Freitag, 2. Mai 2008

Dero - 10 Ansichten von Liebe - Anette

(Es ist spät, ich schlafe fast am Laptop ein, aber egal. Der kurze Teil musste noch sein für heute.)

Anette
Zufrieden kuschle ich mich noch etwas tiefer in die Sofakissen. Endlich, endlich hab ich das Loft einmal für mich. Alle sind ausgeflogen und nur ich und diese wunderbare Stille sind zurückgeblieben. Nein, versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Rasselbande und ich liebe es, die Ersatzmama für alle zu spielen. Ja, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen. Alle auf ihre ganz eigene Art und Weise. Und ja, ich werde jederzeit wie eine Löwin für ihr Junges auch für diese Bande kämpfen. Doch an manchen Tagen, wenn die Luft draußen so klar ist wie heute, wenn der Nachthimmel so wunderbar blau schimmert, dann habe ich das Alleine sein doch ganz gern. Die Stille, die mich einhüllt, wie eine friedliche Decke. Dann muss ich mich nicht um die anderen kümmern, muss mir keine Sorgen machen, nicht über Lösungen für anderer Probleme grübeln. Nein, dann bin ich nur für mich allein, nur für mich da. Ich seufze leise und ziehe die Decke noch ein wenig höher. Ich atme langsam ein und aus. Ich sauge die Stille in mich ein. Doch plötzlich wird meine zarte Wunderwelt gestört. Ein lautes Krachen lässt mich aufschrecken. Das Licht, dass plötzlich den Raum erhellt, schmerzt mich in den Augen. Vorsichtig zwinkere ich und schaue in die Richtung aus der, der Krach gekommen ist. Roman steht schwer atmend vor mir und schaut mich trotz seiner offensichtlichen Wut fragend an. „Was sitzte denn hier im Dunkeln?“ Natürlich weiß ich was los ist. „Gegenfrage: Warum schlägst du hier so mit Fahrstuhltüren?“ Eigentlich brauche ich keine Antwort und der zerknirschte Deniz, der vorsichtig hinter der Fahrstuhltür herlugt, bestätigt meine Annahmen nur noch. „Was willst du denn noch hier? Ich hab doch gesagt, dass ich heute keinen Bock mehr auf irgendwelche Diskussionen hab.“ Roman dreht sich schnippisch von dem jungen Mann weg. Doch dieser scheint Romans Einwand gar nicht wahrzunehmen. Mit einer schuldigen Miene tritt er trotzdem ins Loft und macht ein paar Schritte auf Roman zu. „Schatz, jetzt sei nicht albern.“ Vorsichtig legt er seine Hand auf Romans Schulter und will ihn zu sich herziehen. Doch ich kenne meinen Freund und ich kenne sein Temperament. Mit einer heftigen Bewegung schüttelt er Deniz ab. „Ach so, jetzt bin ich auch noch albern. Das wird ja immer schöner.“ Er schnaubt förmlich und ich muss gestehen, dass Deniz mir ein wenig leid tut. Ich weiß, dass er jetzt sagen kann, was er möchte. Roman wird ihm aus allem einen Strick drehen. Vielleicht sollte er wirklich nach Hause gehen. Wenn Roman in dieser Stimmung ist hilft nur noch Flucht und Abwarten. Doch Deniz scheint meine Vogel-Strauss-Taktik nicht nachahmen zu wollen. „Roman.“ Seine Stimme klingt auffordernd und zärtlich zu gleich. „Was willst du noch?“ Roman hat seinen Unterkiefer trotzig nach vorne geschoben. „Du weißt, dass das nicht so gemeint war.“ Deniz schaut meinen Freund voller Liebe und Zuneigung an. Nur der Himmel weiß, wie er diese Geduld aufbringt. Roman kann manchmal eine richtige Diva sein. Und grade jetzt scheint er in absoluter Divenstimmung zu sein. Ich bemerke, wie sich seine Züge unter Deniz Worten langsam entspannen. Aber noch nicht genug. Ich weiß, dass er noch nicht nachgeben kann. Jetzt noch nicht. Es ist zu früh. „Wie würdest du dich denn fühlen, wenn ich so was zu dir sagen würde?“ Auf Deniz Gesicht erscheint ein scheues Lächeln. Er weiß, was er jetzt sagen muss. Er kennt Roman zu genau. „Du würdest so was nie zu mir sagen.“ Er klingt immer noch ruhig, auch als Roman erneut zuschnappt. „Genau. Ich würde dir nie so was antun. Und warum machst du das dann?“ Deniz Lächeln weitet sich immer mehr aus. Mit ein paar Schritten steht er nun genau hinter Roman und schlingt vorsichtig die Arme um Romans Hüften. Er flüstert so leise, dass ich ihn kaum verstehen kann: „Weil ich manchmal eben ein absoluter Vollidiot bin.“ Ich kann den Kampf in Romans Gesicht lesen. „Aber ich bin DEIN Vollidiot.“ Mit diesen Worten hat er ihn geknackt. Ein Lächeln huscht nun auch über Romans Gesicht, bevor er sich in der Umarmung dreht und Deniz einen kleinen Kuss aufdrückt. „Ja, mein kleiner, eigener Vollidiot.“ Glücklich strahlen sich die beiden wieder an. „Ich hoffe, du kannst damit leben?“ Deniz schaut Roman spielerisch an. „Na, ich denke, das bekomme ich schon hin.“ Roman lacht leise, bevor er sich noch etwas tiefer in Deniz Arm kuschelt. Auch ich lächle. Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich es die ganze Zeit getan. Denn ich kenne meinen Roman, meine kleine Dramaqueen. Manchmal braucht er Streit wie die Luft zum Atmen. Manchmal muss er sich einfach an irgendetwas reiben. Es hat mich schon unglaublich viele Nerven gekostet und ich weiß, dass er auf diese Art und Weise auch schon den einen oder anderen Mann in die Flucht geschlagen hat. Deniz scheint tatsächlich der erste, der sich mit dieser komischen Eigenart meines Freundes abfinden kann. Trotz seines eigenen, unglaublichen Temperaments legt er bei Roman eine absolute Ruhe und Ausgeglichenheit an den Tag. Wer Deniz schon mal ohne Roman erlebt hat, würde nie glauben, dass er zusammen mit dem kleinen Eisläufer so sein würde. Aber er ist es. Er erträgt Romans Gezicke mit einem milden Lächeln und findet immer wieder die richtigen Worte, um Romans Wut im Keim zu ersticken. Er scheint einfach die richtigen Knöpfe zu kennen. Und das ist etwas, was selbst ich nicht von mir behaupten kann.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wie immer einfach nur wunderschön !!

Heartbreak hat gesagt…

danke schön.. *freu.. mal gucken, ob ich heute abend noch zu ein bisschen was komme..

Anonym hat gesagt…

Oh ja, das ist der Hase in action. *g* Konnte das so richtig bildlich vor mir sehen. *g*

Stimmig wie immer. :-)