Tja, ich kann es ja immer nicht ganz lange lassen. Ein Dero-Projekt muss ich immer am laufen haben. Und da ich gestern ja mein aktuelle beendet habe, gibt es jetzt wieder ein neues.
Aber wo fangen wir hier an? Deniz hat grade Marian und Nadja in der 7 überrascht. Aber was wäre wohl passiert, wenn einige Dinge ganz anders verlaufen wären? Naja, lasst euch überraschen..
Negativ - Part 1
„Ach und wo wir grade so ehrlich miteinander sind…“ Er schaute Marian mit einem Grinsen an. „Ich bin im Übrigen schwul. Ich hoffe, du nimmst das nicht ganz so schwer wie meine werte Erzeugerin. Aber das schaffst du schon, Dad.“ Er klopfte Marian ermunternd auf die Schulter, schnappte sich Wohnungsschlüssel und seinen Rücksack und war verschwunden. Marian sah ihm nur schockiert hinterher.
Mit einem Grinsen dachte Deniz an seine Ankunft in Essen zurück. Vielleicht war es nicht die beste Idee gewesen, seinem Vater seine Homosexualität so vor die Füße zu werfen, aber er war es einfach nur leid. Er hatte keinen Bock mehr auf Versteckspiele, heimliche Treffen. Nein, er wollte sein Leben leben und zwar zu seinen Bedingungen. Nicht zu denen seiner Mutter und schon gar nicht zu denen seines wunderbaren Stiefpapis. Nein, er wusste, wer er war und er wusste, was er war. Und er sah nicht, was daran auch nur eine Sekunde falsch sein sollte. Es war das, was er nun mal war. Und es machte ihn glücklich. Warum sollte er sich also dafür schämen, sich verstecken? Nur, weil andere Menschen damit vielleicht ein Problem hatten? Nein, so war er nicht. So würde er nie sein. Er wollte kein Leben hinter Lügengebilden und im Verborgenen. Er war jung und er liebte das Leben. Und er wollte es einfach nur genießen, wie alle Teenager das tun. Und deshalb war er auch nach Essen gekommen. Daheim im konservativen München hatte er das Gefühl, es würde ihm die Luft abschnüren. Oder sollte er eher sagen, sie würde ihm die Luft abschnüren? Seine Mutter hatte überhaupt nicht damit umgehen können, als er ihr an einem sonnigen Morgen gebeichtet hatte, dass Mädchen nicht so unbedingt das waren, was er wollte. Sie hatte fast einen ganzen Monat nicht mehr mit ihm gesprochen. Die dummen Bemerkungen ihrer frisch Angetrauten am Frühstückstisch hatte er zähneknirschend ertragen. Doch ihr Schweigen, das hatte ihm wirklich verletzt. Doch sollte er für sie unglücklich werden? Sollte er sich für sie verstellen? Sollte nicht sie, seine Mutter, einfach glücklich sein, wenn er es doch war? Nach einer Weile hatte sie sich langsam beruhigt. Sie begann wieder zögerlich mit ihm zu sprechen. Doch die Nähe, die sie einmal verbunden hatte, war fort. Er fühlte sich wie ein ungebetener Gast in seinem eigenen zu Hause. Aber zu Hause? Nein, das war es schon lange nicht mehr. Irgendwann begann sie die absonderlichsten Regeln aufzustellen, die darin gipfelten, dass er nicht mehr alleine mit einem Kumpel in sein Zimmer durfte. Er hatte alles schweigend ertragen. Bis sie ihn mit Micha in der Stadt gesehen hatte. Es lief nicht einmal was mit Micha. Sie waren nur Freunde. Doch seine Mutter hatte einfach ein unglaublich gutes Timing. Und so überraschte sie sie ausgerechnet, als sie sich zur Verabschiedung umarmten. In dem Moment hatte sie nichts gesagt, doch als Deniz nach Hause kam, stand sein gepackter Rucksack an der Wohnungstür. Mit kurzen Worten sagte sie, dass er nach Essen zu seinem Vater sollte. Sollte er sich doch mit dem missratenden Sprössling rumschlagen, bevor er hier noch Schande über die gesamte Familie brachte. Im ersten Moment war er schockiert. Ja, verletzt. Doch auf der langen Zugfahrt von München nach Essen war seine Trauer über den Verlust seiner Familie in Freude umgeschlagen. Ja, in Essen würde er alles anders machen. Er würde Marian gleich von Anfang an sagen, was Sache war. Er wusste, dass es seinem türkischen Vater nicht leicht fallen würde, ihn so zu akzeptieren. Aber er war immer noch sein Sohn und so sehr Marian auch auf Ehre und Stolz wert legte, so wusste Deniz doch immer eins: Er liebte seinen Sohn über alles. Und er würde es verstehen. Wenn das der Weg war, den Deniz gewählt hatte, um glücklich zu sein, dann war das okay. Dann würde Marian damit leben können. Ja, in Essen würde er neu anfangen. Keine Versteckspiele mehr, nur noch er und sein neues Leben.
Montag, 5. Mai 2008
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2 Kommentare:
Erinnert mich stark an den Butterfly Effect. Also das Phänomen, nicht den Film. Verändere eine Variable und schaue was bei raus kommt.
Bin sehr gespannt. Der Anfang ist schon sehr, sehr viel versprechend und du hast bisher immer tolle Sachen hingezaubert. :)
geisterleserin 1
Oha. Mal was ganz anderes von dir.
Die Idee Deniz von Anfang an offen und ehrlich mit seiner Sexualität umgehen zu lassen gefällt mir.
Bin ja mal gespannt was noch daraus wird.
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