gewann. Schnell ging er zur Theke und bereitete das Bestellte. „Sagen sie mal, können sie nicht vielleicht irgendwas Netteres anmachen? Diese grauselige Negermusik hält ja kein Mensch am Kopf aus.“ Der buschige Schnauzbart wandte sich schon wieder an ihn, als er die Getränke verteilte. Nun war es Deniz genug. „Tut mir leid, aber mit Patrik Lindner können wir hier leider nicht dienen.“ Antwortete er so bissig wie möglich. „Ach geh, diese olle Schwuchtel will ja wohl auch kein Mensch hören. Schlimm genug, dass es solche Subjekte überhaupt gibt, aber das die jetzt sogar schon heiraten dürfen. Krank ist das…“ Weiter kam er nicht, denn Deniz hatte ihn schon am Kragen gepackt und zu sich hochgezogen. „Ich zeig dir gleich, wer hier krank im Kopf ist.“ Zischte er und wollte grade zum Schlag ansetzen, als ihn eine Hand zurückhielt. Marian war grade noch rechtzeitig aus dem Lager gekommen und hielt seinen Sohn jetzt fest. „Deniz, lass ihn. Das ist er nicht wert.“ Mit geschickten Handgriffen trennte er seinen Sohn vom Buschbärtigen und stellte sich zwischen sie. „Ja, das du so einen homophoben Wixer verteidigst, dass hätte ich mir ja denken können.“ Er starrte Marian mit hasserfüllten Augen an. Seine Zähne waren so heftig zusammengebissen, dass man das knacken hören konnte. „Deniz, du weißt, dass das nicht stimmt.“ Marian versuchte ihn zu beruhigen. „Du bist doch nur froh, dass er endlich weg ist. Wie es mir dabei geht, ist dir doch scheiß egal.“ Mit diesen Worten machte Deniz kehrt und stürmte aus der 7. Zurück ließ er einen erschütterten Marian mit einem aufgebrachten Kegelverein.

Es klopfte vorsichtig an seine Zimmertür. „Hey.“ Marian steckte seinen Kopf zur Tür herein. „Darf ich rein kommen?“ Deniz lag auf seinem Bett. „Du machst doch eh, was du willst.“ Marian trat näher und setze sich zu Deniz auf das Bett. „Ich denke, wir müssen mal reden.“ „Ich wüsste nicht, worüber.“ Deniz drehte sich weg. „Du weißt, dass mir das mit Roman nicht egal ist. Und du weißt auch, dass ich mir gewünscht hab, dass es anders verlaufen würde.“ Kleinlaut musste Deniz einlenken: „Ja, ich weiß.“ „Ich hab die Kerle eben rausgeschmissen. Gleich nachdem du weg warst.“ „Danke.“ Marian hob seinen Arm und legte ihn vorsichtig auf Deniz Rücken. Dieses Mal schüttelte er ihn nicht ab. „Deniz, wenn ich irgendetwas für dich tun kann, dann sag es mir.“ Deniz drehte sich zu ihm um und schaute ihm in die Augen. „Mach, dass es aufhört so weh zu tun.“