(Ja, langsam kehrt wieder Normalität ein. Alle grundsätzlichen Sachen bei den FagHags laufen und so kann ich mich endlich, endlich wieder dem schreiben widment. Rausgekommen ist dabei heute ein kleiner Oneshot. Hoffe, es gefällt.)
Mut oder Verzweifelung
Mit einem traurigen Lächeln ließ er sich noch etwas tiefer in seinen Sessel zurückfallen. Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas und ließ seinen Blick wieder zurück zu seinem heimlichen Ziel gleiten. Gewand und geschmeidig bewegte sich Deniz mit den anderen Models der Steinkamps und lächelte verführerisch in die Kamera. Ein Lächeln, das einen kleinen Stich in seinem Herzen hinterließ. Ja, es gab eine Zeit, da war dieses Lächeln für ihn bestimmt gewesen. Er hatte es sehen können. Jeden Tag, jeden Abend, jede Nacht. Es war nur für ihn gewesen. Es war sein Antrieb, seine Energie, sein Glück. Doch heute galt dieses Lächeln nicht mehr ihm. Es gehörte ihm nicht mehr. Er hatte es verloren. Er wusste bis heute nicht, wie und wenn er ehrlich war, so war eigentlich das, das Schlimmste daran. Er glaubte dem dunkelhaarigen, jungen Mann keine Sekunde, dass er ihn nicht mehr liebte. Nein, sein Herz wusste einfach, dass dies nicht wahr sein konnte. Egal, wie oft sein Kopf ihm versuchte zu sagen, dass es keinen Sinn mehr machte, dass er aufgeben musste. Sein Herz schlug nur noch mehr für ihn, sehnte sich nur noch mehr. Egal, was er getan hatte, egal, wie sehr er ihn verletzt hatte. Es änderte nicht daran, dass er immer noch alles war, was er wollte. Er wollte ihn fühlen, wollte ihn spüren, küssen. Wollte mit ihm lachen, mit ihm weinen. Alles mit ihm teilen, alles mit ihm erleben. Ihm alle doofen Scherze erzählen, die Ingo ihm den Tag über an den Kopf geworfen hatte, alle Unmöglichkeiten bereichten, die Jenny wieder angestellt hatte. Doch das alles war nicht mehr. Er war allein und es blieb ihm nur noch die Erinnerung. Eine Erinnerung, die ihn gleichzeitig schmerzte und doch auch erst lebendig machte. War das ein wenig irrational? War es etwas vernunftwidrig? Vielleicht. Aber wer hat jemals gesagt, dass Herzen Sinn machen müssen? Nein, er war sich sicher: diese Erinnerungen würde ihn aufrecht halten. Aufrecht halten, bis der wunderschöne Mann, die Liebe seines Lebens, wieder zurück zu ihm finden würde. Und das würde er. Er wusste es. Tief in seinem Herzen konnte er es fühlen. Ihre Seelen waren immer noch eins, ihre Herzen schlugen immer noch im selben Takt. Nein, das konnte sich nicht ändern, würde sich nicht ändern. Er wusste, dass er ihn gehen lassen musste. Es tat ihm weh, aber nur so, nur so würde er wieder zu ihm zurück kommen. Würde erkennen, was er wollte, würde sehen, wen er eigentlich liebte. Er wusste, wie seine Wahl ausfallen würde. Er wusste, dass er wieder kommen würde. Aber die Zeit bis dahin. Das war die wahre Qual. Aber hieß es nicht, dass Liebe auch Leid sei? Ja, das war sie. Mit einem bitteren Lächeln konnte er das bestätigen. Sie brach ihm sein Herz, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Mit jedem Kuss, den Deniz nicht mit ihm austauschte, mit jeder Berührung, mit jedem Lachen. Es waren seine Lachen, die Deniz dort so unberechtigt mit jemand anderem teilte. Es waren seine Küsse, seine Berührungen. Nein, es war nicht fair. Aber wer hatte gesagt, dass Liebe jemals fair sei? Nein, mit fair hatte dies hier alles schon lange nichts mehr zu tun. War es fair, dass er sich jeden Abend in den Schlaf weinte? War es fair, dass er sich nur noch wie eine Hülle fühlte? War es fair, dass er das Gefühl hatte, die zweite Hälfte seines Herzens zu vermissen? Nein, ganz sicher nicht. Aber was blieb ihm? Kann man sich entlieben? Wollte er das? Ein Leben ohne diese dunklen Augen, ohne das freche Grinsen, ohne diesen wunderbaren Humor? War so ein Leben nicht eigentlich noch schlimmer als es das jetzt schon war? War es das Warten nicht wert? War er das Warten nicht wert? Er hob den Kopf und schaute wieder zu dem kleinen Photoshooting vor seinen Augen. Er betrachtete ihn aufmerksam. Nahm jedes Detail, jede Kleinigkeit in sich auf. Als sich ihre Augen wie durch Zufall trafen, wusste er es. Er war jedes Warten dieser Welt wert. Und wenn er bis ans Ende seines Tage warten müsste. Er war jede Sekunde wert.
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